HEIDEN: Weder hält Wies-Projekt für überflüssig

Paul Weder spricht sich gegen die Erweiterung des Rasenspielfelds Wies in Heiden aus. Unter anderem bezweifelt der frühere Gemeinde- und Kantonsrat den Bedarf des Vorhabens. Eine klare Meinung vertritt er auch zur Sportanlage Langmoos.

Jesko Calderara
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Die Sportanlage im Langmoos hält Weder noch immer für machbar. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Sportanlage im Langmoos hält Weder noch immer für machbar. (Bild: Hanspeter Schiess)

HEIDEN. Zur geplanten Erweiterung des Rasenspielfelds Wies werden kritische Stimmen laut. Über den Kredit von 729'000 Franken entscheiden die Stimmberechtigten in Heiden am 5. Juni. Nicht grundsätzlich gegen einen neuen Sportplatz ist Paul Weder. Beim vorliegenden Projekt vermisst er jedoch den Bedürfnisnachweis. «Die Schule braucht das Spielfeld nicht», sagt der frühere Kantons- und Gemeinderat. Der Fussballclub wiederum sei weder grösser noch besser geworden. Andere 4.-Liga-Clubs wie etwa der FC Rheineck hätten auch nur ein meisterschaftstaugliches Spielfeld, argumentiert Weder. Im Edikt fehle ein Hinweis, dass die Gerbe das Hauptspielfeld des FC Heiden bleiben werde. «Abgesehen davon stehen nebst der Gerbe schon heute zusätzlich Fussballplätze bei der Sefar und der Wies zur Verfügung.»

Konzept gefordert

Paul Weder kritisiert am Vorhaben zudem das fehlende Parkierungskonzept. Ein solches sei erst in Bearbeitung. «Es wäre aber wichtig, gerade auch mit Blick auf eine neue Turnhalle, die Nutzung der verschiedenen Parkplätze klar zu regeln», betont er. Beim Schwimmbad etwa würden heute viele Sefar-Mitarbeitende ihr Auto abstellen. Während der Badesaison seien die dortigen Abstellmöglichkeiten tagsüber oftmals besetzt.

Zweifel hat Weder auch an den Angaben der Behörden, wonach der Unterhalt für das neue Spielfeld Wies gleich bleiben wird. «Das kann gar nicht sein, schliesslich muss ein Rasen gepflegt werden.» Auf jeden Fall seien im Edikt keine Unterhaltskosten aufgeführt. Daher könne kein Vergleich des wiederkehrenden Aufwands angestellt werden, sagt der Sportkoordinator.

Leichtathleten benachteiligt

Das Rasenspielfeld Wies ist als Ersatz für die vor über 20 Jahren geplante Sportanlage Langmoos gedacht. Deren Scheitern bezeichnet Paul Weder als «Trauerspiel». «Drei Gemeindepräsidenten haben es nicht fertig gebracht, das Projekt zu verwirklichen.» Rund zwei Millionen Franken würden einfach so in den Sand gesetzt. In den Abstimmungsunterlagen werde nicht erwähnt, was mit dem Grundstück geschehen soll. Weder ist überzeugt, dass trotz der Grundwasserproblematik eine Lösung im Langmoos möglich wäre. Dafür brauche es aber Leute, die sich für den Sport einsetzten. Noch immer Bedarf sieht er in Heiden für eine 400-Meter-Rundbahn. «Damit könnte das kantonale Turnfest oder Behindertensportanlässe durchgeführt werden.» Eine richtige 100-Meter-Bahn wäre laut Weder für den Bereich Leichtathletik eine vertretbare Minimalvariante. «Mit der nun geplanten 100-Meter-Bahn diagonal über das Spielfeld sind Leichtathleten aus Heiden aber klar benachteiligt.»

Was nach einer allfälligen Ablehnung der Erweiterung des Wies-Rasenspielfelds getan werden müsste, ist für Paul Weder klar. Er erwähnt in diesem Zusammenhang das Gemeindeleitbild, das zurzeit erarbeitet wird. «Der Stellenwert des Sports in Heiden ist dort zu umschreiben.» Als weiteren Schritt fordert er seit längerer Zeit ein Konzept über sämtliche Sportanlagen in der Gemeinde.

Paul Weder Ehemaliger Gemeinde- und Kantonsrat Heiden (Bild: eg)

Paul Weder Ehemaliger Gemeinde- und Kantonsrat Heiden (Bild: eg)