Kriminalität
«Das hatten wir noch nie zuvor bei uns in Appenzell Ausserrhoden»: Die Kantonspolizei zu den Raubüberfällen in Herisau

Vergangenen Samstag wurden in Herisau ein Kiosk und ein Detailhandelsgeschäft von bewaffneten Tätern überfallen. Noch laufen die Ermittlungen. Von einem generellen Anstieg der Kriminalität will die Kantonspolizei aber nicht sprechen.

Malena Widmer
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Aufnahme des Täters vom Raubüberfall am 13. Oktober in dem Tankstellenshop in Herisau.

Aufnahme des Täters vom Raubüberfall am 13. Oktober in dem Tankstellenshop in Herisau.

Bild: Kapo AR

Am Samstagmorgen betritt ein maskierter Mann ein Detailhandelsgeschäft an der Cilanderstrasse in Herisau. Er bedroht eine Mitarbeiterin mit einem Messer und fordert Bargeld aus der Kasse. Sobald er sein Ziel erreicht und das Geld verstaut hat, flüchtet er.

Am Nachmittag desselben Tages droht ein maskierter Mann der Kioskverkäuferin an der Kasernenstrasse in Herisau ebenfalls mit einem Messer. Wiederum fordert er die Herausgabe von Bargeld und flüchtet kurz darauf mit mehreren hundert Franken. Und auch schon vor zwei Wochen ist es zu einem ähnlichen Überfall gekommen: am 13. Oktober in einem Tankstellenshop in Herisau.

Ein Novum im Kanton

Von einem generellen Anstieg der Kriminalität will die Kantonspolizei aber nicht sprechen. Anton Sonderegger, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden, sagt:

«Im Jahr 2021 gab es vier Raubüberfälle im Kanton, in diesem Jahr waren es bis jetzt drei. Eine Tendenz ist also nicht erkennbar.»

Dass jedoch zwei Raubüberfälle am gleichen Tag geschehen, sei ungewöhnlich. «Das hatten wir noch nie zuvor bei uns in Appenzell Ausserrhoden», so Sonderegger.

Zurzeit könne über eventuelle Tatzusammenhänge noch keine Auskunft gegeben werden. Diesbezüglich laufen aktuell aber diverse Ermittlungen. Ein Tatverdächtiger für den Überfall im Kiosk ist bereits verhaftet und die ersten Befragungen sind erfolgt.

Ruhig bleiben und beobachten

Sonderegger rät, wie man sich in Raub-Situationen, wie sie am Samstag vorgefallen sind, verhalten soll: «So schnell wie möglich die Polizei informieren und sich auf keinen Fall wehren.» Die Täter ständen massiv unter Druck und könnten auf spontane Reaktionen des Opfers irrational und mit Gewalt reagieren. Er fügt an: «Es ist viel hilfreicher, wenn die Opfer ruhig bleiben und gut beobachten. So können sie die Polizei später bei der Ermittlung besser unterstützen.»