Gewerbeschau
Als im Casinosaal noch geraucht wurde und Francine Jordi zu Gast war: Vor 35 Jahren fand die erste Hema in Herisau statt

Am Donnerstag öffnet die 28. Hema auf dem Kreckel-Areal in Herisau ihre Türen. Ein Einblick in die Geschichte der Herisauer Gewerbeschau.

Ramona Koller
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Die ersten Durchführungen der Hema fanden im Casinosaal statt.

Die ersten Durchführungen der Hema fanden im Casinosaal statt.

Bild: Hema-Archiv

Steht Hema für «Herisauer Markt» oder für «Herbst Markt»? «Das kommt darauf an, wen man fragt. Auch im OK sind sich nicht alle einig», sagt Roman Wäspi schmunzelnd. Er präsentiert seit 2000 gemeinsam mit seinem Bruder Marc die Wäspi Werbetechnik GmbH an der Gewerbeausstellung, die am kommenden Wochenende stattfindet. Seit 2016 bildet er zudem mit Reto Knöpfel das Co-Präsidium des Hema-OK.

Von der Coronapandemie war die Messe nur indirekt betroffen. Da sie seit 2016 im dreijährigen Rhythmus stattfindet, wäre in den Jahren 2020 und 2021 auch ohne die Einschränkungen keine Hema durchgeführt worden. Lediglich einmal, 2007, musste die Hema abgesagt werden. Dies, weil damals ein neuer Präsidentin oder ein Präsident gesucht wurde und das OK in der neuen Zusammensetzung in der kurzen Planungszeit keine Messe auf die Beine stellen konnte. Für die darauffolgende Durchführung hat ein Team um Corinne Sieber von der Zündschnur Marketingkommunikation GmbH die Organisation übernommen. Die Hema fand bis 2010 jedes Jahr und danach im Zweijahresrhythmus statt. 2014 konnte der Verein Hema dem Gewerbeverein angegliedert werden. Der Verein wurde aufgelöst und Sieber gab 2015 das Präsidium ab, welches daraufhin von Knöpfel und Wäspi übernommen wurde. Der Turnus wurde an der Hauptversammlung des Gewerbevereins auf drei Jahre festgelegt.

Bilder aus vergangenen Tagen

Ihre Anfänge genommen hat die Hema in den späten 80er-Jahren. 1987 fand die erste Durchführung im Casinosaal statt. Roman Wäspi besitzt Archivfotos aus den ersten Jahren der Gewerbeschau. Die Hema lockte bereits damals viel Publikum an. Im Casinosaal durfte geraucht werden. Und: Aussteller wie die Molkerei Forster, Etavis, damals noch Grossebacher AG, und die Drogerie Walhalla waren von Beginn an dabei. Auf einem Foto von 1998 ist zudem Francine Jordi zu sehen, wie sie auf der Hema-Bühne singt.

Francine Jordi bei ihrem Auftritt an der Hema 1998.

Francine Jordi bei ihrem Auftritt an der Hema 1998.

Bild: Archiv Hema

Bereits nach wenigen Jahren wechselte die Hema ihren Standort auf das Kreckel-Areal. Zuerst wurden die Zelte dort gestellt, wo sich heute der Kunstrasen befindet. Noch vor der Jahrtausendwende fand sie erstmals am Standort statt, der bis heute beibehalten wurde. «Alternativen zu diesem Ort wurden über die Jahre einige geprüft. Wir halten jedoch daran fest», erklärt Wäspi. Einzig die Parkplatzsituation stelle jedes Mal eine Herausforderung dar. «Wir sind da abhängig vom Militär, welches ihre Plätze für Eigenbedarf nutzt», so Wäspi.

6 Bilder

Exklusive Teilnahme

Heuer zählt die Hema 70 Stände. Der Rekord waren 100. Die Hema sei früher für alle Gewerbebetriebe offen gewesen. «So kamen teilweise Firmen und Institutionen, die gar nichts mit Herisau am Hut hatten. Das ist nicht das Ziel», erklärt Wäspi. Deshalb habe man festgelegt, dass nur Betriebe aus dem Gewerbeverein, solche mit einem starken Herisauer Bezug oder öffentlich rechtliche Institutionen wie beispielsweise die Assekuranz teilnehmen.

Von Beginn weg seien Sonderschauen ein Teil der Hema gewesen. In den ersten Jahren wurden Ferienregionen wie Zypern oder Piemont präsentiert. Danach waren Gemeinden wie Gossau, Degersheim oder Urnäsch zu Gast. Die grösste Sonderschau war jene der Blaulichtorganisationen. Zuletzt wurde das Augenmerk auf die Lernenden gelegt. In diesem Jahr präsentieren die Herisauer Sportvereine unter dem Dach der IG Sport ihre Vielfalt.

Vertrauen als Basis

Wäspi selbst stellt seit über 20 Jahren an der Hema aus. «Jedes Geschäft basiert auf Vertrauen von beiden Seiten», erklärt Wäspi. Solche Messen seien ideal, um eine Vertrauensverhältnis zwischen dem Dienstleistenden und der Kundschaft zu schaffen. «Ein Einkauf im Internet kann das nicht ersetzen. Hier lernt man sich von Angesicht zu Angesicht kennen», so Wäspi. Er schätze zudem den Zusammenhalt unter den Gewerblern und die Möglichkeit, ein branchenübergreifendes Netzwerk zu pflegen.

Die diesjährige Hema öffnet am Donnerstag um 16 Uhr ihre Tore und dauert bis am Sonntag um 17 Uhr. Alle Informationen: www.gewerbe-herisau.ch