Heiden
In den leerstehenden Räumlichkeiten des ehemaligen Spitals könnte ein Demenz-Kompetenzzentrum entstehen

Die Demenzabteilung des Betreuungs-Zentrums Heiden ist gut ausgelastet. Sie verfügt jedoch weder über eine Terrasse noch einen Garten. Nun wird eine Umnutzung der ehemaligen Spitalräumlichkeiten in Betracht gezogen.

Karin Erni
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Demenzkranke Menschen brauchen viel Bewegung an der frischen Luft.

Demenzkranke Menschen brauchen viel Bewegung an der frischen Luft.

Bild: Getty

Im Parterre des stillgelegten Spitals in Heiden befindet sich heute das Medizinische Ambulatorium MAiH. Die beiden Obergeschosse stehen weiterhin leer. Für die zweite Etage, die über eine grosse Dachterrasse verfügt, zeichnet sich nun aber eine neue Nutzung ab: Das benachbarte Betreuungs-Zentrum (BZH) möchte dort eine Demenzstation einrichten, in der sich die Bewohnenden frei bewegen können. Diese Pläne wurden an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung (DV) des Zweckverbands am Mittwochabend bekannt.

Appartements vermieten

Die bestehende Demenzabteilung des Betreuungs-Zentrums sei sehr gut ausgelastet, sagte Geschäftsleiterin Ursina Girsberger. «Sie verfügt jedoch nicht über eine Terrasse oder einen Garten.» Solche Möglichkeiten seien aber wichtig, weil demente Personen oft einen erhöhten Bewegungsdrang haben. Zusätzlich könnten in den neuen Räumlichkeiten Tages- und Nachtstrukturen eingerichtet werden, um Angehörige und Betreuungspersonen zeitweise entlasten zu können. Wegen der in der kantonalen Pflegeheimliste vorgegebenen Anzahl von 70 Pflegeplätzen würde es nötig, einige der Appartements im BZH zu vermieten. Die dortigen Bewohner würden dann bis Pflegestufe 5 von der Spitex unterstützt. Das BZH rechnet in einer Studie mit Ausgaben von gut einer Million Franken für die Umnutzung der Spitalräumlichkeiten. Die guten Auslastungszahlen von 94 Prozent gäben Sicherheit für das Vorhaben, so die Verantwortlichen.

Bei den 14 anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der Zweckverbundsgemeinden Rehetobel, Wald, Grub, Heiden, Wolfhalden Lutzenberg, Walzenhausen, Oberegg und Reute stiess die Idee grossmehrheitlich auf Zustimmung. Ein Delegierter regte an, über den Kauf der Spitalliegenschaft nachzudenken. Das sei zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema, antwortete Präsident Markus Pfister. «Wir wollen keine Immobilienvermietung sein.» Über die nächsten Schritte werden die Delegierten an der ordentlichen DV am 24. November entscheiden können.

Grosse Zufriedenheit mit Küche

Nach der Schliessung des Spitals hat das Betreuungs-Zentrum dessen Küche im Untergeschoss übernommen. Sie ist durch einen unterirdischen Gang mit dem Heim verbunden. In der Küche wurde neues Personal eingestellt, das Angebot erweitert und dessen Qualität stark verbessert. Das werde von Bewohnenden und auswärtigen Gästen sehr geschätzt, wie Ursina Girsberger ausführte. Weil die Einrichtung aber nicht mehr zeitgemäss ist, wurde ein Projekt für einen Neubau der Küche ausgearbeitet. Mit der Einreichung des Baugesuchs werde noch zugewartet, bis die Konditionen bezüglich Investitionen, Unterhalt und Mietdauer mit dem Kanton geregelt seien, sagt Markus Pfister. Er erwartet künftig eine Veränderung in der Heimlandschaft. «Viele kleine Heime sind nicht kostendeckend. Besserabschlüsse in den Gemeinden haben diese Tatsache bis jetzt aber verschleiert.» Er ist sich sicher, dass in den kommenden Jahren eine Konsolidierung stattfinden wird.

Geschäftsleiterin Ursina Girsberger, das neue Vorstandsmitglied Linda-Maria Grünenfelder und Präsident Markus Pfister.

Geschäftsleiterin Ursina Girsberger, das neue Vorstandsmitglied Linda-Maria Grünenfelder und Präsident Markus Pfister.

Bild: Karin Erni

Neuen Raum gewonnen

An einer Hausführung im Betreuungs-Zentrum konnten die Delegierten einen Blick in die kürzlich neugestalteten Räumlichkeiten werfen. Dies wurde möglich, weil durch die Ablösung des BZH vom Spital mehr Raum zur Verfügung steht. So gibt es neu eine Satellitenküche neben der Cafeteria, in welcher Speisen regeneriert werden können. Zudem besteht ein Ruheraum für das Personal sowie ein Besprechungszimmer, in dem auch Schulungen stattfinden. Aus dem Andachtsraum wurde ein «Raum der Stille», in welchem sich Angehörige in würdevollem Rahmen von Verstorbenen verabschieden können. Er bietet zwei stilvolle, neue Aufbahrungsräume. Die bestehenden drei Plätze im Untergeschoss werden beibehalten.

Am Mittwoch kam es ausserdem zu einer Ersatzwahl in den Vorstand: Für Andreas Pargätzi wurde Linda-Maria Grünenfelder aus Schachen bei Reute einstimmig ins Gremium gewählt.