Kaffeekannen statt Badewannen

Wo zuletzt die Wannen des Moorbades standen, verfügt das Alterszentrum Gontenbad nun über einen modernen und heimeligen Gemeinschaftsraum: Er ist Cafeteria, Arbeits- und Begegnungsort. An der gestrigen Einweihung wurde das Geheimnis um seinen Namen gelüftet.

Mea Mc Ghee
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Heimleiter Eric Weiss (mit Mikrophon) moderiert die Gesprächsrunde am langen Ateliertisch. (Bilder: mc)

Heimleiter Eric Weiss (mit Mikrophon) moderiert die Gesprächsrunde am langen Ateliertisch. (Bilder: mc)

GONTENBAD. Strahlende Augen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie gespannte Vorfreude sind gestern anlässlich der Einweihung der neuen Räumlichkeiten des Alterszentrums Gontenbad auszumachen. Helles Holz, eine ausgeklügelte Beleuchtung, eine gute Akustik, verschiedene Tische und Sitzgelegenheiten, moderne Bilder, ja sogar «Garagen» für die Rollatoren prägen den neuen Gemeinschaftsraum. «Wir haben mehr Lebensraum für die Bewohner sowie Raum für Möglichkeiten geschaffen», freut sich Heimleiter Eric Weiss.

Abschied und Neubeginn

Die rund 100 Gäste, darunter Frau Statthalter Antonia Fässler und Gontens Bezirkshauptmann Ruedi Eberle, folgen der Festansprache von Stiftungsratspräsident Emil Nisple. «Wir nehmen definitiv Abschied vom alten Naturmoorbad und übergeben die neuen Räume ihrem Bestimmungszweck», sagt er mit Blick auf die lange Geschichte des Bades. Bis 2013 wurde ein öffentliches Bad mit sieben Wannen betrieben, dann schloss das unrentabel gewordene Moorbad.

Nach einer immissionsreichen Bauzeit von rund einem Jahr, die von den Bewohnern und Mitarbeitern Flexibilität und Toleranz erfordert hat, laden nun Tische und Sitzgelegenheiten zum Verweilen. «Zusammen mit der ehemaligen Cafeteria wurde eine flexible, funktionale und ansprechende Einheit geschaffen, die nun den Bewohnerinnen und Bewohnern übergeben wird», so Nisple. Er lobt das Konzept von Heimleiter Eric Weiss und die gestalterische Umsetzung durch Architekt Walter Pedemonte sowie Raumgestalterin Doris Fratton. Letztere hat Anregungen aus dem Seniorenrat umgesetzt. «Wenn das Sehen und Hören eingeschränkt ist, bekommt das Fühlen einen höheren Stellenwert», erklärt Fratton. Daher seien ehrliche, gute und schöne Materialien verwendet worden. Der Raum solle zudem Sicherheit vermitteln.

Segen und Fürbitten

Der Glaube und die Religion haben im Alterszentrum Gontenbad Raum. «Ihr habt genug gearbeitet und geleistet, ihr dürft geniessen», wendet sich der Gontner Pfarrer Josef Fritsche an die Bewohnerinnen und Bewohner. Sie sollen den neuen Raum mit Leben füllen. Nach einer kurzen Predigt segnet Fritsche den Gemeinschaftsraum und verliest einige Fürbitten. Gemeinsames Singen beschliesst den andächtigen Teil der Einweihung.

Ein Name überzeugt

An Stiftungsrätin Margrit Gmünder ist es, das Geheimnis um den Namen für den neuen Raum zu lüften. Es seien viele gute Vorschläge eingegangen, einer aber habe besonders überzeugt: «Bi de Quöll». Für ihre Namensidee wird Bewohnerin Marie-Louise Jäger in Abwesenheit mit einem Präsent geehrt.

Dann lädt Eric Weiss zu einem ersten Gespräch an den langen Ateliertisch im Zentrum des Raumes. Bewohner, Mitarbeitende, der Architekt und die Raumgestalterin kommen zu Wort. Ein Bewohner lobt das Licht, welches die Lesequalität verbessere, eine Bewohnerin will möglichst viel im neuen Raum sein und freut sich, dass alles so schön geworden ist.

Nun sei es an den Bewohnerinnen und Bewohnern und an den Mitarbeitenden, den Raum mit Leben zu füllen. Es brauche Zeit, bis sich das neue Miteinander eingespielt habe, bis Möglichkeiten wahrgenommen und Ideen umgesetzt würden. Heimleiter Eric Weiss wünscht, dass sich mit dem neuen Raum eingefahrene Gewohnheiten ändern können.

Gontens Pfarrer Josef Fritsche segnet die neuen Räumlichkeiten.

Gontens Pfarrer Josef Fritsche segnet die neuen Räumlichkeiten.

Drei Bewohner geniessen den Apéro am Eröffnungstag.

Drei Bewohner geniessen den Apéro am Eröffnungstag.