Kultur
Auf Schatzsuche oder Schnitzeljagd mit dem «Herisäuli»: Neue Angebote anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums des Museums Herisau

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Museums Herisau lanciert der Trägerverein drei neue Angebote in- und ausserhalb des Museums.

Ramona Koller
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Das «Herisäuli» begleitet die Interessierten auf der digitalen Schatzsuche.

Das «Herisäuli» begleitet die Interessierten auf der digitalen Schatzsuche.

Grafik: Museum Herisau

Am Wochenende feiert das Museum Herisau sein 75-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Feierlichkeiten werden auch die neuen Aktivitäten für Kinder und Erwachsene in- und ausserhalb des Museums vorgestellt. Um die neuen Angebote zu nutzen, wird ein Smartphone mit Internetzugang benötigt.

Ingrid Brühwiler ist Präsidentin des historischen Vereins Herisau und Umgebung, welcher das Museum Herisau betreibt. Das neue Projekt «Innen und Aussen» sei für sie eine Profilstärkung und Sichtbarmachung des Museums als Kompetenzzentrum für Sachkultur sowie für die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte von Appenzell Ausserrhoden mittels digitaler Elemente. Das Projekt gliedert sich in drei Teilprojekte.

Actionbound: Unterwegs mit dem «Herisäuli»

Beim Actionbound handelt es sich um eine digitale Schatzsuche, bei welcher auf einem realen Weg ähnlich wie bei einem Foxtrail Quizfragen, Aufgaben und interaktive Wegweiser zu finden sind. Die dazugehörige App kann auf das Smartphone heruntergeladen werden. Im Museum und auf Tafeln bestehender Kulturwege wie dem Robert-Walser-Pfad und dem Kulturpfad Herisau wie auch auf neuen Tafeln soll Wissenswertes zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte sowie zur Sachkultur von Appenzell Ausserrhoden vermittelt werden.

Die Rundgänge, auch «Bounds» genannt, sind laut der Website der App weltweit zu finden. Jene in Herisau richten sich an Interessierte jeden Alters, wie Brühwiler erklärt: «Die Quizfragen wurden so konzipiert, dass es der ganzen Familie Spass macht.» Der Herisauer «Bound» umfasst zwölf Stationen. Um die knapp sieben Kilometer lange Strecke zu absolvieren, werden zwischen zweieinhalb und drei Stunden benötigt.

Die Rahmenhandlung mit dem «Herisäuli» und den entsprechenden Illustrationen durch Katrin Dageför eigne sich laut Brühwiler speziell für Familien, Schulklassen und Vereinsaktivitäten mit Kindern bis zwölf Jahren. Auf der Wegstrecke sind zudem zwei Grillstellen zu finden. Der Actionbound wird während des Jubiläumsanlasses vom 24. September online gestellt.

Geocaching: Auf digitaler Schnitzeljagd mit dem Smartphone

Mit den GPS-Daten und dem Smartphone sollen die verschiedenen Geocaches gefunden werden.

Mit den GPS-Daten und dem Smartphone sollen die verschiedenen Geocaches gefunden werden.

Symbolbild

Ein weiterer Teil des Projekts sind zehn Geocaching-Stationen in und um Herisau. Diese finden sich vorwiegend entlang des Robert-Walser-Pfads. Beim Geocaching handelt es sich um eine GPS-Schnitzeljagd, bei welcher Verstecke, sogenannte Caches, anhand geografischer Koordinaten mit einem Smartphone gesucht werden müssen. Ein Cache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie häufig auch verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Nach dem Eintrag ins Logbuch wird der Cache an derselben Stelle wieder versteckt.

Die Caches des Museums Herisau finden sich an den verschiedensten Orten. Beispielsweise unter einem Pflasterstein, auf der Rückseite eines Verkehrsschilds oder in einem Fake-Vogelhäuschen. Entlang des Robert-Walser-Pfads laden zudem Sitzbänkli zum Verweilen ein. «Dort soll es keine Posten geben, aber Kisten mit Büchern von und über Robert Walser oder teilweise Geschenkstücke/Erinnerungen», erklärt Brühwiler.

Neue Webpage: Digitale Zusätze und QR-Codes im Museum

Der dritte Teil des Projekts ist die neue Webpage, die zusätzliche Inhalte zur Ausstellung, wie beispielsweise Forschungsresultate, zugänglich machen soll. Im Museum können mit dem Smartphone QR-Codes gescannt und so Aufgaben, Rätsel oder zusätzliche Informationen abgerufen werden.

Neu können ausgewählte Objekte aus der Sammlung digital entdeckt werden, einige sogar in 360-Grad-Ansicht. Die Fotos wurden mit einem Steckbrief und einer Beschreibung ergänzt. Die ausgewählten Objekte im Museum sind mit einem QR-Code versehen. Hinter diesen verbergen sich auf nicht durch Google indexierten Seiten zusätzliche Infos in Text-, Bild-, Ton- oder Videoform. «Die Auswahl der ersten Objekte, welche mit QR-Codes versehen werden, ist geschehen, ebenso die Erstellung dieser Inhalte», sagt Brühwiler zum aktuellen Stand des Teilprojekts.

Ein QR-Code befindet sich beispielsweise beim Phonographen von Edison, welcher im Museum steht und nur durch den Kurator bedient werden darf. Mit Hilfe des Codes kann das Gerät jederzeit auf dem Smartphone in Betrieb genommen werden. Ein anderer QR-Code befindet sich beim Verlobungsring von Mina Engler, der in der originalen Schmuckschatulle ausgestellt wird. Durch den QR-Code wird man zu einem vertonten Ausschnitt aus ihrem Tagebuch geleitet, in dem sie von ihrer Verlobung 1901 erzählt.

Jubiläumsprogramm am Samstag

Am Samstag um 11 Uhr beginnt der Anlass mit der Begrüssung durch Ingrid Brühwiler, Regierungsrat Alfred Stricker und Gemeinderat Glen Aggeler. Musikalisch begleitet werden die Feierlichkeiten durch Defin Balzarek. Ab 11.30 Uhr findet der Jubiläumswettbewerb statt. Für die Verpflegung sorgt die Wyburg Herisau. Um 13.15 Uhr werden die neuen Angebote präsentiert, bevor um 16 Uhr die Preisverleihung des Wettbewerbs erfolgt. (rak)