Gastronomie
Der Gesamtbundesrat weilte zweimal in der «Landmark»: Ungewisse Zukunft für Oberegger Traditionswirtschaft

Die diesjährige «Schulreise» des Bundesrats führte nach Schaffhausen und in den Tessin. 1981 und 1990 war das Appenzellerland das Ziel der Reise, und beide Male verbrachte der Gesamtbundesrat die Mittagspause in der traditionsreichen Wirtschaft Landmark in Oberegg. Heute steht das Haus vor einer ungewissen Zukunft, und die Zeichen des Zerfalls sind unübersehbar.

Peter Eggenberger
Drucken
Der Gesamtbundesrat weilte zweimal in der Oberegger «Landmark», die damals vom Ehepaar Hans und Elsbeth Bruderer-Heyer geführt wurde. Heute wartet das traditionsreiche Wirtschaftsgebäude auf eine bessere Zukunft.

Der Gesamtbundesrat weilte zweimal in der Oberegger «Landmark», die damals vom Ehepaar Hans und Elsbeth Bruderer-Heyer geführt wurde. Heute wartet das traditionsreiche Wirtschaftsgebäude auf eine bessere Zukunft.

Bild: Peter Eggenberger

Der hohe Besuch in der «Landmark» ist den beiden Ostschweizern Kurt Furgler (Bundespräsident 1981) und Arnold Koller (Bundesratsmitglied 1990) zu verdanken. Beide kannten das erfolgreiche und bodenständige Wirte-Ehepaar Hans und Elsbeth Bruderer-Heyer und dessen Angebot. Die Mitglieder der Landesregierung verweilten gerne im heimeligen Restaurant auf der Höhe des Ruppenpasses.

Familientradition seit 1887

1838 wurde die über den Ruppenpass führende Strasse Altstätten – Oberegg – Trogen – St.Gallen eröffnet. Der neue Verkehrsweg belebte auch die einfache Wirtschaft Landmark auf der Passhöhe, die 1887 samt Bäckerei und Landwirtschaft von Sebastian Bruderer erworben wurde. Ihm folgten 1926 Arnold und Frieda Bruderer-Freund, und in deren Fussstapfen traten 1962 als Vertreter der dritten Generation Hans und Elsbeth Bruderer-Heyer.

Über 40 Jahre lang erfolgreich gewirtet

Nun folgten sowohl baulich als auch kulinarisch stete Verbesserungen. Die Umwandlung des dem Hauptgebäude angebauten Stalls in einen Saal führte auch zur Erneuerung der Küche. Die währschafte Gastlichkeit und das überzeugende Preis-Leistungs-Verhältnis sicherten dem Haus eine solide Stammkundschaft und laufend neue Gäste. Das Ehepaar wirtete bis 2003 und damit vierzig Jahre lang, öffnete die Türen aber auch später immer wieder, um das Haus belebt zu halten.

Konkurs und Schliessung

Dann zogen sich Bruderers zurück und verkauften die Liegenschaft 2009 an die Altstätter Familie Jud. Der anschliessend gegründeten «Landmark GmbH» war aber kein Erfolg beschieden, sodass das Bezirksgericht von Appenzell im Vorsommer 2018 den Konkurs eröffnete. Heute gehört die stattliche Liegenschaft einer Immobilienfirma, die sich um eine Käuferschaft bemüht. Ob aber in der «Landmark» je wieder einmal eingekehrt werden kann, steht in den Sternen.