Mitarbeiter richtig führen

Der 7. Unternehmensspiegel Ostschweiz Appenzellerland der Fachhochschule St. Gallen stand ganz im Zeichen der Mitarbeiterführung. Verschiedene Gewerbevertreter sprachen über ihre Erfahrungen mit diesem Thema.

Jesko Calderara
Drucken
FHS-Rektor Sebastian Wörwag im Gespräch mit Albert Manser, Adrian Künzli und Ueli Manser. (Bild: cal)

FHS-Rektor Sebastian Wörwag im Gespräch mit Albert Manser, Adrian Künzli und Ueli Manser. (Bild: cal)

TEUFEN. «Mitarbeitende im Fokus» lautete das Schwerpunktthema des 7. Unternehmensspiegels Ostschweiz Appenzellerland der Fachhochschule (FHS) St. Gallen in der «Linde», Teufen. Am gutbesuchten Anlass diskutierten verschiedene Gewerbevertreter, Wirtschaftswissenschafter und Unternehmensführer zur Frage, wie Mitarbeiter die Freude an der Arbeit behalten. In seinen Begrüssungsworten ging der Stillstehende Innerrhoder Landammann Daniel Fässler wie bereits vor zwei Jahren auf die Masseneinwanderungs-Initiative ein. «Noch immer ist völlig unklar, wie diese umgesetzt werden soll.» Solche Unsicherheiten seien Gift für die Wirtschaft und erschwerten die Rekrutierung von ausländischen Fachkräften, sagte Fässler.

Fünf Erfolgsfaktoren

Für Roland Waibel, Professor für Unternehmensführung an der FHS St. Gallen, sind Mitarbeitende die nachhaltigste Quelle für unternehmerischen Erfolg. Seiner Ansicht nach sind fünf Prinzipien wichtig für gutes und richtiges Personalmanagement, unter anderem gegenseitiges Vertrauen. «In diesem Bereich sollten Arbeitgeber den ersten Schritt machen», empfahl Waibel den Anwesenden. Das zahle sich langfristig aus. Als weitere zentrale Punkte, die Einfluss auf die Arbeitsmotivation haben, nannte er Autonomie am Arbeitsplatz, schlanke Hierarchien, Freiräume, möglichst wenig Kontrollen und Wertschätzung. Unter solchen Bedingungen würden Mitarbeitende am ehesten ihr Bestes geben, so Waibel. Als positive Beispiele im Appenzellerland erwähnte er die Paul Grunder AG in Teufen, das Hotel Hof Weissbad und die Blumer Schreinerei AG in Waldstatt.

Vertrauen und Kontrolle

Am anschliessenden Podium unter der Leitung von FHS-Rektor Sebastian Wörwag schilderten drei Wirtschaftsvertreter ihre Erfahrungen zum Schwerpunktthema des Abends. Gemäss Ueli Manser, Direktor der Appenzeller Kantonalbank, besteht bei einer Bank ein Spannungsfeld zwischen der vorgegebenen Regeldichte und der Absicht, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Er pflege einen Führungsstil auf Augenhöhe, sagte Manser. Für Adrian Künzli, Präsident des Gewerbeverbands Appenzell Ausserrhoden, braucht es im Umgang mit Mitarbeitenden auch Kontrollen. «Wird das Vertrauen missbraucht, muss man als Chef handeln.» Auch die Rahmenbedingungen für das Gewerbe kamen zur Sprache. Seiner Meinung nach gebe es im Sozialbereich zu viele Auflagen, sagte Albert Manser. Der Präsident des Gewerbeverbands Appenzell Innerrhoden zeigte sich skeptisch gegenüber einem Vaterschaftsurlaub, wie er zurzeit in Ausserrhoden diskutiert wird. Im zweiten Teil des Podiums kamen Franz Fässler von der Metzgerei Fässler in Appenzell und Adrian Eichrodt, CEO der Geoinfo AG, zu Wort. Sie zeigten auf, was sie in ihren eigenen Betrieben unternehmen, um ein für die Mitarbeitenden motivierendes Arbeitsumfeld zu ermöglichen.