Grossprojekt vor Abschluss

Der Umbau von Mischleitung auf Trennsystem in Mogelsberg geht in seine letzte Phase. Am Mittwoch wurden die betroffenen Grundeigentümer über die Bauarbeiten informiert.

Urs M. Hemm
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Grundeigentümer studieren die Pläne, auf denen der genaue Verlauf der neuen Leitungen und der Hausanschlüsse eingezeichnet sind. (Bilder: Urs M. Hemm)

Grundeigentümer studieren die Pläne, auf denen der genaue Verlauf der neuen Leitungen und der Hausanschlüsse eingezeichnet sind. (Bilder: Urs M. Hemm)

MOGELSBERG. Vor gut 15 Jahren hat der Gemeinderat vom damals noch eigenständigen Mogelsberg beschlossen, das Entwässerungssystem im Dorf auf das Trennsystem umzubauen. Dieses langjährige Grossprojekt steht jetzt kurz vor dem Abschluss. Vreni Wild, Gemeindepräsidentin von Neckertal, informierte zusammen mit Sonja Bischof, Bauleiterin vom Ingenieurbüro Steiger + Partner AG, die von den letzten zwei Bauetappen betroffenen Grundeigentümer. Rund 30 Personen fanden sich dafür am Mittwochabend im evangelischen Kirchgemeindehaus Mogelsberg ein.

Ersatz nur, wo nötig

Die beiden Schlussetappen betreffen die zwei Teilgebiete Unterdorf-Russen sowie Sonnmatt-Speerstrasse. «Wir haben versucht, alles so kostengünstig wie möglich zu planen und, wo es geht, die alten Kanäle weiter zu nutzen», sagte Sonja Bischof. So ist beispielsweise die Mischwasserleitung im Gebiet Sonnmatt-Speerstrasse noch in einem guten Zustand, so dass diese als Regenwasserleitung weiter genutzt werden kann. Neu wird parallel dazu eine Schmutzwasserleitung gezogen. «Im Gebiet Unterdorf-Russen hingegen ist der Kanal in einem derart schlechten Zustand, dass nur ein kleiner Teil erhalten werden kann. Grundsätzlich müssten dort neue Schmutzwasser- und Regenwasserleitungen gebaut werden. Dementsprechend werden die Baukosten für das Teilgebiet Unterdorf-Russen mit 260 000 Franken veranschlagt, diejenigen für das Teilgebiet Sonnmatt-Speerstrasse lediglich mit 170 000 Franken.

Kosten für Grundeigentümer

Da das Schmutzwasser schon bei den Häusern vom Regenwasser getrennt wird, braucht jedes Haus einen neuen Anschluss an die Gemeindeleitung. Die Kosten dafür gehen zu Lasten der Grundstückeigentümer. «Diese Kosten jetzt genau zu beziffern, ist schwierig, denn es muss jede Situation individuell betrachtet werden», sagte Vreni Wild. Die Schätzungen pro Anschluss bewegten sich aber je nach Fall etwa zwischen 2000 und 10 000 Franken. «Zwar sind die Grundstückeigentümer frei bei der Wahl des Unternehmens, das diese Bauarbeiten ausführt. Es ist jedoch aus Kostengründen das Ziel und wünschenswert, dass sowohl die Arbeiten für die Gemeinde als auch für die Grundstückeigentümer von ein und demselben Unternehmen ausgeführt werden», sagte Sonja Bischof.

Wie bereits bei den vorangegangenen Etappen werden die Arbeiten mit allfälligen Projekten der Dorfkorporation und dem Fernwärmeverbund Mogelsberg koordiniert. Zudem werde der Strassenunterhalt während der Bauarbeiten angepasst. Das heisst, dass keine neuen Beläge eingebaut werden, bis sämtliche Leitungen verlegt sind.

Baubeginn im Mai

Der Umbau des Entwässerungssystems sei notwendig, weil die zugeführte Wassermenge der Mischleitungen, die Abwasser gemischt mit sauberem Regenwasser abführen, insbesondere bei Starkregen die Abwasserreinigungsanlage Neckertal von der Kapazität her an ihre Grenzen führt, begründete Vreni Wild. Mit dem Trennsystem kann künftig das Regenwasser direkt in den Bach abgeführt werden und nur das Abwasser der Schmutzwasserleitung wird der Abwasserreinigungsanlage zugeführt.

Die ersten drei Bauetappen wurden zwischen 2003 und 2008 für rund 1,3 Millionen Franken umgesetzt. 2011, nach der Gemeindefusion, wurden die Etappen vier, fünf und sechs für insgesamt 1,2 Millionen Franken ausgeführt. «Wir wussten, dass die Umsetzung des ganzen Projekts Jahre in Anspruch nehmen würde. Doch mit der Realisierung der beiden letzten Bauetappen kommen wir zu einem Abschluss, so dass das ganze Dorf Mogelsberg das Trennsystem hat», sagte Vreni Wild.

Im Teilgebiet Sonnmatt-Russen soll im Mai mit den Arbeiten begonnen und diese bis im Juli abgeschlossen werden können. Im Gebiet Unterdorf-Russen sollen von August bis Oktober durchgeführt werden – «vorausgesetzt, das Wetter spielt mit», so Sonja Bischof.

Sonja Bischof Bauleitung, Ingenieurbüro Steiger + Partner AG

Sonja Bischof Bauleitung, Ingenieurbüro Steiger + Partner AG

Vreni Wild Gemeindepräsidentin Neckertal

Vreni Wild Gemeindepräsidentin Neckertal