Imkern im Obertoggenburg

Im März startet der neue Kurs für die Bienenhaltung. Anmelden kann man sich ab sofort.

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Bienen sind faszinierende Insekten. (Bild: Urs Jaudas)

Bienen sind faszinierende Insekten. (Bild: Urs Jaudas)

REGION. In der Talschaft herrschen kühle, aber nicht wirklich winterliche Temperaturen. Viele Tiere sind jetzt in einer Winterstarre, wie die Frösche, halten einen Winterschlaf, wie das Murmeltier, oder haben ihre Aktivitäten auf ein Minimum reduziert, wie Rehe und Hirsche. Die Bienen befinden sich ebenfalls in einer Winterruhe. Steigen die Temperaturen jedoch über zwölf Grad um die Mittagszeit, so können fliegende Bienen angetroffen werden, die Pollen von bereits blühenden Sträuchern eintragen.

Königin beginnt mit Eier legen

Das Bienenvolk ist von einem Sommerbestand von rund 50 000 Bienen auf rund 12 000 im Winter zusammengeschrumpft. Durch das Bewegen der Muskeln erzeugen sie Wärme, um die Königin und sich selber vor dem Kältetod zu schützen. Im Zentrum der Bienentraube ist es im Winter um die 22 Grad warm. Mit dem im letzten Sommer eingelagerten Pollen und Honig ernähren sich die Bienen über den Winter. Die Brut wird im Dezember und Januar eingestellt, um Energie zu sparen. Im Februar werden die Tage wieder länger, und die Königin beginnt langsam Eier zu legen. Daraus schlüpfen nach 21 Tagen Entwicklung die ersten Frühjahrsbienen. Wichtig ist nun, dass die Bienen auch einen Reinigungsflug tätigen können, damit sie den Darm nach einer langen Zeit im Volk leeren können. Dies konnte in den letzten Tagen gut beobachtet werden, es waren die gelben Kotflecken im Schnee. An windgeschützten Lagen blühen erste Haselnusssträucher und Erlen. Diese liefern den wichtigen ersten, frischen Pollen, der für die Auffütterung der Jungbienen dient. Werden diese Pollen eingetragen, bedeutet dies den Startschuss zu erhöhter Eiablage der Königin und damit dem Aufbau des Bienenvolkes für den Frühling und Sommer.

520 Bienenvölker

Im Obertoggenburg sind eher lange, kalte Winter zu erwarten. Dies bedingt, dass die Bienenvölker gesund, stark und mit viel Proviant in den Winter geschickt werden können. Zurzeit kümmern sich rund 63 Imker um 520 Bienenvölker zwischen Krummenau und Wildhaus. Gehalten werden die Bienen meist in Schweizerkasten, in Bienenhäusern. Wenige Imker halten ihre Völker in Magazinen im Freien. Die Region ist in zwei Bienenvereine unterteilt. Die Thurtaler Bienenfreunde beanspruchen die Gemeinde Nesslau. Der Bienenverein Alt St. Johann-Wildhaus deckt die gleichnamige Gemeinde ab. Der Imker hat ein sehr interessantes Hobby, und seine Bienen erfüllen eine wichtige Aufgabe in der Natur. Wer selber Interesse an den Bienen und dem Imkern hat, kann sich für den nächsten Grundkurs Bienenhaltung anmelden. Der Kurs dauert 18 Halbtage, verteilt über 18 Monate. (pd)

Kursbeginn ist am 21. März. Kursorte sind der Rheinhof in Salez (Theorie), Bienenstände in Frümsen, Gams, Vaduz und Obertoggenburg (Praxis). Anmeldung oder Fragen an Thomas Abderhalden, Nesslau, Telefon 079 620 01 41.