HERISAU: Geleitet, geprägt, verändert

Er hat Strukturen optimiert und Schulhäuser geschlossen: Gestern hatte Schulleiter Dominik Schleich seinen letzten Arbeitstag bei der Schule Herisau. Ihn reizt es, etwas Neues zu machen.

Patrik Kobler
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Wechselt von der Gemeinde Herisau zum Kanton Appenzell Ausserrhoden: Dominik Schleich, neuer Leiter des Amts für Volksschule und Sport. (Bild: Patrik Kobler)

Wechselt von der Gemeinde Herisau zum Kanton Appenzell Ausserrhoden: Dominik Schleich, neuer Leiter des Amts für Volksschule und Sport. (Bild: Patrik Kobler)

HERISAU. 13 Jahre lang hat Dominik Schleich die Schule Herisau geleitet, geprägt und verändert; am augenfälligsten wohl an der Oberstufe, wo seit 2010 die Trennung zwischen Real- und Sekundarschule Vergangenheit ist und statt in Klassenzimmern in Lernlandschaften mit bis zu 60 Plätzen unterrichtet wird. Weil es ihn reizt, etwas Neues zu machen, hatte der 58-Jährige gestern seinen letzten Arbeitstag auf der Herisauer Schulverwaltung.

Fortschrittliche Schule

Schleich ist kein Appenzeller. Er ist im Kanton Zürich und in der Innerschweiz aufgewachsen. Nach Herisau kam er, weil er hier «fortschrittliche Bedingungen» vorfand, die er sich für eine Schulleitung wünschte. Seit 1998/99 liegt die operative Führung der Schule Herisau bei der Schulleitung. Dazu gehören die pädagogische, die personelle, die organisatorische, die finanzielle Führung sowie die Überprüfung des Berufsauftrags der Lehrenden. Mit anderen Worten: Die Schulleitung geniesst grossen Handlungsspielraum. Das bringt aber auch viel Verantwortung mit sich. Dominik Schleich hatte unbequeme Entscheide zu fällen: Schulhaus-Schliessungen zum Beispiel. Als er 2003 seine Aufgabe angetreten hatte, zählte Herisau gut 2000 Schülerinnen und Schüler. Heute sind es noch 1500. Jetzt ist die Tendenz wieder steigend – und schon wird der Schulraum knapp. Schleich steht noch immer hinter den Entscheiden. Unter seiner Führung wurde etwa das Schulhaus Bahn an der Kasernenstrasse geschlossen und mittlerweile abgebrochen. «Obwohl das Haus Charme hatte, war es für den Schulbetrieb nicht mehr ideal», sagt er.

Auf Verständnis gestossen

Was auffällt: Sowohl die Schulhaus-Schliessungen als auch die einschneidenden Veränderungen an der Oberstufe gingen mit erstaunlich wenig Nebengeräuschen über die Bühne. Er sei immer auf viel Verständnis gestossen, sagt Dominik Schleich. Dafür sei er sehr dankbar. Behörden und Lehrerschaft hätten ihn ebenso unterstützt wie die Bevölkerung. «In Herisau wird hinterfragt, nachgedacht und dann vernünftig entschieden», lautet sein Fazit. Er mag es nicht, wenn Erfolgsgeschichten wie das schweizweit beachtete Oberstufenmodell Neigung auf ihn reduziert werden. Schleich sieht sich nicht als Einzelkämpfer. Ideen mit dem Team zu diskutieren, die Betroffenen einzubeziehen und transparent zu kommunizieren, sei ihm wichtig.

Wenn man ihn zu den Höhepunkten in den vergangenen 13 Jahren befragt, muss er nicht lange überlegen. «Das schönste ist, wenn der Betrieb gut läuft und die Kinder Fortschritte machen», sagt er. Die Schule Herisau sieht er gut aufgestellt. Vom Lehrermangel sei man nicht betroffen; es gebe immer noch genügend gute Bewerberinnen und Bewerber für die offenen Stellen. Er selber vermisst es manchmal, nicht mehr selber als Lehrer tätig zu sein. «Mit den Kindern zu arbeiten, ist immer noch ein schöner Job», sagt Schleich. Trotzdem: Ins Klassenzimmer zurück zieht es ihn nicht. Er arbeitet jetzt beim Kanton, wo er Walter Klauser als Leiter des Amts für Volksschule und Sport ablöst.