HERISAU: Kinogutscheine zum Bankjubiläum

An der Generalversammlung vom Freitagabend konnte die Raiffeisenbank Appenzeller Hinterland ihren 90. Geburtstag feiern. Das Jahresergebnis 2015 wird als «sehr erfreulich» bewertet. Eine Wortmeldung gab es unter «Diverses».

Roger Fuchs
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Markus Joos, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Appenzeller Hinterland, führt im Casinosaal Herisau durch die Traktanden. (Bilder: rf)

Markus Joos, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Appenzeller Hinterland, führt im Casinosaal Herisau durch die Traktanden. (Bilder: rf)

HERISAU. Bereits eine Stunde nach Beginn waren die offiziellen Traktanden der diesjährigen Generalversammlung der Raiffeisenbank Appenzeller Hinterland abgehandelt und durchs Band gutgeheissen. Erneut wurde die Versammlung mittels Video nach Urnäsch und Waldstatt übertragen. 1059 stimmberechtigte Mitglieder waren anwesend – eine einzige Wortmeldung fiel zum Schluss. Ein Votant schlug vor, den Kindern bis zur Erstkommunion fünf Prozent Zins zu geben. Und er bemängelte die Abzocke von Bankmanagern. «Bei unserer Bank bewegen sich die Löhne im ganz normalen Bereich», antwortete daraufhin der seit einem Jahr amtierende Verwaltungsratspräsident Markus Joos. Was die Jugendsparkonti betreffe, so seien diese schon heute speziell verzinst. Man nehme den Vorschlag dennoch gerne entgegen.

Wie Markus Joos in der Einleitung ausführte, wurde der Grundstein für die heutige Bank vor neunzig Jahren gelegt – und zwar mit der Raiffeisenkasse Urnäsch. Geburtstagsveranstaltungen seien in diesem Jahr jedoch keine vorgesehen, als «angemessenes Zeichen für das kleine Jubiläum» kriege aber jedes Genossenschaftsmitglied einen Kinogutschein im Wert von zehn Franken für das Herisauer Kino Cinetreff.

Mit drei Prozent verzinst

Die letztjährige Rechnung bewerteten Joos wie auch Bankleiter Marcel Schiegg als erfreulich. «Das hervorragende Ergebnis 2014 konnte noch einmal übertroffen werden», so Joos. Konkret resultierte, wie Schiegg darlegte, nach Verrechnung der Aufwendungen mit den Erträgen ein Bruttogewinn von rund 5,5 Millionen Franken. Nach Abschreibungen und Zuweisung an die Reserven bleibt ein Reingewinn von etwas über einer halben Millionen Franken. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter hiessen mit zwei Gegenstimmen den Antrag gut, die Anteilscheine mit drei Prozent zu verzinsen und 295 000 Franken der gesetzlichen Gewinnreserve zuzuweisen.

Aus den weiteren Ausführungen von Marcel Schiegg ging hervor, dass insbesondere das Hypothekargeschäft auch im letzten Jahr wieder zugelegt hatte. «Für über 55 Millionen Franken haben wir Hypothekardarlehen bewilligt.» Vor allem das tiefe Zinsniveau motiviere viele, sich nach einem Eigenheim umzuschauen. Schiegg warnte aber vor Schnellschüssen. Die verstärkte Nachfrage nach Wohneigentum habe zu deutlich höheren Preisen im Liegenschaftsmarkt geführt. Es lohne sich, fachliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Pension angekündigt

Nach der einstimmigen Erteilung der Decharge an Verwaltungsrat und Bankleitung galt es schliesslich, die Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers AG für weitere drei Jahre zu wählen. Dies erfolgte ohne Gegenstimme. Die Mitglieder des Verwaltungsrates sind noch bis 2018 gewählt. Veränderungen dürften sich in absehbarer Zeit bei der Bankleitung abzeichnen. «Meine Bankkarriere neigt sich dem Ende entgegen», so Marcel Schiegg. «Bis in einem Jahr könnte es so weit sein.» Dies sei wohl der einzige Wermutstropfen an der heutigen Berichterstattung, fuhr Markus Joos schliesslich fort.

Die Genossenschaft Raiffeisenbank Appenzeller Hinterland konnte im letzten Jahr ihr 10 000. Mitglied aufnehmen. Es ist dies Egon Dörler aus Herisau.

Marcel Schiegg Bankleiter Raiffeisenbank Appenzeller Hinterland

Marcel Schiegg Bankleiter Raiffeisenbank Appenzeller Hinterland