«Ich muss nur Geduld haben und auf die Musik warten»

Bei einem Schlüsselerlebnis bin ich zum Komponieren gekommen. Ich war gerade im Militärdienst. Meine dort zum Ausdruck gebrachte kritische Einstellung brachte mir einige Tage und Nächte in der Arrestzelle ein. Da war ich im Finstern.

Drucken

Bei einem Schlüsselerlebnis bin ich zum Komponieren gekommen. Ich war gerade im Militärdienst. Meine dort zum Ausdruck gebrachte kritische Einstellung brachte mir einige Tage und Nächte in der Arrestzelle ein. Da war ich im Finstern. Das Tageslicht drang nur spärlich von oben durch eine Luke herein. Lesestoff war neben dem Dienstreglement nur die Bibel, sie ist mir seither dauernde Inspirationsquelle geworden. Ich schlug sie auf und stiess auf Jesaja, 9,2: «Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein grosses Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell». Und da geschah es: Da hörte ich den Text als Musik, sie klang mich an, ich musste sie nur noch notieren. Daraus wurde der Anfang der St. Johanner Wienacht. Seither komponiere ich im Prinzip immer gleich: Ich komme vom Text her und dann stellt sich die Musik ein, quasi von selbst, ich muss nur Geduld haben und auf sie warten können.» (pek)