Privatinitiative
Pumptrack Speicher: Geplanter Baubeginn ist im Frühjahr 2023

Ein Verein setzt sich für den Bau eines neuen Freizeitangebots in der Gemeinde ein. Mit der Spenden- und Sponsorensuche wird aber noch bis zum Eingang der Baubewilligung gewartet.

Karin Erni
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Ein Pumptrack bietet der ganzen Familie Spass.

Ein Pumptrack bietet der ganzen Familie Spass.

Bild: PD

Kinder lieben sie und auch Erwachsene sieht man ab und zu auf den kurvigen Wellenbahnen – neudeutsch Pumptracks genannt – herumsausen. Viele Gemeinden haben den Trend erkannt und in der Nähe von Sport- und Spielplätzen Pumptracks errichtet und diese einem breiteren Publikum kostenlos zugänglich gemacht. Die Anlagen sollen die Bewegungslust der Bevölkerung und die Standortattraktivität steigern.

Standort nähe Hallenbad und Sportanlagen

Im Appenzellerland gibt es bereits seit zwei Jahren in Urnäsch einen solchen Rundkurs, der von Einheimischen und Gästen gern genutzt wird. Wenn es nach dem Verein Pumptrack Speicher geht, soll im Frühjahr 2023 auch im Mittelland «gepumpt» werden können. Der Verein bestehe aktuell lediglich aus den fünf Vorstandsmitgliedern, sagt Aktuar Lukas Ferrari. «Wir sind alles Familienväter und engagieren uns aus eigenem Interesse für das Projekt. Wir fangen erst mit der Mitgliedersuche an, wenn die Baubewilligung erteilt ist. Vorher macht es keinen Sinn.»

Lukas Ferrari

Lukas Ferrari

Bild: PD

Nach einer rund zweijährigen Evaluationszeit hat sich der Verein für das Grundstück Vorderer Flecken als Standort entschieden. «Es gehört der Gemeinde und wir können es für einen Zins von rund 1000 Franken pro Jahr mieten», sagt Ferrari.

«Als Verein könnten wir kein Land kaufen, das würde unsere Möglichkeiten übersteigen.»

Weil sich in der Nähe bereits der Sportplatz und das Schwimmbad befinden, sieht man verschiedene Synergien. So können die dortigen Parkplätze und Toiletten durch auswärtige Besucher benützt werden. Durch die Nähe von Grüngutanlage und Fernheizung sollten zusätzliche Frequenzen wenig stören.

Gemeinde zeigt sich hilfsbereit

Die Gemeinde Speicher ist dem Unterfangen gegenüber positiv eingestellt. Der Verein hat von ihr eine Anschubfinanzierung in der Höhe von 20’000 Franken erhalten. Wenn das Projekt nicht realisiert werden sollte, muss er das Geld zurückzahlen. Die 200’000 Franken für den Bau der Anlage sowie 50’000 Franken Sicherheit für Unvorhergesehenes und Rückbau muss der Verein durch Mitgliederbeiträge und Spenden zusammenbringen. Angefragt werden sollen nebst Privaten auch Stiftungen und andere Institutionen.

Der Pumptrack Speicher hat eine Fläche von gut 1000 Quadratmetern.

Der Pumptrack Speicher hat eine Fläche von gut 1000 Quadratmetern.

Bild: Velosolution

Für den Bau wird die Firma Velosolutions im bündnerischen Flims engagiert. Diese baut seit zwanzig Jahren Pumptracks auf der ganzen Welt. Die Kosten für den Unterhalt der Anlage bilanziert der Verein Pumptrack Speicher auf 1000 Franken pro Jahr. «Am Anfang reicht es, ab und zu mit einem Besen Verunreinigungen wegzuwischen. Wir planen, jährlich einen fixen Tag durchzuführen, an dem die Mitglieder sich an kleineren Ausbesserungsarbeiten beteiligen», so Lukas Ferrari.

«Ob, wie in Urnäsch, die Gemeinde gewisse Arbeiten wie das Leeren des Abfallkübels übernehmen kann, ist gegenwärtig in Abklärung.»

Aktuell erfolgt die Baueingabe. Falls das Projekt bewilligt wird, könnte im kommenden Frühjahr mit den Arbeiten begonnen werden, so Ferrari. «Die Bauzeit wird wohl ungefähr vier Monate dauern, wenn alles optimal läuft.»

Was ist ein Pumptrack?

Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke (engl. Kurz track). Das Ziel ist es, darauf, ohne zu treten, durch Hochdrücken (engl. pumping) des Körpers aus der Tiefe Geschwindigkeit aufzubauen. Ein Pumptrack ist als Rundkurs meist aus Erde oder Lehm geschaffen. Der etwa ein Meter breite Streifen ist mit Wellen und weiteren Elementen wie Steilwandkurven oder Sprüngen versehen. Er kann in beide Richtungen gefahren werden, da er in flachem Gelände gebaut wird. Neuere Varianten von Pumptracks werden mit harten Oberflächenmaterialien wie Asphalt oder Beton gestaltet. Die feste Oberfläche hat Vorteile bei der Instandhaltung und der Vielfalt der Nutzergruppen. So können Asphalt- und Betonanlagen auch mit Skateboards, Kickboards und sogar Inlineskates genutzt werden. (Quelle: Wikipedia)