«Hirschen» ist ausgezeichnet

In dieser Woche massen sich fünf Stammgäste mit ihren Lieblingsrestaurants in der Fernsehsendung «Mini Beiz, dini Beiz». Der «Hirschen» in Bütschwil ging dabei als Sieger hervor, zusammen mit zwei anderen Restaurants.

Sabine Schmid
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Stammgast Köbi Rutz (Bildmitte) fühlt sich wohl bei Vreni und Markus Güntensperger im «Hirschen» in Bütschwil. (Bild: Screenshot SRF)

Stammgast Köbi Rutz (Bildmitte) fühlt sich wohl bei Vreni und Markus Güntensperger im «Hirschen» in Bütschwil. (Bild: Screenshot SRF)

BÜTSCHWIL/NESSLAU. Wirt Markus Güntensperger vom «Hirschen» in Bütschwil und Stammgast Köbi Rutz aus Nesslau kennen sich schon seit langem. Die grösste Gemeinsamkeit ist die Jagd. Doch Rutz schätzt auch das Essen aus Güntenspergers Küche. Dass die beiden nun beim Restaurant-Wettbewerb «Mini Beiz, dini Beiz» mitmachten, war ein Zufall. Bei einem gemeinsamen Jagdausflug habe er Markus Güntensperger aufgezogen, er habe ihn zur Fernsehsendung angemeldet, erzählt Köbi Rutz. Das war aber ein Jux. Umso mehr habe er gestaunt, als ihm Markus Güntensperger einige Wochen später gesagt habe, der «Hirschen» sei zu ebendieser Sendung eingeladen worden. Die beiden haben daraufhin beschlossen, gemeinsam teilzunehmen.

Zwölf Stunden im Restaurant

Wer seine Mitbewerber und welches ihre Stammbeizen waren, erfuhr Köbi Rutz erst beim ersten Treffen. Mit den anderen Gästen – unter ihnen war Willy Bosshard aus Lichtensteig mit dem «Rössli» in Kirchberg und Joseph Koch mit dem «Bären» in Bazenheid – habe er sich gut verstanden. «Wir haben eine spannende Woche erlebt», sagt Köbi Rutz. Interessant sei für ihn auch gewesen, die sehr professionelle Arbeit des Fernsehteams mitzuerleben. Während er an vier Abenden als Gast einfach am Tisch Platz nehmen konnte, musste er am Donnerstag in die Rolle des Gastgebers schlüpfen. Den Nachmittag verbrachte Köbi Rutz mit dem Wirtepaar Vreni und Markus Güntensperger beim Vorbereiten. Dabei wurden Aufnahmen des Restaurants gemacht, zudem besorgten der Wirt und der Gast einige Zutaten für das abendliche Menu. Ab 18 Uhr galt es dann die Gäste zu bewirten. Köbi Rutz und das «Hirschen»-Team haben ihre Aufgabe mit Bravour bestanden. Einmal 9 und dreimal 8 – Total 33 Punkte verteilten die Gäste am Schluss für den Rehrücken und das Dessert: Orangenlikör-Parfait mit warmem Schoggikuchen. Damit erzielte der «Hirschen» in Bütschwil am meisten Punkte. Diese Ehre gab es auch für die «Krone» in Jonschwil und das «Time-Out» in Niederuzwil. Für das «Rössli» in Kirchberg gab's 32 Punkte, der «Bären» in Bazenheid erhielt 29.

Besuch der Jagdhorngruppe

Erst am vergangenen Donnerstag, als die Sendung ausgestrahlt wurde, hat Köbi Rutz das Ergebnis des langen Drehtages gesehen. Er habe «Mini Beiz – dini Beiz» gemeinsam mit Güntenspergers im «Hirschen» angeschaut. «Ich bin mehr als zufrieden», sagt er danach. Die Sendung sei so herausgekommen, wie er es sich vorgestellt hatte. Die Sequenz mit dem Einkauf ist gänzlich gestrichen worden. Jedoch kamen die Stammgäste und die Fernsehzuschauer in den Genuss eines Ständchens der Jagdhorngruppe Toggenburg. Köbi Rutz ist selber Mitglied dieser Gruppe, hat aber nicht mitgespielt.

Gestaunt hat wohl mancher, dass Köbi Rutz ausgebildeter Bäcker-Konditor ist. Seine Spezialität sei Schwarzwäldertorte, verriet Wirtin Vreni Güntensperger. Das hätte sie wohl besser nicht gesagt, sagt Köbi Rutz lachend. Bereits kurz nach der Sendung habe er diesbezüglich Reaktionen erhalten. So habe er beschlossen, am Samstag, 19. März, im «Hirschen» in Bütschwil Schwarzwäldertorte zu backen.

Keine Überraschungen

Keine Überraschungen gab es für das «Hirschen»-Team bezüglich der Kommentare der anderen Stammgäste. Köbi Rutz hat selber erfahren, dass die Beurteilung schwierig ist. «Vieles ist eine Frage des Geschmacks», sagt er. Wenn man etwas gern habe, dann beurteile man es sicher besser, als wenn etwas aufgetischt werde, was man nicht mag. Ihm sei es bei der Kritik darum gegangen, ehrlich zu sein. «Ein Fachmann schaut die Dinge aber vielleicht anders an als ich und kann das Urteil nicht nachvollziehen.» Die Bewertungsskala setzte er zwischen sieben und neun an. «Die Höchstnote zehn zu erreichen, ist in meinen Augen unmöglich», sagt Köbi Rutz. In jeder Sendung müssen die vier Punkte Ambiente, Service, Essen sowie Preis/Leistung beurteilt werden. Gleich überall eine Topleistung zu bringen, sei unmöglich. Daher wertet er die 33 Punkte für den «Hirschen» als sehr gut und ist entsprechend zufrieden.