Leichtathletik
«Simon, du bisch eh de Hammer»: Der Ausserrhoder Überflieger wird für seine EM- und WM-Medaillen gefeiert

6263 Punkte, 8,16 Meter, 8468 Punkte: WM-Silber im Siebenkampf in der Halle, WM-Bronze im Weitsprung, EM-Silber im Zehnkampf. Für diese beeindruckenden Leistungen wird der Ausserrhoder Leichtathlet Simon Ehammer in Teufen geehrt.

Mea McGhee
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Regierungsrat Alfred Stricker überreichte Simon Ehammer eine Ausserrhoder Flagge.

Regierungsrat Alfred Stricker überreichte Simon Ehammer eine Ausserrhoder Flagge.

Bild: Mea McGhee

Persönliche Bestleistungen, nationale Rekorde, Medaillen an internationalen Titelkämpfen: Es gibt viele Gründe, dem Ausserrhoder Zehnkämpfer Simon Ehammer in Teufen einen grandiosen Empfang zu bereiten.

Mehrere hundert Gäste aus der Bevölkerung, aus Sport und Politik begrüssen den Überflieger der Leichtathletik am Donnerstag im Lindensaal mit stehenden Ovationen. «Wir können auf magische Momente schauen, die uns Simon seit dem März bereitet hat», sagte Bruno Höhener, Präsident des TV Teufen, Ehammers Verein.

Er springt weiter, als die Bühne lang ist

Mit seiner Bestleistung im Weitsprung von 8,45 Metern springt der 22-Jährige weiter, als die Bühne lang ist, auf der die Musikgesellschaft Stein – inklusive Ehammers Eltern und Geschwister – aufspielte. Der Athlet selbst war früher Aktivmitglied des Vereins, ehe er voll auf den Sport setzte.

Simon Ehammer wird mit stehenden Ovationen begrüsst.

Simon Ehammer wird mit stehenden Ovationen begrüsst.

Bild: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE

Regierungsrat Alfred Stricker, der «Ausserrhoder Sportminister» und wie Ehammer aus Stein, würdigte die Leistungen des Zehnkämpfers in zehn Punkten. Seine Kombination aus Appenzellerland mütterlicherseits und Österreich väterlicherseits sei «eh de Hammer». Der Vorsteher des Departements Bildung und Kultur lobte das Umfeld des Sportlers mit dem ersten Verein TV Herisau, TV Teufen und Sportschule Appenzellerland:

«Das ist ein höchst professioneller Mikrokosmos.»

Das Umfeld habe ihn weit gebracht, und die Höhenluft seines Wohnortes Gais habe ihn auf ein neues Niveau gehoben. «Vom schnellsten Steiner an die Weltspitze, eine unglaubliche Linie.» Ehammer sei ein ungestümer Kämpfer, ein eloquenter Star und ein Botschafter des Appenzellerlandes. Als Präsent überreichte Alfred Stricker eine Ausserrhoder Fahne, er sei seit der EM in München ja geübt im Umgang mit Flaggen.

Ehre für den Innen- und den Aussenminister

Hans Höhener, Präsident der Sportschule Appenzellerland, nannte noch einmal alle Leistungen, die Simon Ehammer dieses Jahr erbracht hat. Auf der Leinwand wurden TV-Beiträge und Fotos gezeigt. Schliesslich bat Höhener René Wyler, Geschäftsleiter der Sportschule Appenzellerland, und dessen Bruder, Karl Wyler, Trainer und Betreuer des TV Teufen, unter grossem Applaus auf die Bühne. Sie seien der Innenminister und der Aussenminister in Ehammers Betreuerteam, zu dem weitere Trainer, Physiotherapeutin, Medical-Staff und Manager gehören. Und was ist das Erfolgsrezept? René Wyler sagte:

«Wir sind miteinander gewachsen. Simon ist ein Rennpferd, konsequent im Training, ein harter Arbeiter und brutal ehrgeizig.»
René und Karl Wyler betreuen Simon Ehammer seit vielen Jahren.

René und Karl Wyler betreuen Simon Ehammer seit vielen Jahren.

Bild: Mea McGhee

«Du bist ein Gewinn für jede Swiss-Athletics-Delegation und ein grosses Vorbild», lobte Philipp Bandi, Chef Leistungssport des Verbandes Swiss Athletics. Zu den Gratulanten gehörten auch Hanspeter Jud, Mitglied des Zentralvorstandes des Schweizerischen Turnverbandes sowie Christian Giger, Präsident des Appenzellischen Turnverbandes.

Simon Ehammer war einst Mitglied der Musikgesellschaft Stein, die am Empfang aufspielte.

Simon Ehammer war einst Mitglied der Musikgesellschaft Stein, die am Empfang aufspielte.

Bild: Mea McGhee

In einem Zusatzakt wurden weitere, an internationalen Titelkämpfen erfolgreiche Athletinnen und Athleten des TV Teufen geehrt: Jenice Koller, und Cédric Deillon (beide Teilnehmer der U18-EM) sowie Andrin Huber, Teilnehmer der U20-WM. Im Anschluss waren alle Gäste zu einem Imbiss geladen.

Auch ein Empfang in Gais

Am Freitagabend folgt für Simon Ehammer bereits der nächste Empfang: diesmal in seiner Wohngemeinde Gais. Er sagt, das sei nicht selbstverständlich und freue ihn sehr, wohne er doch erst seit November dort. Zum Empfang in Teufen sagte er:

«Ich bin überwältigt und überrascht, wie viele Leute hier sind. Diese grosse Wertschätzung freut mich riesig.»
Jenice Koller, Cédric Deillon und Andrin Huber wurden ebenfalls geehrt.

Jenice Koller, Cédric Deillon und Andrin Huber wurden ebenfalls geehrt.

Bild: Mea McGhee