«Parteilos» heisst nicht «ahnungslos»

Zu den Kantonsratswahlen am 28. Februar

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Freudig überrascht und vergnügt haben wir auf der Toggenburger Kantonsratsliste Nr. 6 von SP, Gewerkschaften und Grünen den Namen von Martin «Zeltino» Sailer aus Unterwasser gefunden. Er kandidiert als Parteiloser; ahnungslos ist er gewiss nicht. Der einstige Stadtsanktgaller hat in den vergangenen zwölf Jahren als Zeltainer-Betreiber in seinem Kleintheater einer ansehnlichen Reihe Künstlerinnen und Künstler aus allen erdenklichen Unterhaltungssparten Gastrecht gewährt.

Mit der Eigenproduktion des Stücks «Die Schweizermacher» wurde im vergangenen Sommer scheu angedeutet, dass Impresario Martin Sailer für politische Dinge Gespür hat. Wir muten ihm auch in den heiligen Hallen auf der St. Galler Pfalz glaubwürdige Auftritte zu. Er ist willens und fähig, den richtigen Ton aus der Klang- und Kulturwelt Toggenburg ins Parlament zu tragen.

Darum steht auf unseren Wahlzetteln der Name Martin Sailer doppelt. Wir freuen uns, wenn viele Frauen und Männer aus unserem Tal uns gleichtun.

Sylvia und Hans Ruedi Fischer-Lüthiy

Dösli-Weg 3, 9658 Wildhaus

Seriosität – ist das ein Erfolgsrezept?

In einer der letztwöchigen Ausgaben wurde in einem Leserbrief auf die Seriosität von gesetzteren Vertretern für den Kantonsrat hingewiesen. Die implizite Bitte oder Wahlempfehlung war spezifisch darauf ausgerichtet. Ehrlich, von dieser Seriosität halte ich gar nichts, warum soll ich eine Person, weil diese als seriös und gesetzt beschrieben wird, wählen? Eine Person, dessen einziges Aktivum zu scheint, genau dies zu sein. Was bringt unserer Region ein «gesetzter» Volksvertreter, der nur die Parolen seiner Partei wiedergibt. Wir brauchen aufmüpfige und unbequeme Leute, die auch immer wieder eingefahrene Schemata und Abläufe anprangern und hinterfragen. Denn nur das bringt uns weiter. Ich plädiere weiterhin und immer mehr dafür, junge, engagierte und wissensdurstige Personen zu wählen. Diesen Leuten gehört die Zukunft, solchen, die vorwärtsschauen und nicht rückwärtsgewandt reden und politisieren. Auch unserer ländlichen Bevölkerung bringt es nichts, «gesetztere» Leute zu wählen und dabei zu verharren und zu jammern. Vorwärtsschauen gilt, mit Mut und Zuversicht junge Kandidaten wählen. Alles was Ü60 ist, kommt bei mir nicht auf den Wahlzettel. (Ich gehöre auch dazu.)

Ruedi Bannwart, Ackerhusweg 9642 Ebnat-Kappel

Für die Kantonsratswahlen 2016 am Sonntag, 28. Februar, gelten bei den Leserbriefen unternehmensweit besondere Regelungen: Leserbriefe dürfen eine Länge von 1200 Zeichen, inklusive Leerschläge, nicht überschreiten. In der Unterschrift verzichtet die Redaktion auf die Bezeichnung «Kantonsratskandidat». Wie immer vor Wahlen und Abstimmungen werden ab dem Donnerstag davor, 2016 ist dies der 25. Februar, keine Leserbriefe mehr veröffentlicht (ausser in begründeten Ausnahmefällen).