Historisch
Tonaufnahmen, Protokolle und Bilder: Appenzell Innerrhoden macht Quellen zum Frauenstimmrecht öffentlich zugänglich

Vor 30 Jahren durften die Frauen im Kanton Appenzell Innerrhoden erstmals an der Landsgemeinde teilnehmen. Die Kantonsbibliothek und das Landesarchiv haben zahlreiche Dokumente zusammengetragen und präsentieren diese auf ihrer Homepage.

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1991 durften die Innerrhoder Frauen erstmals an der Landsgemeinde teilnehmen und ihre politischen Rechte auf kantonaler Ebene ausüben.

1991 durften die Innerrhoder Frauen erstmals an der Landsgemeinde teilnehmen und ihre politischen Rechte auf kantonaler Ebene ausüben.

Bild: Landesarchiv Appenzell Innerrhoden

(pd) Nach mehreren gescheiterten Anläufen an der Landsgemeinde erteilte das Bundesgericht im November 1990 den Innerrhoder Frauen das Stimm- und Wahlrecht auf kantonaler Ebene. Wie die Ratskanzlei Appenzell Innerrhoden am Freitag in einer Mitteilung schreibt, konnten 1991 erstmals nicht nur Männer im Landsgemeinde-Ring ihre politischen Rechte wahrnehmen. Diese verzögerte politische Gleichberechtigung sei damals ein emotionales, weit über den Kanton hinaus intensiv diskutiertes Thema gewesen, und sie sei es bisweilen bis heute.

In der Kantonsbibliothek und im Landesarchiv werden zahlreiche Dokumente über diesen langjährigen, zähen Prozess bis zum Frauenstimmrecht aufbewahrt, wobei ein Teil bereits digital zur Verfügung steht. Wichtige Quellen, Literatur und Medienbeiträge sind gemäss Communiqué nun aufbereitet und gesammelt auf der Homepage des Kantons zugänglich..

Zu finden seien zum Beispiel die Protokolle der Landsgemeinde und des Grossen Rates, aber auch Fotos der ersten Landsgemeinde mit Frauen 1991. Wie auch eine Tonaufnahme der Landsgemeinde von 1969, an der erstmals über das Frauenstimmrecht abgestimmt worden sei. Ergänzt werde die Zusammenstellung durch eine kurze Chronologie der Ereignisse.

Seit 1969 haben sich neben den politischen Behörden vor allem Privatpersonen und Gruppierungen intensiv für das Frauenstimmrecht im Kanton eingesetzt. Dokumente dieses grossen Engagements werden weiterhin gesammelt, erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In der Medienmitteilung werden Personen, die noch über Bücher, Texte, Zeitungsartikel, Fotos und Ähnliches zum Frauenstimmrecht verfügen, dazu eingeladen, diese der Kantonsbibliothek oder dem Landesarchiv zu übergeben.