«Kosmetik ist mehr als Schminken»

Wenn ich in mein Studio trete, schaue ich in die Agenda, ziehe mich um und schalte die Entspannungsmusik an, die leise im Hintergrund zu hören sein wird, damit die Kundinnen die Behandlungen wirklich geniessen können.

Aufgezeichnet von Mirjam Bächtold
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Kosmetikerin Ruth Brunner bei der Behandlung einer Kundin. (Bild: Mirjam Bächtold)

Kosmetikerin Ruth Brunner bei der Behandlung einer Kundin. (Bild: Mirjam Bächtold)

Wenn ich in mein Studio trete, schaue ich in die Agenda, ziehe mich um und schalte die Entspannungsmusik an, die leise im Hintergrund zu hören sein wird, damit die Kundinnen die Behandlungen wirklich geniessen können. Entgegen der Vorstellung, dass Kosmetikerinnen lediglich Farbe aufs Gesicht pinseln, besteht der grösste Teil unserer Arbeit aus Hautanalysen, -behandlungen und -beratungen. Einige Kundinnen kommen hauptsächlich, um sich verwöhnen zu lassen. Andere möchten ein spezifisches Hautproblem behandeln.

Es gibt nicht die typische Kundin. Die älteste ist 92 Jahre alt, die jüngste ist zwölf. Es gibt alle Altersgruppen und sozialen Schichten. Sie kommen hauptsächlich für Gesichtsbehandlungen, Manicure und Pedicure. Neben den Hautanalysen an Gesicht, Hals und Dekolleté sind Haarentfernungen ebenso wichtig. Dazu verwenden wir Wachs oder entfernen die Gesichtshaare elektrisch. Dabei wird die Haarwurzel sogenannt koaguliert, damit die Haare nicht mehr nachwachsen. Ausserdem bieten wir apparative Lymphdrainage und Cellulitebehandlungen an. Bei trockener Haut rate ich, die Haut mit einer nährenden Crème zu schützen und zusätzlich Feuchtigkeit zuzuführen sowie viel Wasser und Tee zu trinken.

Seit 1971 gibt es die 3jährige Berufsbildung, die mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ abschliesst. Heute ist Kosmetikerin für viele junge Frauen ein Traumberuf, weil Äusserlichkeiten schon früh eine grosse Rolle spielen. Oftmals kommt aber die Ernüchterung, wenn sie sehen, wie nah der Kontakt zu den Kunden ist. Meine Berufswahl habe ich jedoch nie bereut, und auch heute noch bereitet es mir viel Freude, dem grössten Organ des Menschen wohltuende Pflege angedeihen zu lassen.