«Licht ins Spitalverbund-Dunkel bringen»

Svar-Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth und Landammann Matthias Weishaupt nehmen morgen an einem Podium der FDP teil. Dabei geht es um die Spitalstandorte Herisau und Heiden.

Jesko Calderara
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Matthias Weishaupt Landammann (Bild: mc)

Matthias Weishaupt Landammann (Bild: mc)

Seit Monaten sorgt der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (Svar) für Schlagzeilen. Zu diesem zurzeit dominierenden Thema im Kanton organisiert die FDP AR ein öffentliches Podium. Morgen Donnerstag um 19 Uhr stellen sich im Lindensaal in Teufen Svar-Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth, Gesundheitsdirektor Matthias Weishaupt und Roger W. Sonderegger vom Institut für Systemisches Management und Public Governance der Universität St. Gallen den Fragen von Moderator Hanspeter Spörri.

«Uns geht es um das Wohl des Spitalverbundes», sagt FDP-Kantonalpräsidentin Monika Bodenmann-Odermatt. Die Freisinnigen wünschten sich eine sachliche und faire Suche nach Lösungen, nicht nach Schuldigen. Die FDP wolle die Schlüsselpersonen, welche im Augenblick auch in der Öffentlichkeit häufig zitiert und kommentiert würden, zu Wort kommen lassen, sagt Bodenmann-Odermatt. «Im Kantonsrat war am Montag von mangelnder Führung und einer fehlenden Strategie die Rede.»

Die FDP-Präsidentin erwartet vom Podium, dass es etwas «Licht ins Dunkel bringt». Konkret soll die Diskussion mehr Klarheit über die komplexen Zusammenhänge von Kompetenzen, gesetzlichen Grundlagen, Finanzierung, Strategie und Massnahmen bringen.

Ebenfalls zum Thema Spitalverbund und zur Zukunft des Spitals Heiden veranstaltete die lokale FDP-Ortspartei kürzlich ein Podium. Der ehemalige Chefarzt und heutige Svar-Verwaltungsrat Othmar Kehl betonte, dass die geplanten Massnahmen den Spitalstandort Vorderland langfristig sichern würden. Als Gründe für die Defizite nannte er die sinkenden Fallzahlen in der Chirurgie (vor allem in Heiden), tiefere Kantonsbeiträge für gemeinwirtschaftliche Leistungen und höhere Personalkosten (durch das Arbeitsrecht bedingter Personalausbau).

Kooperation bringt beiden Kliniken Mehrwert

Laut Kehl wird auch für das Spital Herisau eine Strategie ausgearbeitet. Am vordringlichsten wäre aber das Spital Heiden, zumal dort mit einem guten Partner vor Ort, der Klinik Hirslanden am Rosenberg, Kooperationsmöglichkeiten bestünden. Die Referenten waren sich einig, dass die hohe Anzahl Kantons- und Privatspitäler im beschränkten Einzugsgebiet sowie die Tendenz, auswärtige Spezialisten aufzusuchen, den Kostendruck verschärften. Trotzdem müsse man sich fragen, wie viel das Spital Heiden der Bevölkerung wert sei. Ein gezielter Abbau im Vorderland, nur um das Spital Herisau zu sichern, wäre inakzeptabel, so die Meinung der Anwesenden. Der Direktor der Hirslanden Klinik Heiden, Alex Rohner, zeigte sich überzeugt, dass eine sinnvolle Kooperation beiden Kliniken Mehrwert bringen werde.