Kantonsgericht senkt Höhe der Geldstrafe

ST. GALLEN/ALTTOGGENBURG. Der Gang vors Kantonsgericht hat sich für einen im Berngebiet lebenden Algerier nicht gelohnt.

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ST. GALLEN/ALTTOGGENBURG. Der Gang vors Kantonsgericht hat sich für einen im Berngebiet lebenden Algerier nicht gelohnt. Der Einzelrichter am Kreisgericht Toggenburg hatte den Mann im April wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, wegen Sachbeschädigung und wegen Hausfriedensbruch zu einer unbedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 70 Franken verurteilt. Der Algerier hatte im Februar 2011 zusammen mit sechs Komplizen Hanfpflanzen und getrocknete Hanfblüten aus einer Scheune im Alttoggenburg gestohlen. Die Komplizen wurden von der Staatsanwaltschaft mit (inzwischen rechtskräftigen) Strafbefehlen bedacht.

Freispruch beantragt

Vor dem Kantonsgericht beantragte der Anwalt des Algeriers erfolglos einen Freispruch in allen Anklagepunkten, da die Beteiligung seines Mandanten am Einbruch nicht bewiesen sei.

Das Kantonsgericht bestätigte jedoch am Montag das Urteil des Kreisgerichts in fast allen Punkten. Es senkte einzig die Höhe der Tagessätze der Geldstrafe auf 50 Franken, weil der Angeklagte jetzt arbeitslos ist. Damit spart der Angeklagte 2000 Franken. Allerdings fallen durch den Gang ans Kantonsgericht Verfahrenskosten in ähnlicher Höhe an, ohne das Honorar des amtlichen Verteidigers.

«Lausanne» nicht anrufen

Der Verteidiger hatte unmittelbar nach dem Prozess vor dem Kantonsgericht gegenüber dieser Zeitung erklärt, bei einer Niederlage in St. Gallen werde er nicht ans Bundesgericht gelangen. Die Erfolgsaussichten der Berufungen ans Bundesgericht lägen bei fünf bis zehn Prozent und bei Straffällen sogar bei fast null Prozent, sagte der Verteidiger. Wie schon das Kreisgericht verwies das Kantonsgericht die Zivilforderungen des Scheunenbesitzers und des Besitzers der gestohlenen Pflanzen ebenfalls auf den Zivilweg, weil die Schadenersatzforderungen nicht genügend belegt seien. (mkn)