LICHTENSTEIG: Gasthaus Köbelisberg fast fertig umgebaut

Das Gasthaus Köbelisberg wurde für etwas mehr als eine halbe Million Franken umgebaut und modernisiert. Die Wirtefamilie hat jetzt einen Rückzugsort. Die getäferte Gaststube blieb erhalten.

Martin Knoepfel
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Das neue Massenlager des Gasthauses Köbelisberg. (Bild: PD)

Das neue Massenlager des Gasthauses Köbelisberg. (Bild: PD)

Martin Knoepfel

martin.knoepfel@toggenburgmedien.ch

Der Umbau des Berggasthauses Köbelisberg ist fast abgeschlossen. Das zeigte kürzlich ein Besuch. Das beliebte Lokal gehört der Ortsgemeinde Lichtensteig. Die Masten der Stromleitung müssen zwar noch abgebaut werden. Das geschieht im Herbst. Die Leitung wird unter die Erde verlegt, um Unterhaltskosten zu sparen. «Innerhalb von acht Jahren mussten fünf oder sechs Masten ersetzt werden. Das war jedes Mal ein Tag Arbeit für die Monteure der SAK», erinnert sich Wirt Peter Wohlgensinger. Die Bürgerversammlung der Ortsgemeinde hatte im September 2016 für den Umbau und die Sanierung des Gebäudes Kredite von rund 550 000 Franken bewilligt.

«In erster Priorität wurden der Wohnbereich der Pächterfamilie saniert. Zweite und dritte Priorität hatten der Gästebereich und der Dachstock», erklärt Peter Hüberli, Präsident der Ortsgemeinde. Die Wirtefamilie erhielt eine geräumige Wohnküche, dort, wo früher das Massenlager war. Zugleich wurde die Veranda wärmetechnisch isoliert. Früher war die Veranda bei kaltem Wetter wegen des Durchzugs nicht benutzbar. Das Dach wurde vollständig gedämmt.

Massenlager in die Scheune eingebaut

Das neue Massenlager mit zwölf Schlafplätzen wurde in die Scheune eingebaut, dort, wo früher der Stall war. Man habe überlegt, das Massenlager auf 20 Plätze zu vergrössern, sagt Peter Hüberli. Dann habe sich gezeigt, dass die Quelle, die den «Köbelisberg» mit Wasser versorgt, zu wenig ergiebig ist. Man müsste Wasser von Wattwil heraufpumpen. Das wäre zu teuer. Aus dem gleichen Grund wurden keine Duschen eingebaut. Solche brauchte es laut Peter Wohlgensinger bisher nicht, da die Gäste im Massenlager nur eine Nacht verbringen. Ganz abgesehen davon reichten zehn bis zwölf Plätze meistens.

Im Restaurant wurden laut Peter Hüberli immer wieder Verbesserungen vorgenommen, sodass der Sanierungsbedarf klein war. Ein neuer professioneller Herd wurde eingebaut. «Wir versuchen, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir haben auch geschaut, was die Liegenschaft braucht. Es gibt aber keinen Zeitplan für weitere Bauvorhaben», sagt Peter Hüberli.

Im Estrich baute man ein Arbeits- und Spielzimmer für die Wirte­familie ein. Neu ist Stückholzfeuerung. Früher wurde von einem kleinen Ofen in der Küche geheizt. «Man musste nach vier Stunden aufstehen und Holz nachlegen. Dann konnte man wieder schlafen gehen», sagt Peter Wohlgensinger. «Heute haben die Gäste höhere Ansprüche. Wenn sie kommen, wollen sie es warm haben.» Da das Haus besser isoliert ist, braucht es jetzt weniger Holz. Die Westfassade musste jedoch saniert werden. «Die Bausubstanz des Hauses ist nach Auskunft des Architekten gut», sagt Peter Hüberli. Dach und Fenster seien vor einigen Jahren erneuert worden.

Wohnbereich und Massenlager getrennt

«Aus der Sicht des Pächters ist der Umbau gelungen. Es gibt nichts, was ich grundlegend anders machen würde», sagt Peter Wohlgensinger. «Die Familie hat jetzt einen Rückzugsort. In einem Neubau könnte man vielleicht effizienter arbeiten. Die Atmo­- sphäre wäre aber nicht mehr die gleiche.» Der Wirt ist sicher, dass viele Gäste wegen des speziellen Charmes des Hauses kommen. Der «Köbelisberg» ist nach dem Vorbild eines Berner Chalets erbaut. Der Boden der Gaststube schwingt zwar unter den Schritten der Menschen, aber das stört Peter Wohlgensinger nicht, solange die Statik stimmt. «Etwas speziell» sei, dass das Restaurant nur eine einzige Geschirrwaschmaschine habe.

Der Wohnraum der Wirtefamilie und das Massenlager sind nun getrennt. Vor dem Umbau war das Lager im ersten Stock neben der Wirtewohnung. «Gäste im Massenlager störten abends die Wirtefamilie und diese die Gäste am frühen Morgen. Es gibt eine Nachfrage nach dem Massenlager, etwa für Übernachtungen nach Polterabenden. Es gibt zunehmend Polterabende von Frauen», sagt Peter Wohlgensinger. Er hat auch selber Verbesserungen vorgenommen, den Spielplatz vergrössert und neue Spielgeräte aufgestellt. Der Spielplatz ziehe Gäste mit Kindern an, ist er überzeugt. Vor kurzem wurde die «Chügeli-Bahn» eingeweiht, die mit Hilfe von Kiwanis Wattwil-Toggenburg erstellt wurde (Bericht in der Ausgabe vom 14. Juni).