Politik
Bundesrätin äussert sich zur Landsgemeinde: «Knappe Abstimmungen und kontroverse Diskussionen finde ich spannend»

Nach zwei Jahren Pause hat die Landsgemeinde in Appenzell am 24. April wieder stattgefunden. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren vor Ort. Bundesrätin Karin Keller-Sutter sowie St.Galler Regierungsräte wurden als Ehrengäste eingeladen.

Felicitas Markoff
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Die Bundesrätin Karin Keller-Sutter an der Landsgemeinde in Appenzell.

Die Bundesrätin Karin Keller-Sutter an der Landsgemeinde in Appenzell.

Bild: Benjamin Manser

Die Landsgemeinde in Appenzell hat nach zwei Jahren Pause am Sonntag wieder stattgefunden. Etwa 3500 Stimmberechtigte waren vor Ort, um im Ring über die Geschäfte zu entscheiden. Traditionell wohnen jeweils zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Militär und Wirtschaft der Landsgemeinde bei. Zuoberst auf der Ehrengästeliste stand dieses Jahr Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Als sie an der Menge vorbei gelaufen ist, begrüssten sie die Besucherinnen und Besucher und applaudierten.

Bundesrätin ist 2018 das letzte mal bei Landsgemeinde dabei gewesen

«Die Landsgemeinde hat mir dieses Jahr sehr gut gefallen», sagt Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Sie habe sich gefreut, dass der Anlass nach zwei Jahren endlich wieder stattfinden konnte. Sie war 2018 das letzte Mal bei der Landsgemeinde in Appenzell dabei. Damals sei sie aber noch als Ständerätin vor Ort gewesen. Das sie in diesem Jahr als Bundesrätin dabei sein konnte, bereitete ihr sichtlich Freude. Was die Bundesrätin von den Abstimmungen hält? Sie sagt:

«Was die Abstimmungsergebnisse betrifft, mische ich mich nicht ein.»

Sie habe es sehr spannend gefunden, dass es Abstimmungen gegeben hat, die knapp ausgefallen sind und die kontrovers diskutiert wurden, wie zum Beispiel den Landsgemeindebeschluss zur Revision des Jagdgesetzes. Diese Abstimmung musste nämlich gleich dreimal wiederholt werden. Auch über die Wetterlage zeigt sich die Ostschweizer Bundesrätin zufrieden. «Ich bin froh, dass es trocken geblieben ist. Aber wegen der niedrigen Temperaturen bin ich bereits am schlottern», sagt sie.

Bundesrätin ist mit Appenzeller Spezialitäten vertröstet worden

Im Namen der Landsgemeinde begrüsst der Landammann Roland Dähler die Bundesrätin und ihren Ehemann Morten Keller, ihrem Weibel sowie ihrer persönlichen Mitarbeiterin. Er wünsche eigentlich keinem Menschen etwas Schlechtes, schon gar nicht einer Bundesrätin, aber er sagt:

«Frau Bundesrätin, wenn ich ehrlich bin, habe ich schon ein wenig gehofft, dass Sie bei ihrer Anfahrt mit dem Auto von Gossau über Herisau nach Appenzell einen Moment im Stau stehen bleiben.»

Mit dieser Anspielung hat der Landammann die Menge zum lachen gebracht. Und er sagt: «Weite Teile unserer Bevölkerung und auch wir von der Standeskommission sind sehr enttäuscht darüber, dass der von uns und unserem Nachbarskanton Appenzell Ausserrhoden dringend benötigte Autobahnzubringer Appenzellerland weiter um Jahre verschoben wurde. Aus Sicht des Bundes sei der Problemdruck eher gering. Das überrascht uns. Gerne lade ich Sie einmal zusammen mit ihrer Kollegin, Frau Bundesrätin Sommaruga ein, die Lage vor Ort anzuschauen und zu besprechen.»

Mit diesem Spruch hat der Landammann die Menge zum lachen gebracht. Das Karin Keller Sutter als Ostschweizer Bundesrätin bei der Landsgemeinde teilnimmt, sei eine grosse Ehre und Freude, so Dähler. Es habe drei Anläufe gebraucht, bis die Einladung endlich umgesetzt werden konnte. Darum wurde die Bundesrätin auch mit Appenzeller Spezialitäten vertröstet. Dähler hofft, das sie die regionalen Köstlichkeiten geniessen konnte.

Ehrengäste von St.Galler Regierung, Armee und mehr

Neben der Bundesrätin Karin Keller-Sutter standen weitere Personen auf der Ehrengästeliste, wie zum Beispiel die gesamte St.Galler Regierung mit Regierungspräsident Marc Mächler an der Spitze.

Auch der Korpskommandant Thomas Süssli, Chef der Armee, und Brigadier Peter Baumgartner sowie Christine Bolt, Direktorin Genossenschaft Olma-Messen St.Gallen sind auf der Ehrengästeliste gestanden. Ebenfalls Anne Challandes, Präsidentin Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband und Anette Dolge, Präsidentin des Obergerichts Schaffhausen. Auf private Einladung weilten abgesehen davon Economiesuisse-Präsident Christoph Mäder, Ständeratspräsident Thomas Heft und Christian Wulff, ehemaliger Deutscher Bundespräsident, der diesjährigen Landsgemeinde bei.