Interesse am Waldheim-Neubau

Mehrere hundert Besucher besichtigen am Tag der offenen Tür das neue Wohnheim Sonne der Stiftung Waldheim. Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl betonte die Bedeutung der Institution für den Kanton.

Isabelle Kürsteiner
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Schlüsselübergabe an Jolanda Zingg (Mitte) und Werner Brunner (rechts). Bild: Isabelle Kürsteiner

Schlüsselübergabe an Jolanda Zingg (Mitte) und Werner Brunner (rechts). Bild: Isabelle Kürsteiner

Kürzlich öffnete die Stiftung Waldheim für alle Interessierten die Türen ihres neuen Wohnheims Sonne in Rehetobel. Der Tag der offenen Tür fand grossen Anklang. Zu Hunderten strömten die Besucher durch den Neubau und liessen sich die behindertengerechten Räumlichkeiten aus erster Hand zeigen. Nebst den Bewohnerzimmern waren vor allem der Atelierbereich und das Therapiebad enorm gefragt. Das neue Wohnheim bietet seit Mitte des Jahres 64 Bewohnerinnen und Bewohnern in acht Wohngruppen eine Heimat auf Lebenszeit, mit optimaler Betreuung in angenehmer Wohnatmosphäre. Gleichzeitig finden rund 60 Mitarbeitende einen attraktiven Arbeitsort mit moderner Infrastruktur.

Stiftungsratspräsident Hans-Rudolf Früh freute sich im Beisein von Nationalrat David Zuberbühler darüber, dass das Bauprojekt für ein neues Wohnheim Sonne in jeder Hinsicht ein voller Erfolg geworden war. Das Kostendach von 32,8 Mio. Franken könne wohl unterschritten werden. Die bautechnisch grosse Leistung sei Dank einer visionären Architektur, die sich am Appenzellerhaus orientiert hat (dunkle Schieferfassade als Nachempfindung einer typisch sonnengebräunten Fassade), ausgezeichneten Fachleuten, einer best funktionierenden Baukommission sowie einem Team, welches die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung eingebracht habe, entstanden. Sein besonderer Dank galt Wohnheimleiter Rolf Hügli und Baukommissionspräsident sowie Stiftungsrat Reto Moggi. Nun seien die baulichen Voraussetzungen für eine Heimat geschaffen, jetzt müsse Heimat gelebt werden, dann strahle die «Sonne» weit über das Appenzellerland hinaus.

Stiftung Waldheim bietet 280 Arbeitsplätze an

Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl erklärte mit der «Sonne» den Beginn eines neuen Kapitels für die Stiftung Waldheim, verfüge sie jetzt doch über optimal gebaute Wohnheime. Es sei «e gfreuti Sach». Als grösste Behinderteninstitution des Kantons bestünde eine intensive Zusammenarbeit mit dem Departement Gesundheit und Soziales. Die «Sonne» beziehungsweise die Stiftung Waldheim erfülle die Voraussetzungen für Wirtschaftlichkeit, Wirksamkeit und Qualität, was zentrale Elemente im gegenseitigen Leistungsvertrag seien. Die Stiftung Waldheim habe eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung für Kanton und Region. Die «Sonne» schaffe bedeutende Wertschöpfung in der Region und die gesamte Stiftung sichere 280 Arbeitsplätze in vier Heimen im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Somit sei das qualitativ hochstehende, bedarfsgerechte Angebot von grosser Bedeutung für den Kanton Appenzell Ausserrhoden. Ausserdem böte die Stiftung sowohl qualifizierte wie auch niederschwellige Arbeitsplätze, dies sei für einen gesunden Arbeitsmarkt wichtig. Marianne Koller-Bohl unterstrich die gute und hohe Lebensqualität, welche auch von den integrierten Beschäftigungsprogrammen gestützt werde. Die Stiftung Waldheim sei gut aufgestellt und auch für den Wettbewerb im Behindertenwesen gerüstet.

Geschäftsleiter Werner Brunner schloss sich dem Dank an. Gleichzeitig nahm er das Thema 280 Mitarbeitende auf und verglich die Stiftung mit einem Kreuzfahrtschiff. Das Wasser sei die Gesellschaft, welche das Schiff beziehungsweise die Stiftung trage. Es gelte Stürme und Wellengang gemeinsam zu meistern und die Wünsche der Gäste, der Bewohner, bestmöglich zu befriedigen. Nur mit motivierten qualifizierten Mitarbeitenden können das Schiff auf dem Kurs gehalten werden. Die Kollision mit dem berühmten Eisberg als bedrohliches Hindernis eines Kreuzfahrtschiffes gelte es mit einem gut eingespielten Team und einer reibungslosen Zusammenarbeit zu verhindern.

Kostendach kann eingehalten werden

Bauleiter Peter Jörg und Architekt Ueli Sonderegger hatten alles unternommen, damit sich der Gebäudekomplex optimal in die Umgebung einbettet. Durch geeignetes Material und ein überarbeitetes Konzept konnte das Kostendach eingehalten werden. Peter Jörg übergab symbolisch den Schlüssel Werner Brunner und Bewohnerin Jolanda Zingg. Danach lud die Stiftung Waldheim zum Rundgang am Tag der offenen Tür. Wohnheimleiter Rolf Hügli brachte es auf den Punkt: «Ich bin glücklich und froh, dass wir zurück in der Heimat Rehetobel sind. Wir geniessen die grosszügigen Räumlichkeiten und das Therapiebad, welches Linderung der Schmerzen vieler Bewohnerinnen und Bewohner sowie Wohlbefinden bringt. Schön war bei der Rückkehr aus den Provisorien in Heiden nach Rehetobel zu erleben, dass wir von den Bewohnern willkommen geheissen wurden. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Nach der Planung und dem Bau setzen wir im Betrieb alles zum ersten Mal um.»