Kalterersee, wir kommen

Eine gemütliche Runde mit alten oder mindestens alt aussehenden Kameraden nach einer Feuerwehrübung ist immer etwas ganz Erheiterndes.

Hansruedi Diem
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Bild: Hansruedi Diem

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Eine gemütliche Runde mit alten oder mindestens alt aussehenden Kameraden nach einer Feuerwehrübung ist immer etwas ganz Erheiterndes. Etliche grössere Brände haben wir schon gemeinsam mit gespritzten Römern (Rotwein, vorzugsweise Kalterer Freudenseiten mit Citro) bekämpft, und so können wir uns jeweils nebenbei gegenseitig mit erlebten, selbstverständlich wahrheitsgetreuen Geschichten übertrumpfen. Kürzlich war dies wieder einmal der Fall, und unsere ulkige Römergemeinschaft wurde durch zwei «samariterische» Kamillenteegirls ergänzt, die sich uns getränkehalber aber unverzüglich anpassten. Es wurde gescherzt, gelacht, und bei einer locker-fröhlichen Stimmung hatten wir eine zündende Idee. Im Jahre 2020, wenn wir unsere Feuerwehrdienstpflicht erfüllt haben, werden wir so quasi als letzten gemeinsamen Ausflug an den bezaubernden Kalterersee reisen. Für wie lange wir dort verweilen werden, bleibt vorläufig offen. So viel sei jedoch gesagt: Es könnte länger dauern, denn ich möchte endlich die vielen Reben sehen, die mir am Morgen danach so manch hirnzwickendes Schädelweh bescherten. Vielleicht nehmen wir zusätzlich eine doppelte Lastwagenladung Aspirin mit nach Südtirol und werden die Unheil bringenden Pflanzen mit reichlich Kopfschmerzmittel begiessen, damit künftige Trinkrunden weniger schmerzhaft enden. Doch vielleicht ist ja gar nicht der Wein schuld an unserem Kopfweh, sondern das Citro in diesen Römern. Das wäre dann auch einfacher, denn dann könnten wir mit dem Velo ins Gontenbad radeln und dem Gobacitro Kontraschmerz beimengen. Einfacher wäre es natürlich, keine Römer mehr zu trinken und auf den süffigen Most ganz zu verzichten. Anschliessend könnten wir uns den «Kamillenteeschlürferinnen» anpassen und würden an solchen Abenden zudem weniger Unsinn plappern. Bleibt nur noch die Frage, wo sich die nächstgelegene Kamillentee-Beuteli-Plantage befindet, um unser Abschiedreisli abzuhalten. Ich höre uns mit einer Tasse Tee in der Hand schon leise flüstern: «Ees, zwää, drüü… proscht!»

Bild: Hansruedi Diem

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