Grenzbesetzung 1914/16

Im Ortsmuseum Wolfhalden ist eine Ausstellung mit zahlreichen Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg eröffnet worden. Viele Appenzeller mussten damals zur Grenzsicherung einrücken.

Peter Eggenberger
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Museumsleiter Ernst Züst zeigt Details der Uniform, mit der vor hundert Jahren auch Appenzeller Soldaten einzurücken hatten. (Bild: pe)

Museumsleiter Ernst Züst zeigt Details der Uniform, mit der vor hundert Jahren auch Appenzeller Soldaten einzurücken hatten. (Bild: pe)

WOLFHALDEN. «Empfange hiedurch von Deinem Bruder herzliche Grüsse», lautet der Text einer 1916 aufgegebenen Feldpostkarte ohne Ortsangabe und Unterschrift, die sich an Paul Graf in Wolfhalden richtet. Die Anonymität zum Ausdruck bringende Karte ist eines der vielen Exponate der Sonderausstellung «Schweizer Grenzbesetzung 1914/16» im Museum Wolfhalden. «Ja, die Geheimhaltung war damals oberstes Gebot, und vor allem durften die Standorte der militärdienstleistenden Truppen keinesfalls bekanntgegeben werden», kommentiert Museumsleiter Ernst Züst die Postkarte.

Dunkelblaue Uniformen

Auslöser des Ersten Weltkriegs war die Ermordung des österreichischen Kronprinzenpaares in Sarajevo am 28. Juni 1914. Am 3. August verfügte der Bundesrat zum Schutze der Landesgrenzen die allgemeine Mobilmachung. Auch die Appenzeller Mannschaften rückten in der dunkelblauen Uniform mit der helmartigen Tschako-Kopfbedeckung ein. Entsprechendes Anschauungsmaterial stellte der früher in Wolfhalden wohnhafte Oberst Emil Waldburger, St. Gallen, zur Verfügung. Von ihm stammen auch alte Schellackplatten mit feuriger Marschmusik, die auf einem altertümlichen Grammophon zum Klingen gebracht werden. Eine wertvolle Dragoner-Uniform wurde dem Museum zudem von Johannes Wehrli im Luchten, Wolfhalden, geschenkt.

Jeden Sonntag zugänglich

Die von Verena Roesli, Christine Schläpfer und Ernst Züst sorgfältig gestaltete Sonderausstellung mit dem 400 Jahre alten Haus «Alte Krone» zeigt zahlreiche weitere Trouvaillen. Sie ist jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Für angemeldete Gruppen sind Besichtigungen jederzeit möglich.