Gewerbe
Sonntagsverkauf in Herisau: Der Ansturm ist ausgeblieben – mit einer Ausnahme

Der Sonntagsverkauf in Herisau lockte nur wenige Leute ins Dorf, wie die Nachfrage bei den Detailhändlern zeigt. Einzig Huber Mode erlebte einen umsatzstarken Tag. Dies dank einer internen Aktion.

Ramona Koller
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Volle Taschen waren ein seltenes Bild am Herisauer Sonntagsverkauf. Lediglich Huber Mode verzeichnete einen umsatzstarken Tag.

Volle Taschen waren ein seltenes Bild am Herisauer Sonntagsverkauf. Lediglich Huber Mode verzeichnete einen umsatzstarken Tag.

Symbolbild

Suzana Keller, Inhaberin von weleweg.ch im Metrohmpark an der Oberdorfstrasse, hat sich vom Herisauer Sonntagsverkauf mehr erhofft. «Es war nicht besser als an einem Samstag», sagt sie. Auch abgesehen vom Sonntagsverkauf kämen aktuell weniger Leute in ihr Geschäft. Dafür laufe der Onlinehandel gut.

Keller bietet Produktberatungen via Telefon oder Videochat an. «Die Kundschaft möchte momentan einfach nicht ins Geschäft kommen. Die Stimmung ist etwas komisch», so Keller.

Merklich weniger Leute auf der Strasse

Regula Koller, Verkaufsmitarbeiterin im Claro Weltladen an der Oberdorfstrasse, bezeichnet den Sonntagsverkauf als durchzogen. Die Kunden kamen nur spärlich in den Laden, um Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Koller sieht das Problem des Sonntagsverkaufs auch darin, dass nicht alle Geschäfte in Herisau teilnehmen. «Zahlreiche Läden an der Bahnhofstrasse waren geschlossen. Bei einem offiziellen Sonntagsverkauf sollten meiner Meinung nach alle Geschäfte mitziehen, um ihn so attraktiv wie möglich zu machen», so Koller.

Sie beobachte, dass allgemein weniger Leute auf den Strassen seien, um einzukaufen. Anbetrachts des tollen Wetters am Sonntag sowie des «halbpatzigen» Sonntagsverkaufs müsse man mit dem Umsatz aber zufrieden sein.

Erfolg dank Aktion für Stammkunden

Ganz anders klingt es bei Huber Mode, ebenfalls an der Oberdorfstrasse. «Wir hatten einen super Tag mit vielen Kundinnen und Kunden», sagt Teamleiterin Petra Sutter. Dies sei aber nicht dem Sonntagsverkauf, sondern einer internen Aktion zu verdanken. Seit Anfang November erhielten 300 Kundinnen und Kunden zu ihrem Einkauf eine Blechbüchse. Diese mussten sie am Sonntag ungeöffnet im Laden in Herisau vorbeibringen, um den darin enthaltenen Gewinn zu bekommen. Sutter vermutet:

«Ohne die Aktion hätten wir wohl nur sehr wenige Kundinnen und Kunden begrüssen dürfen.»

Bei Huber Mode gebe es immer wieder solche Aktionen. «Heute ist es nicht mehr so, dass die Kundschaft Schlange steht. Man muss schon etwas machen», ist Sutter überzeugt. Gerade bei Sonntagsverkäufen oder während des Christchindlimarkts seien solche Aktionen wichtig. «Man muss die Leute ins Dorf locken, dann können alle profitieren», sagt Sutter.

Hoffnung auf Migros und Coop

Bei der Bürodesign AG an der Kasernenstrasse sei man mit dem Umsatz des Sonntagsverkaufs grundsätzlich zufrieden, sagt Inhaber und Geschäftsführer Jürg Mohler. Er stelle aber fest, dass sich gerade die ältere Kundschaft wegen der aktuellen Coronasituation verunsichert zeige und nur zurückhaltend einkauft. «Es hat allgemein wieder weniger Leute auf der Strasse», sagt Mohler, der im Gewerbeverein für den Detailhandel zuständig ist. 15 Geschäfte hätten ihre Teilnahme am Sonntagsverkauf zugesichert. Damit sei man auf dem gleichen Stand wie 2019. Mohler ist die Problematik, dass nicht alle Geschäfte geöffnet haben, bewusst. «Für einige ist es vom Personal her schwierig zu bewerkstelligen, anderen fehlt die Kundenfrequenz», so Mohler.

Die Coop-Filiale im Dorfzentrum blieb am Sonntag geschlossen. Mohler hofft, dass diese in Zukunft am Sonntagsverkauf ebenfalls geöffnet hat. «Wir sind zuversichtlich, dass die Kundenfrequenz mit der Neueröffnung des Coops und der neuen Migros wieder ansteigt. Ebenfalls an den Sonntagsverkäufen», so Mohler. Auch die Tatsache, dass der Heiligabend erst am Freitag ist, sei ein Faktor, erklärt Mohler. «Um so näher der Sonntagsverkauf am 24. Dezember ist, desto mehr Kundinnen und Kunden kaufen dann ein», weiss der Geschäftsinhaber.