Modernste Drucktechnologie besichtigt

Die Veranstaltungsreihe «Betriebe lernen einander kennen» führt den Industrieverein AR zur Appenzeller Druckerei in Herisau. Gutenberg wäre verwundert, bekäme er den heutigen Stand jener Entwicklung präsentiert, die er vor mehr als 550 Jahren anstiess.

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Geschäftsführer Markus Rusch (vorne) zeigt rund 50 Mitgliedern des AR Industrievereins die Appenzeller Druckerei. (Bild: pd)

Geschäftsführer Markus Rusch (vorne) zeigt rund 50 Mitgliedern des AR Industrievereins die Appenzeller Druckerei. (Bild: pd)

HERISAU. Der Entwicklungsstand in der Drucktechnologie brachte auch rund fünfzig Mitglieder des Ausserrhoder Industrievereins bei einer Besichtigung der Appenzeller Druckerei zum Staunen. Im Gebäude des einstigen Appenzeller Medienhauses an der Kasernenstrasse deckt die Appenzeller Druckerei praktisch alles ab, was im Printbereich an Aufträgen an sie herangetragen wird. Hochmoderne Technik versetzt sie dabei in die Lage, auch anspruchsvollsten Wünschen der Kundschaft gerecht zu werden. Druckmaschinen von teils imposanten Ausmassen führen aus, was in der Druckvorstufe Gestalt angenommen hat. Der jährliche Papierverbrauch beträgt rund tausend Tonnen.

Spezialist im LE-UV-Bereich

An vorderster Front hat sich die Appenzeller Druckerei im LE-UV-Druck eingereiht, ja, sie gilt als Pionierin bei der Einführung dieses Verfahrens, wie Geschäftsführer Markus Rusch darlegte. Auf der Homepage des Unternehmens – von der hauseigenen Web-Abteilung anderthalb.ch erstellt – heisst es: «Dieses Druckverfahren bietet unübersehbare Vorteile gegenüber dem konventionellen Offsetdruck – durch höhere Farbbrillanz und Kontrastwerte, durch höchsten Glanz bei Veredelungen und durch kürzere Lieferzeiten dank sofortiger Trocknung sowie mit einer umweltfreundlichen Energiebilanz.

In Ausserrhoden Fuss gefasst

Dass die innerrhodische Appenzeller Druckerei nunmehr auch über einen Standort in Herisau (und einen in Wattwil) verfügt, ist zurückzuführen auf die im August 2014 konkret gewordene Absicht der NZZ-Gruppe, in die das Appenzeller Medienhaus eingegliedert war, im Zuge einer Flurbereinigung den Druckbereich abzustossen. Nach einlässlicher Prüfung sei man bei der angefragten Appenzeller Druckerei zur Überzeugung gelangt, man müsse darauf eingehen, sagte Markus Rusch. «Wir planten ursprünglich eine Erweiterung unseres Betriebs in Appenzell durch einen Neubau. Mit der Möglichkeit, das Gebäude in Herisau mit den besseren logistischen Gegebenheiten zu übernehmen, konnten wir unsere Probleme lösen.»

Rechtlich getrennt

Der Betrieb in Herisau hat hier auch seinen Steuersitz und ist rechtlich von jenem in Appenzell, wo sich die Redaktion des «Appenzeller Volksfreunds» und die Web-Abteilung befinden, getrennt. Das Unternehmen beschäftigt 90 Mitarbeitende, darunter sechs Auszubildende. Letztes Jahr erreichte es einen Umsatz von 15 Millionen Franken und tätigte Investitionen von 800 000 Franken. Die Redaktion der «Appenzeller Zeitung» ist im Gebäude an der Kasernenstrasse eingemietet. (pd)