Mehr Autos wegen Euro

Auf der Achse Heiden–Wolfhalden wurde im letzten Jahr ein überdurchschnittlicher Verkehrszuwachs registriert. Als Grund wird der Einkaufstourismus ins Vorarlberg vermutet.

Roger Fuchs
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AUSSERRHODEN. Über den gesamten Kanton Appenzell Ausserrhoden betrachtet hat der Strassenverkehr im Jahr 2015 um durchschnittlich 0,4 Prozent zugenommen. Dies ist gemäss Kantonsingenieur Urban Keller weniger als in den Vorjahren. Ähnlich wie im gesamtschweizerischen Schnitt stieg in den vergangenen Jahren jeweils auch in Ausserrhoden der Verkehr um 1 bis 1,5 Prozent an. Dass dies letztes Jahr nicht der Fall war, könnte gemäss Keller auf das Wetter zurückzuführen sein. Es sei im Herbst weniger oft vorgekommen, dass unten Nebel lag und oben die Sonne schien. Auch Schneesportler brauchten nicht ins Appenzellerland zu fahren. Sowohl unten wie oben war es im vergangenen Jahr lange Zeit grün.

Auch Zollämter spüren es

Besonders augenfällig bei der neusten Statistik ist der Mehrverkehr auf der Achse Heiden–Wolfhalden. 5,6 Prozent mehr Autos wurden dort im vergangenen Jahr registriert. Wie Urban Keller sagt, dürfte der Grund im aufgehobenen Mindestkurs und in der grenznahen Lage zu finden sein. Dies würde auch die Tatsache untermauern, dass von Januar auf Februar 2015 sogar ein Sprung um fast zehn Prozent registriert worden sei. Das war kurz nach dem Fall des Euromindestkurses.

Des weiteren weiss Urban Keller, dass auch die Zollämter Au, St. Margrethen und Diepoldsau einen überdurchschnittlichen Anstieg verzeichneten. In Diepoldsau sei das höchste Verkehrsaufkommen am 28. Februar gemessen worden. «Das gibt es sonst nie», so Keller und weist darauf hin, dass die stärksten Monate an den Zollämtern sonst immer im Sommer seien.

Minime Abnahme in Herisau

Im Verkehrsraum Herisau nahm der Verkehr insgesamt um 0,1 Prozent ab, auf der Achse Herisau–Gossau sogar um 1,9 Prozent. Hier hätten insbesondere die Sanierung des Knotens Kreuzweg, die Teilsperre der Schützenstrasse und die Bauarbeiten im Winkler-Stich zu Veränderungen der Fahrwege geführt. Der Verkehrszähler in Urnäsch wurde bei einem Verkehrsunfall demoliert, so dass dort genaue Werte fehlen

Alles in allem gibt sich Urban Keller überzeugt, dass die Ausserrhoder Strassen den hiesigen Verkehr gut schlucken können. Kapazitätsprobleme gäbe es einzig und allein im Raum Herisau und dort insbesondere auf der Alpsteinstrasse. Bahnübergänge, Ampelanlage oder auch die Siedlungsstruktur mit vielen Zufahrten zu Häusern nennt Keller als Erklärungen. Staus von Teufen in Richtung St. Gallen hätten damit zu tun, dass der Flaschenhals in St. Gallen bis weit zurück wirke.