Neubau definitiv beim Hotel Post

1192 Mitglieder der Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg nahmen am Freitag an der Generalversammlung teil. Dahin hatte sie nicht nur die Aussicht auf ein gelungenes Unterhaltungsprogramm gelockt. Sie wurden über die Zahlen von 2013 und den Neubau in Ebnat-Kappel informiert.

Martina Signer
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Urs Scheuber (links) tritt als Verwaltungsratspräsident zurück, bleibt dem Rat aber in der Baukommission erhalten. Sein Nachfolger ist Pius Eicher. (Bilder: Martina Signer)

Urs Scheuber (links) tritt als Verwaltungsratspräsident zurück, bleibt dem Rat aber in der Baukommission erhalten. Sein Nachfolger ist Pius Eicher. (Bilder: Martina Signer)

WATTWIL. Auf die wohl drängendste Frage – zumindest was die Mitglieder aus Ebnat-Kappel angeht – gab Urs Scheuber, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg, erst gegen Ende seines Jahresberichts eine Antwort. Wird der Neubau der Bankstelle in Ebnat-Kappel tatsächlich am jetzigen Standort des Hotels Post realisiert?

Abbruch beginnt im Juni

Ja, sie wird. In diesem Zusammenhang konnte Urs Scheuber einen positiven Stand des Projektes mitteilen: «Das Baugesuch für den Neubau der Geschäftsstelle im Zentrum von Ebnat-Kappel hat ein Etappenziel erreicht, die Baubewilligung liegt vor.» Derzeit finde die Detailplanung zu den weiteren Vorbereitungen sowie zum Baubeginn statt. Daraus gehe hervor, dass der Abbruch der Liegenschaft Hotel-Restaurant Post im Juni beginnt. «Mit diesem Neubau stehen wir zu der Geschäftsstelle in Ebnat-Kappel und auch zu den Arbeitsplätzen», so der Verwaltungsratspräsident. Die Ausgaben für den definitiven Kauf der Liegenschaft haben Auswirkungen auf die Abschreibungen für Sachanlagen, wie Urban Koller, Vorsitzender der Bankleitung, in der Vorlage der Jahresrechnung informierte. Die Abschreibungen erhöhen sich auf 493 000 Franken.

Nettozinsertrag erhöht

Urban Koller fasste sich in seinen Ausführungen zur Jahresrechnung kurz und informierte die anwesenden Mitglieder über ein erfreuliches, überdurchschnittliches Jahr. Bei den Kundenausleihungen verzeichnet die Bank ein Rekordwachstum von 30,9 Millionen Franken respektive sechs Prozent. Kredite und Hypotheken wurden im Umfang von 548 Millionen Franken gewährt. Und auch die Spargelder haben laut dem Vorsitzenden der Bankleitung um 2,5 Prozent zugenommen. Dies erachte er als grossen Vertrauensbeweis in die Führung der Bank. Ein weiterhin sehr tiefes Zinsniveau und der Konkurrenzdruck manifestierten sich in einer tiefen Zinsmarge. «Dank grossem Bilanzwachstum konnten wir jedoch den Nettozinsertrag auf rund 7,4 Millionen Franken erhöhen.» Im Bereich der Pensions- und Vorsorgeplanung hat die Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg in der Person von Rolf Brunner stark ausgebaut. Trotzdem bleibe der Personalaufwand auf einem stabilen Niveau. Eingeschlossen in den Personalaufwand sind auch die Aus- und Weiterbildungskosten der Mitarbeiter. Die stete Weiterbildung des Personal ergibt laut Urban Koller eine dreifache Win-Situation. Die Mitarbeiter verstehen die immer komplexer werdenden Bankgeschäfte, die Kunden profitieren von diesem Wissen und erhalten eine auf sie zugeschnittene Beratung und dies kommt wiederum der Bank zugute. Einen im Vergleich zu anderen Banken grösseren Ausgabeposten stellen Vergabungen und Sponsoringbeiträge an lokale und regionale Vereine dar. Dank einer vorsichtigen Kreditpolitik konnten rund 1,45 Millionen Franken den stillen Reserven zugewiesen werden. Der Reingewinn beträgt knapp eine Million Franken.

Wechsel im Verwaltungsrat

An der 102. Generalversammlung verlas Urs Scheuber seinen letzten Jahresbericht als Verwaltungsratspräsident. Er ging dabei auf die Inlandbanken als wichtige Stütze für die Schweizer Wirtschaft im aktuellen globalen Umfeld ein. Als drittgrösste Bankengruppe der Schweiz sei auch die Raiffeisenbank ein wichtiger Akteur für die Wirtschaft in unserem Land. Der Verwaltungsrat selbst habe sich intensiv damit beschäftigt, neue Weisungen und Reglemente im Bankwesen umzusetzen und einzuhalten.

Präsident der Baukommission

Obwohl Urs Scheuber am Freitag als Verwaltungsratspräsident zurücktrat, wird er dem Rat auch künftig noch erhalten bleiben. Und zwar in der Funktion des Baukommissionspräsidenten, bis der Neubau in Ebnat-Kappel fertiggestellt ist. Urs Scheuber hat, so Verwaltungsrat Pius Eicher, einiges miterlebt in seiner 25jährigen Zeit als Aufsichts- respektive Verwaltungsrat. Als Meilensteine hielt er unter anderem die Fusion mit den beiden Raiffeisenbanken Krinau 1999 und Ebnat-Kappel 2011, die Wahl zum Präsidenten des Verwaltungsrats 2003 und natürlich das Jubiläum 100 Jahre Raiffeisenbank in Wattwil fest. Pius Eicher war aus einem speziellen Grund ausgewählt worden, die Höhepunkte von Urs Scheubers Verwaltungsratszeit festzuhalten. Denn schliesslich stellte sich Pius Eicher am Freitag selbst als Nachfolger für den zurücktretenden Urs Scheuber zur Verfügung. Pius Eicher hat ursprünglich eine kaufmännische Ausbildung in der UBS gemacht und sich danach, unter anderem in Kreditsachbearbeitung, stetig weitergebildet. Schon seit 20 Jahren leitet er nun die Finanzabteilung der E. Weber AG in Wattwil. Pius Eicher wurde einstimmig gewählt. Ihre Demission hat hingegen Helen Lusti bekanntgegeben, die seit 1994 im Verwaltungsrat tätig war. Ihre letzte Amtshandlung war es, das Protokoll der 102. Generalversammlung zu verfassen.

Das Hotel Post soll einem Neubau der Raiffeisenbank Ebnat-Kappel weichen. Der Abbruch der Liegenschaft beginnt im Juni.

Das Hotel Post soll einem Neubau der Raiffeisenbank Ebnat-Kappel weichen. Der Abbruch der Liegenschaft beginnt im Juni.

Urs Scheuber, Baukommissionspräsident, Helen Lusti, scheidende Aktuarin, und Pius Eicher, neuer Verwaltungsratspräsident (von links).

Urs Scheuber, Baukommissionspräsident, Helen Lusti, scheidende Aktuarin, und Pius Eicher, neuer Verwaltungsratspräsident (von links).