Noch nie so wenig Rehe

Im Werdenberg und im Obertoggenburg gibt es weniger Rehe. Bisher war der Rehbestand vor allem vom Wetter und von der Jagd abhängig. Neu macht auch der Luchs seinen Einfluss geltend.

Katharina Rutz
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Im Obertoggenburg und Werdenberg ist der Rehbestand aktuell sehr tief. Dies zeigt sich auch in den tieferen Abschüssen durch die Jäger. (Bild: Urs Bucher)

Im Obertoggenburg und Werdenberg ist der Rehbestand aktuell sehr tief. Dies zeigt sich auch in den tieferen Abschüssen durch die Jäger. (Bild: Urs Bucher)

REGION. Rehe sind nicht nur bei den Jägerinnen und Jägern ein beliebtes Jagdwild, sondern auch die bevorzugte Beute des Luchses. Da der Luchsbestand in der Nordostschweiz höher ist, als von den Experten im Juli 2015 erwartet, scheint es nicht verwunderlich, dass der scheue Jäger im Obertoggenburg auch den Bestand an Rehen beeinflusst. Denn vor allem im Obertoggenburg ging die Anzahl Rehe im Vergleich zu früheren Jahren deutlich zurück. «Seit 1985 gab es noch nie so wenig Rehe», betont der Obertoggenburger Wildhüter Urs Büchler.

Dies würden sowohl die erfassten Zahlen der Bestandeserhebung als auch die Abschüsse zeigen.

Winter ist nicht schuld

«Auch im Werdenberg ist der Bestand rückläufig, und die Abschussvorgaben konnten nicht ganz erfüllt werden», sagt Wildhüter Silvan Eugster. Beide Wildhüter bestätigen, dass der Einfluss des Luchses auf den Rehbestand wahrscheinlich ist. «Wir hatten allerdings schon in früheren Jahren tiefe Rehbestände», so Büchler. «Doch konnte der Rückgang immer mit speziellen klimatischen Bedingungen erklärt werden.»

Schnee im Juni könne beispielsweise tödlich für die Rehkitze sein und sehr strenge Winter dezimierten den Rehbestand in der Regel ebenfalls. Damit lassen sich die aktuell tiefen Rehbestände im Werdenberg und Obertoggenburg allerdings nicht erklären. Im ganzen Kanton St. Gallen fiel der Rehabschuss im Jahr 2015 mit 3437 allerdings im Rahmen der Vorjahre aus (2014: 3576).

Mehr Hirsche und Wildschweine

Ein neuer Höchstabschuss konnte heuer bei den Wildschweinen verzeichnet werden. Mit 87 geschossenen Wildschweinen hat sich der Abschuss im Vergleich zu 2014 verdoppelt. Mit 739 geschossenen Hirschen wurden von dieser Tierart insgesamt 35 mehr erlegt als letztes Jahr.