HERISAU: Ausstellung für guten Zweck

Der Verein Entlastungsdienst beider Appenzell mit rund 80 Mitgliedern ist auf finanzielle Zustüpfe angewiesen. Deshalb wurde zu einer Kunstausstellung ins Zeughaus Herisau geladen.

Alessia Pagani
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Nicole Singer Präsidentin Verein Entlastungsdienst beider Appenzell (Bild: pag)

Nicole Singer Präsidentin Verein Entlastungsdienst beider Appenzell (Bild: pag)

HERISAU. Wenn man die Künstler nach der Motivation fragt, fallen immer die gleichen Sätze: «Bei so einem Projekt macht man gerne mit» oder «man muss solchen Menschen einfach helfen». Gemeint sind Familien, die ihre Angehörigen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung betreuen. Zu deren Gunsten hat der Verein Entlastungsdienst für Familien mit Behinderten beider Appenzell am Donnerstag eine zweitägige Kunstausstellung im Zeughaus Herisau eröffnet. «Da wir fortlaufend auf Spenden angewiesen sind, kam unsere ehemalige Präsidentin auf diese Idee», sagt Vereinspräsidentin Nicole Singer.

23 Künstler aus der Region haben ihre Hilfe angeboten. Zum Verkauf standen Gemälde und Zeichnungen, aber auch Keramikskulpturen, Holzschnitte, Tongebilde und eine Fotografie. Die Werke zeigen Flüsse, Berge, Sennen oder auch Abstraktes.

Von Zusagen überwältigt

An der Vernissage konnten die Verantwortlichen rund 70 Personen begrüssen, darunter Kantonsrätin Ursula Rütsche-Fässler. «Am Anfang waren wir unsicher, ob wir überhaupt Künstler finden werden, die mitmachen», sagte Singer. «Jetzt sind wir völlig überwältigt von so vielen Zusagen und über die Grosszügigkeit.» Es seien sogar Künstler dabei, die sonst nicht ausstellen würden.

An der Vernissage wurde wacker eingekauft, am Schluss waren viele Kunstwerke mit den obligaten, zu einem Kunstverkauf gehörenden roten Punkten versehen. Es ist das erste Mal, dass der Verein eine solche Veranstaltung organisiert. «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das wiederholen werden», so Singer. Zu einem jährlichen Event wird die Ausstellung allerdings nicht. «Der Aufwand ist riesig.»

Immer mehr Demenzkranke

Den Angehörigen ein wenig freie Zeit gönnen und diese entlasten, ist das Ziel. Der Verein existiert seit 30 Jahren. Momentan werden von den 23 Betreuern, darunter zwei Männer, 30 Familien unterstützt. Die Betreuer arbeiten im Stundenlohn und haben keine spezielle Ausbildung. Der siebenköpfige Vorstand arbeitet ehrenamtlich.

So unterschiedlich die Familien, so unterschiedlich das Angebot: Entlastung wird stunden- und tageweise oder das ganze Wochenende angeboten – nicht aber wochenweise. Teilweise geht die Betreuerin in die Familie oder das betroffene Kind zur betreuenden Person. «Von den Familien würde sehr geschätzt, dass jeweils eine Betreuungsperson für sie zuständig ist. So kann gegenseitiges Vertrauen gefördert werden», sagt Singer. «Seit etwa fünf Jahren haben wir zudem vermehrt Anfragen für Angehörige mit Demenz.» Auch diesen bietet der Entlastungsdienst Hilfe.

23 regionale Künstler stellten im Zeughaus Herisau über 30 Kunstwerke aus. Der Erlös ist zu Gunsten des Entlastungsdienstes. (Bild: Alessia Pagani)

23 regionale Künstler stellten im Zeughaus Herisau über 30 Kunstwerke aus. Der Erlös ist zu Gunsten des Entlastungsdienstes. (Bild: Alessia Pagani)