Keine generelle Lohnerhöhung

Die Toggenburger Gemeinden gewähren dem Personal für dieses Jahr, wenn überhaupt, nur individuelle Lohnerhöhungen. Die Mehrheit der Gemeinden orientiert sich an den Regelungen des Kantons. Das zeigt eine Umfrage.

Martin Knoepfel
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Die Gemeinden gewähren dem Personal dieses Jahr nur individuelle Lohnerhöhungen. Das Bild zeigt verschiedene Schweizer Banknoten. (Bild: ky/Christian Beutler)

Die Gemeinden gewähren dem Personal dieses Jahr nur individuelle Lohnerhöhungen. Das Bild zeigt verschiedene Schweizer Banknoten. (Bild: ky/Christian Beutler)

TOGGENBURG. Dieses Jahr erhalten die Mitarbeiter der Gemeinde Lichtensteig keine Lohnerhöhung. Das schrieb der Gemeinderat Anfang Januar in den «Mitteilungen aus dem Städtli». Wie halten es nun die anderen Toggenburger Gemeinden?

Der Gemeinderat von Bütschwil-Ganterschwil habe Mitarbeitern individuelle Lohnerhöhungen gewährt. Auf eine generelle Lohnerhöhung habe man dagegen verzichtet, sagte Gemeindepräsident Karl Brändle. Die individuellen Lohnerhöhungen würden sich auf ungefähr ein Prozent der Gesamtlohnsumme belaufen. Bütschwil-Ganterschwil habe ein eigenes Lohnsystem mit Bandbreiten, sagte Karl Brändle.

Unter einem Prozent

Die Politische Gemeinde Neckertal habe nur punktuelle Lohnerhöhungen vorgenommen. Das antwortete Gemeindepräsidentin Vreni Wild. Gesamthaft machten diese Lohnerhöhungen 0,92 Prozent der Gesamtlohnsumme aus.

In Hemberg habe es, was generelle Lohnerhöhungen betreffe, eine Nullrunde gegeben, sagte Gemeindeschreiber Cornel Schmid. Offenbar wurden aber individuelle Lohnerhöhungen gewährt. Mosnang halte es in Bezug auf die Löhne gleich wie der Kanton St. Gallen, sagte Gemeindepräsident Bernhard Graf. Es habe keine generelle Erhöhung gegeben. Ob individuelle Lohnerhöhungen gewährt worden seien, gebe man nicht bekannt.

An Kanton orientiert

Die Gemeinden Wildhaus-Alt St. Johann und Nesslau orientieren sich am Personalgesetz und der Lohnverordnung des Kantons. In Nesslau würden einzig ordentliche Stufenanstiege bei guter Leistung – und wo ein Stufenanstieg noch möglich sei – gewährt. Das antwortete Gemeindepräsident Kilian Looser.

Wildhaus-Alt St. Johann hat nach Auskunft von Gemeindepräsident Rolf Züllig keine generelle Lohnerhöhung gewährt. Die individuellen Lohnerhöhungen lägen deutlich unter einem Prozent der Gesamtlohnsumme. Kirchberg halte es schon seit Jahren gleich wie der Kanton (siehe Zusatztext). Auf das laufende Jahr habe es keine oder nur vereinzelte Stufenanstiege gegeben, sagte der Kirchberger Ratsschreiber Magnus Brändle.

Anstieg, sofern zulässig

Wattwil und Lütisburg orientieren sich bei den Löhnen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenfalls an den Regelungen für das Staatspersonal. Im Budget 2016 der Politischen Gemeinde Wattwil sind Stufenanstiege und Besoldungsanpassungen vorgesehen, soweit das vom System her zulässig ist. Eine weitere Bedingung ist, dass die entsprechende Leistung erbracht wurde. Die individuellen Erhöhungen machen rund 1,1 Prozent der Lohnsumme der Gemeinde aus. Hingegen gibt es keine generelle Lohnerhöhung in Wattwil. Auch Lütisburg hat lediglich den Stufenanstieg gewährt, wo dieser möglich war. Das war von Ratsschreiber Andreas Breitenmoser zu erfahren.

«Eher restriktiv»

In Oberhelfenschwil habe es einzelne Stufenanstiege von Mitarbeitern gegeben, sagt Gemeindepräsident Toni Hässig. Sie lägen im Bereich von einem Prozent der Lohnsumme der Gemeinde. Die Gemeinde sei restriktiv mit Lohnerhöhungen. Generelle Reallohnerhöhungen habe es, soweit er sich erinnern könne, noch nie gegeben, sagt Toni Hässig. In Ebnat-Kappel habe es für die Mitarbeiter der Gemeinde auf dieses Jahr hin weder eine allgemeine Lohnerhöhung noch Stufenanstiege gegeben. Das war von der Leiterin der Gemeindekanzlei Tamara Oberhänsli zu erfahren.

Praktisch Preisstabilität

Er wisse von keiner Gemeinde im Kanton, die Reallohnerhöhungen gewährt habe, sagt SP-Kantonsrat und Gewerkschafter Peter Hartmann aus Flawil. Die meisten Gemeinden orientierten sich an der Regelung des Kantons. Der Kanton finanziere den Stufenanstieg im wesentlichen dadurch, dass jüngere Mitarbeiter weniger kosteten als ältere, die den Kanton verliessen oder pensioniert würden.

Das Bundesamt für Statistik erwartet nach der neuesten Inflationsprognose für dieses Jahr eine Teuerung von –0,1 Prozent, also Preisstabilität. Letztes Jahr betrug die Teuerung –1,5 Prozent, das heisst, die Kosten für den Kauf des im Landesindex der Konsumentenpreise enthaltenen Warenkorbes verringerte sich um diesen Prozentsatz.