LICHTENSTEIG: Mit allen Sinnen Seifen rühren

Astrid Niggs Werkstatt duftet wie ein Rosengarten und ein Zitronenhain gleichzeitig. Was den Besucher an Wellness erinnert, ist für sie tägliche Arbeit: Astrid Nigg produziert die Toggenburger Naturseifen.

Mirjam Bächtold
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Für die Peelingseife rührt Astrid Nigg Toggenburger Heu zur Seifenmasse. (Bild: Mirjam Bächtold)

Für die Peelingseife rührt Astrid Nigg Toggenburger Heu zur Seifenmasse. (Bild: Mirjam Bächtold)

LICHTENSTEIG. Sie tragen verführerische Namen wie «Luxüssli», «Le Figaro» und «Chlinä Prinz». Und sie machen ihren Namen alle Ehre: Die Toggenburger Naturseifen duften in Astrids Niggs Werkstatt in Lichtensteig um die Wette. Nach Rosen, Lavendel, Zitronen und Kokosnuss.

Wenn Astrid Nigg die Seifen herstellt, riecht es in der Werkstatt noch intensiver. Sie misst mit einer Pipette ätherische Öle ab und tröpfelt sie in einen Glaszylinder mit Mandelöl. Für die Heublumen-Peeling-Seife, die sie heute produziert, braucht es unter anderem frische Duftnoten wie Zitrone, Grapefruit und Verbena, aber auch erdige Töne wie Weihrauch und Zedernholz. «Wenn ich die ätherischen Öle mische, verflüchtigen sich die Düfte weniger schnell», erklärt Astrid Nigg.

Als Hobby begonnen

Die Lauge hat Astrid Nigg schon vorbereitet und abkühlen lassen, denn beim Mischen vom Natriumhydroxid mit dem Wasser wurde die Lauge durch die chemische Reaktion etwa 80 Grad warm. Astrid Nigg rührt die Seifen im Kaltverfahren, weil das schonender ist. Sie mischt Kokosfett, Kakaobutter, Olivenöl, Rizinusöl, Rapsöl und Leinöl miteinander und rührt dann die Lauge darunter. Das Mandelöl mit den Düften gibt sie erst später dazu. Jetzt heisst es 20 Minuten lang rühren.

Astrid Nigg stellt seit etwa zwölf Jahren kaltgerührte Naturseifen her. «Damals war ich Mutter und Hausfrau, wir hatten zudem noch Ziegen, ich war also ans Haus gebunden und suchte eine Tätigkeit, die ich auch zu Hause ausüben konnte», sagt sie. In Österreich besuchte sie einen Kurs zur Seifenherstellung und dann liess es sie nicht mehr los. Sie begann, eigene Rezepte zu kreieren, tüftelte in ihrer Werkstatt mit Düften und Ölen und produzierte Seifen für ihre Familie und Freunde.

«Irgendwann wussten wir nicht mehr, wohin mit all den Seifen. Also begann ich, sie auf Märkten zu verkaufen, wo sie sehr gut ankamen.»

Toggenburger Rohstoffe

Die Masse, in der Astrid Nigg rührt, wird immer dickflüssiger. Ein bisschen sieht sie aus wie eine Kürbissuppe. Jetzt ist der Moment gekommen, das Mandelöl mit den Duftölen unterzurühren. Damit es eine Peelingseife wird, leert sie zudem Mohnsamen, Fleur de Sel und eine Schüssel voll Toggenburger Heu in die Seifenmasse.

Wo es geht, benutzt Astrid Nigg Rohstoffe aus der Region, etwa den Honig und die Schafmilch für die Milch-Honig-Seife oder die Fichtennadeln, die Kräuter und die Gänseblümchen. «Ich verwende nur natürliche Rohstoffe, damit die Seifen gut biologisch abbaubar sind.» Jetzt ist die Seifenmasse bereit für das Abfüllen. In den Formen wird die Masse in den nächsten 24 Stunden hart. Danach kann Astrid Nigg sie schneiden, muss sie dann aber nochmals etwa sechs bis acht Wochen trocknen lassen, bis sie zum Verkauf bereit sind.

Tüfteln für neue Seifen

Seit zwei Jahren kann Astrid Nigg von der Seifenproduktion leben. Neben dem Verkauf gibt sie auch Kurse, die sehr gut laufen. Als gelernte Coiffeuse war sie ihr gesamtes Berufsleben selbständig und geniesst es auch jetzt, ihre eigene Chefin zu sein. «Ich liebe alles an meiner Arbeit: Die Herstellung ist sehr sinnlich und kreativ, ich schätze aber auch den Kontakt zu den Kunden und Kursteilnehmern.»

Es gefällt ihr aber auch, neue Ideen auszuprobieren und neue Seifen zu kreieren. Zurzeit tüftelt sie an einer Sanddorn-Seife, die sie ins Sortiment nimmt, wenn das Ergebnis sie überzeugt.

www.toggenburger-naturseifen.ch