Gastronomie
Heiden: Schwierige Suche nach einem Kursaal-Pächter – bis Ende Juni ist der Betrieb gesichert

Obschon das Objekt seit längerer Zeit ausgeschrieben ist, gibt es noch immer keinen neuen Mieter. Das Hotel Heiden als bisherige Betreiberin hat sich wegen der unvorteilhaften Bedingungen nicht an der Ausschreibung beteiligt.

Jesko Calderara
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2021 hat die Gemeinde Heiden die Vereinbarung mit dem Hotel Heiden als Betreiberin des Kursaals gekündigt.

2021 hat die Gemeinde Heiden die Vereinbarung mit dem Hotel Heiden als Betreiberin des Kursaals gekündigt.

Bild: APZ

Ein Saal mit insgesamt fünf Räumen für mehrere hundert Personen. Dazu eine Terrasse mit altem Baumbestand, auf der man sich vom einzigartigen Bauhaus-Design des Kursaals inspirieren lassen könne, verspricht der Makler im Inserat. Räumlichkeiten, die sich gemäss Inserat eignen, um Seminare, Hochzeiten, Konzerte und andere Events durchzuführen. Seit längerer Zeit ist der Kursaal auf verschiedenen Immobilienportalen zur Vermietung ausgeschrieben. Das Objekt gehört der Gemeinde Heiden. Sie hält dort unter anderem ihre öffentlichen Versammlungen ab.

Seit 2012 führte das benachbarte Hotel Heiden den Kursaal. Im September 2021 beschloss der Gemeinderat, die 2015 zuletzt geänderte Vereinbarung per Ende Juni 2022 zu kündigen. Die bisherigen Konditionen seien aus Sicht der Gemeinde «ungünstig», hiess es damals in einer Medienmitteilung. Unstimmigkeiten soll es jedoch keine gegeben haben, versicherten beide Vertragsparteien.

Miete ist abhängig vom Umsatz

Gallus Pfister, Gemeindepräsident Heiden.

Gallus Pfister, Gemeindepräsident Heiden.

Bild: PD

Einen neuen Pächter kann die Gemeinde bis heute nicht präsentieren. Ob es Interessenten gibt, will Gemeindepräsident Gallus Pfister aufgrund des laufenden Ausschreibungsverfahrens nicht sagen.

Mit der Suche nach einem Mieter ist eine schweizweit tätige Treuhandfirma für die Bereiche Gastronomie und Hotellerie beauftragt worden. Gemäss der öffentlichen aufgeschalteten Dokumentation beträgt die Umsatzmiete 10 Prozent vom Nettoertrag, sofern sich dieser zwischen 250'000 und 400'000 Franken pro Jahr beläuft. Darüber sind es noch fünf Prozent. Dazu muss das Inventar übernommen werden.

Gemeinderat entscheidet Ende Januar

Zumindest bis Ende Juni wird weiterhin das Hotel Heiden den Kursaal führen. Auf Anfrage der Gemeinde wurde der ursprüngliche Vertrag zwei Mal um je ein halbes Jahr verlängert, wie Pfister bestätigt. Wie es mit dem Betrieb ab dem 1. Juli weitergeht, ist offen. Gemäss Pfister will der Gemeinderat Ende Januar darüber entscheiden.

Köbi Frei ist Verwaltungsratspräsident des Hotels Heiden.

Köbi Frei ist Verwaltungsratspräsident des Hotels Heiden.

Bild: PD

Das Hotel Heiden hat sich an der Ausschreibung nicht beteiligt. «Zu den ausgeschriebenen Bedingungen wollten wir keine Offerte machen», sagt Verwaltungsratspräsident Köbi Frei. Aus Sicht des Hotels als langjährige Betreiberin seien diese wirtschaftlich nicht tragbar. Dies sieht Pfister anders. Der Gemeinderat habe in Abstimmung mit einem bekannten Gastroberatungsunternehmen attraktive Konditionen definiert, sagt er.

Gemäss Frei ist das Hotel Heiden aber bereit, einen sinnvollen Weiterbetrieb zu prüfen. «Das Angebot der Gemeinde muss jedoch stimmen.» Zudem müssten verschiedene Investitionen getätigt werden, um einen rationellen Betrieb zu ermöglichen. Als Beispiel nennt Frei das Thema Akustik.