KIRCHBERG: Die Kleine unter den Grossverdienern

Acht Jahre nach ihrem allerersten Konzert als «Superstar» kam Stefanie Heinzmann am Samstag in die «Eintracht» nach Kirchberg zurück.

Michael Hug
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War bei ihrer Rückkehr in die «Eintracht» ausgesprochen nervös: Stefanie Heinzmann. (Bild: Michael Hug)

War bei ihrer Rückkehr in die «Eintracht» ausgesprochen nervös: Stefanie Heinzmann. (Bild: Michael Hug)

An ihr hat sich nicht viel geändert in den acht Jahren, seit Stefanie Heinzmann 2008 zum ersten Mal in der «Eintracht» auftrat und dabei ihr erstes Konzert nach der Castingshow SSDSSDSSWEMUGABRTLAD (Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf) überhaupt gab. Die kleingewachsene Soul- und Popröhre hat keinen Zentimeter Körpergrösse zugelegt, doch ihre Stimme, ihr Ausdruck, ihr Charisma scheinen gewachsen.

Schon 2008 die höchste Gage

Gewachsen ist auch ihre Gage, die heute im fünfstelligen Bereich liegt und schon damals im Mai 2008 die höchste war, die Eintracht-Manager Bruno Metzger für seine Konzerte ausgab. Höher als die von Blueskoryphäe Philipp Fankhauser, der einen Monat vor Heinzmann gleichenorts auftrat. Und so dürfte es auch heute noch sein. Die kleine Heinzmann gehört zu den bestverdienenden Künstlern im hiesigen Markt des Show-Business.

27 Jahre alt ist die Heinzmann nun, doch irgendwie sieht sie noch nicht wie 27 aus. Brille und Haarschnitt sind zwar neu, die Piercings sind weg, doch das schelmisch-sympathisch-kindlich-sommersprossenübersäte Lächeln, die Bewegungen, das Outfit sind das alte geblieben. Die Walliserin ist immer noch das Überraschungsmädchen der Castingshow von 2008. Noch immer überrascht sie mit Präsenz, Power und mitreissender Performance ihr junges Publikum ebenso wie die Elterngeneration. So waren in der «Eintracht» am Samstag 13jährige Fans ebenso anzutreffen wie deren 40jährige Mütter. Beide liessen sich treiben im Sound der neuen Band Heinzmanns, in der zum grösseren Teil hierzulande völlig unbekannte Musikerinnen und Musiker spielen. Der Einfluss des deutschen Tour-Managers, der offenbar auch das Verhandeln um die Gage bestens beherrscht, und des übrigen Umfelds im Projekt Heinzmann drückt sichtbar durch. Doch wenn Heinzmann singt, kehrt sich das Bild. Dann nimmt die Sängerin die Zügel in die Hände, dann wird die Kleine vorne an der Bühnenkante zur Grössten. Dann schmettert sie ihre alten Songs wie «Like a Bullet» hin und reisst ihre Fans mit den neuen von der CD «Chance of Rain» mit.

Sichtbare Nervosität

Bleibt die Frage, warum sie sich nach jedem Song mit viel Geplapper an ihre Hintermänner richten muss, warum sie ihre sichtbare Nervosität mit belanglosen Kommentaren überspielen will. Sie sei sehr nervös, sagt sie schon nach dem ersten Lied. Es sei für sie ein ganz besonderer Auftritt, der zweite in der «Eintracht», nachdem sie hier ihren allerersten überhaupt gehabt hat. Doch warum nervös? Das Publikum jedenfalls war gut gestimmt und frass ihr aus der Hand. Das Problem war höchstens, die Premiere von 2008 zu toppen. Denn schon jenes Konzert war ein aussergewöhnliches Gesellinnenstück. Doch Stefanie Heinzmann gelang auch das Meisterinnenstück.