Kühe drinnen und draussen

In Teufen sind gestern an der Viehschau auf dem Zeughausplatz die schönsten und besten Kühe prämiert worden. Doch auch im Zeughaus war die Kuh Thema – in Francesco Bonannos Kunstausstellung.

Larissa Flammer
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Francesco Bonanno hat für seine Kunst die Kuh als Sujet gewählt. LSF (Bilder:)

Francesco Bonanno hat für seine Kunst die Kuh als Sujet gewählt. LSF (Bilder:)

In Teufen drehte sich gestern alles um das populärste Tier im Appenzellerland: die Kuh. Auf dem Zeughausplatz hielt die Viehzuchtgemeinschaft Teufen die alljährliche Braunviehschau ab. Doch die Kühe hatten auch den Weg ins Zeughaus gefunden. Allerdings nicht in Fleisch und Blut, sondern als Kunst auf verschiedenen Oberflächen. Der St. Galler Künstler und Maler Francesco Bonanno ist dort mit einer Ausstellung zu Gast.

Bonanno ist in Sizilien und im Appenzellerland aufgewachsen. Er hat sich die Kuh als sein Sujet und damit als Markenzeichen ausgesucht. Mit einer Schablone, die er wie einen Stempel benutzt, malt er die Umrisse einer Kuh auf verschiedene Unterlagen. In der Kuh sind ihre Schlachtteile eingezeichnet – das passende Motiv für Bonannos Kunstgalerie Macelleria d'Arte (Kunstmetzgerei), die er vor bald 30 Jahren in einer ehemaligen Metzgerei in St. Gallen gegründet hat.

«Ich bin zum ersten Mal an einer Viehschau»

Die Idee für die Ausstellung im Zeughaus anlässlich der Viehschau kam Bonanno zusammen mit Kurator Ulrich Vogt. Der Gedanke dahinter war laut Vogt, die Menschen, die zahlreich an die Viehschau kommen, auch ins Museum zu locken. «Es waren einige Leute hier, die sonst nie ins Museum kommen», sagte Vogt. Die Ausstellung werde aber nicht gerade überrannt. Die Bauern seien halt wegen ihrer Kühe hier.

Bonanno seinerseits blieb gestern nicht im Museum bei seiner Kunst. Bei prächtigem Herbstwetter mischte er sich unter die Landwirte, ihre Kühe und die Besucher. «Ich bin das erste Mal an einer Viehschau», sagte der Künstler und zeigte sich begeistert über die Kuh mit der höchsten Lebensleistung. «Bereits 75 000 Kilogramm Milch hat die gegeben!» Und da keine Unterlage vor seiner Kunst sicher ist, druckte er dem Tier mit dem Einverständnis des Bauern eine kleine weisse Kuh auf die Seite. «Mit abwaschbarer Farbe», wie er versicherte.

Dokumentarfilm über Viehschau und Ausstellung

Bereits als am Vormittag die Kühe auf den Zeughausplatz auffuhren, war Bonanno vor Ort. Und er blieb, bis die Landwirte mit ihren Tieren wieder den Heimweg antraten. An seiner Seite waren die ganze Zeit über zwei Kameramänner, die auf seinen Auftrag hin für einen Dokumentationsfilm über die Ausstellung und die Viehschau Aufnahmen machten. Bonanno wünscht sich, dass der Film in der Sendung Kulturplatz von SRF gezeigt wird. «Ich hatte bereits telefonisch Kontakt mit den Verantwortlichen. Wenn die Qualität gut ist, nehmen sie es.» Er wird den Film auch selber verbreiten. «Es war sehr spannend. Ich wusste nicht, was mich erwartet und was sich daraus machen lässt», sagte Bonanno.

«Es ist mir eine Ehre, anlässlich der Viehschau hier auszustellen», so der Künstler. Kurator Ulrich Vogt sagte: «Eine Kuh hat zwei Wertsysteme: Einerseits die messbare Komponente, wie viel Milch und Fleisch sie gibt. Andererseits die ästhetische Komponente, wie sie an der Viehschau und hier in der Ausstellung im Zentrum steht.» Noch bis am 2. Oktober bleibt die Ausstellung in Teufen.

Der Muni wiegt 1042 Kilogramm.

Der Muni wiegt 1042 Kilogramm.

Mehrere Schulklassen besuchten die Schau. Die Strohburg und ein Streichelzoo boten Unterhaltung.

Mehrere Schulklassen besuchten die Schau. Die Strohburg und ein Streichelzoo boten Unterhaltung.

Kuh auf Kuh: Bonanno druckte dem Tier sein Motiv auf.

Kuh auf Kuh: Bonanno druckte dem Tier sein Motiv auf.

Bis am 2. Oktober ist die Ausstellung im Zeughaus Teufen zu sehen.

Bis am 2. Oktober ist die Ausstellung im Zeughaus Teufen zu sehen.