Hörler erfährt höchste Schwinger-Auszeichnung

SCHWINGEN. Das Trio ist komplett. Während Ernst Schläpfer und Walter Schiess schon in früheren Jahren an der Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbands zum Ehrenmitglied ernannt wurden, durfte sich gestern auch der Urnäscher Niklaus Hörler darüber freuen.

Bruno Eisenhut
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Niklaus Hörler (zweiter von links) stiess gestern mit Weggefährten an: Walter Schiess, Willi Bösch und Ernst Schläpfer (von links). (Bild: bei)

Niklaus Hörler (zweiter von links) stiess gestern mit Weggefährten an: Walter Schiess, Willi Bösch und Ernst Schläpfer (von links). (Bild: bei)

SCHWINGEN. Das Trio ist komplett. Während Ernst Schläpfer und Walter Schiess schon in früheren Jahren an der Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbands zum Ehrenmitglied ernannt wurden, durfte sich gestern auch der Urnäscher Niklaus Hörler darüber freuen.

Unfall beendet Sportkarriere

Dem Moment, als Niklaus Hörler gestern abend mit Familie und Freunden die Ernennung feierte, gingen unzählige Stunden im Dienste des Schwingsports voraus. Seine Karriere begann wie diejenige vieler anderer. Er schnupperte als 10jähriger Bub erstmals den Duft des Sägemehls und trat sogleich dem Schwingklub Herisau bei. Schon bald merkte Chläus, dass der Schwingsport seine liebste Freizeitbeschäftigung sein würde. Als Buebe- und Jungschwinger der Unräscher mit Jahrgang 1955 nicht mit Erfolgen überhäuft – für Hörler war dies Ansporn. Kein Training war ihm zu viel. Seinem Ziel, dem ersten Schwingerkranz, näherte es sich nach und nach. 1974, am Appenzeller Kantonal-Schwingertag in Gais, war dieses Ziel erreicht. Zu diesem ersten Kranzexemplar reihten sich 21 weitere hinzu. 1980 (St. Gallen) und 1983 (Langenthal) nahm der Urnäscher am Eidgenössischen Schwingfest teil, ehe er am Kilchberger-Schwinget 1984 seinen grössten Erfolg feiern konnte. Beim Grossanlass, welcher von Ernst Schläpfer gewonnen wurde, belegte der Turnerschwinger als zweitbester Nordostschweizer Schwinger den 8. Rang.

Dann kam der Schock. Als unschuldig Beteiligter eines Autounfalls zog sich Niklaus Hörler 1985 Verletzungen zu, die eine Fortsetzung der Schwingerkarriere nicht zuliessen. «Raum für eine Karriere als Funktionär», muss sich Hörler gedacht haben. Während elf Jahren war er Präsident des Schwingklubs Herisau, gar 15 Jahre stand er dem Appenzeller Schwingerverband vor. Ebenfalls so lange gehörte er dem Vorstand des Nordostschweizerischen Schwingerverbands an. In dieser Zeit rief er die Technische Kommission Jungschwingen und die alljährlich stattfindenden Nordostschweizerischen Nachwuchsschwingfeste ins Leben.

Lebenswerk auf der Schwägalp

Nebst vielen OK- und Kommissionstätigkeiten überstrahlt ein Engagement von Niklaus Hörler alle anderen: Seit der Erstaustragung im Jahr 2000 hat der Urnäscher das Amt des OK-Präsidenten am Schwägalp-Schwinget inne. Hörler war zuvor zusammen mit Ernst Schläpfer Hauptinitiant des Grossanlasses und liess sich auch durch anfänglichen Widerstand innerhalb des Eidgenössischen Verbandes nicht von seinem Vorhaben abbringen. Zwischenzeitlich hat sich das Schwägalp-Schwinget unter der Leitung von Chläus Hörler zum Fest der Superlative entwickelt.

Im Kreise seiner Familie und Freunde lies Niklaus Hörler verlauten, dass ihm die Arbeit im und rund um das Sägemehl immer viel Freude bereitet habe.