Herisau
«S’isch Chenderfescht»: Warum ich auch als Erwachsene noch Gänsehaut bekomme

Wenn das Wetter mitspielt, findet am Dienstag das Kinderfest in Herisau statt. Der bunte Anlass löst auch bei Erwachsenen viele Emotionen aus.

Ramona Koller
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«Do tonderets – ond s’Dorf isch wach. En Blitz isch nöd voruus. S’isch Chenderfescht ghörsch bald i jedem Huus.» Zwar nicht mehr ganz der gleiche Text, wie ich ihn vor bald 20 Jahren singen durfte. Aber dennoch löst das Kinderfestlied in mir Emotionen aus: die nervöse Vorfreude am Abend vor dem Fest, das Adrenalin, wenn es endlich losging, und die Gänsehaut, wenn die vielen bunten Ballons gen Himmel aufstiegen.

Das alles ist mir noch heute präsent – und direkt mit dem Kinderfestlied verbunden, was wohl jedes, auch ehemaliges Herisauer Schulkind auswendig kann.

Als ich als Schülerin am Kinderfest mitwirken durfte, donnerte es noch vom Höhenweg. Und es donnert auch heute noch. Ich finde es wichtig, dass man auf die Bedürfnisse der Kinder aus der Ukraine eingeht und die Bedenken aus ihrem Umfeld ernst nimmt. Und richtig finde ich, dass man an den Böllerschüssen, obwohl diese die Kinder erschrecken könnten, festhält.

Mit den Kindern über hiesige Traditionen reden, statt diese einfach zu streichen – das ist eine gute Devise. Eine Tradition ist auch das Lied, dessen Text seit Jahrzehnten, beinahe unverändert besteht. Und das alle zwei Jahre von weit über 1000 Schulkindern gesungen wird – eine Seltenheit. Wir leben in einer sich stetig verändernden Welt. Die Forderung nach Rücksichtnahme auf die unterschiedlichen Herkünfte, Geschlechter und Geschichten der verschiedenen Menschen wird immer lauter.

Früher als auch heute singen die Kinder dasselbe Lied, komponiert vom ehemaligen Herisauer Lehrer Christoph Würth. Und ich wage zu behaupten, früher, als auch heute, können sich alle Kinder damit identifizieren. Denn welches Kind freut sich schon nicht, wenn es heisst: «Hüt wird’s spot!»

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rudolf zaehner

Genau so geht es mir auch. Auch ich bin In Herisau aufgewachsen und freue mich jedes Mal riesig wenn das Kinderfest statt findet. Die Böllerschüsse löst in mir heute noch, nach 22 Jahre, ein Gefühl aus, dass nicht beschreibbar ist. Mir blieb der Moment von den Mittagsquartieren noch gut in Erinnerung. Den Zettel um 11 uhr auf dem Postplatz zu bekommen, und erst dann zu wissen wo man essen darf war immer eine riesen Aufregung! Ich hoffe sehr dass genau diese Tratition nicht verlohren geht! Bitte führt das beim nächsten Kinderfest wieder ein, damit noch viele Kinder diese Spannung erleben dürfen! Es gehört zum Herisauer Kinderfest dazu!  S.A.