Fussball
«Nicht zittern», «ein Vorbild sein», «kultivierten Fussball spielen», «ideenreicher agieren»: Das streben die Trainer der Appenzeller Fussballteams an

Die Sommerpause im Regionalfussball ist vorbei. Die Trainer der ersten Mannschaften der Fussballvereine aus dem Appenzellerland sprechen über Herausforderungen und Ziele in der Saison 2022/23.

Mea McGhee Jetzt kommentieren
Drucken
Auch in der Saison 2022/23, welche dieses Wochenende beginnt, sind im Regionalfussball solch packende Duelle wie hier zwischen Rohollah Afkari (Dardania) und dem Herisauer Jonas Thönig (rechts) zu sehen.

Auch in der Saison 2022/23, welche dieses Wochenende beginnt, sind im Regionalfussball solch packende Duelle wie hier zwischen Rohollah Afkari (Dardania) und dem Herisauer Jonas Thönig (rechts) zu sehen.

Bild: Michel Canonica (28. Mai 2022)

Das Team der Erstligistinnen des FC Appenzell habe im Hinblick auf die neue Spielzeit eine extreme Verjüngung erfahren, sagt Trainer Juan Isler. Zahlreiche Spielerinnen, die nicht mehr bei den Juniorinnen FF15 eingesetzt werden können, spielen neu bei den Frauen. Angesichts dieser Ausgangslage ist der Ligaerhalt das Ziel. Isler sagt gar:

Juan Isler, Trainer FC Appenzell Frauen, 1. Liga.

Juan Isler, Trainer FC Appenzell Frauen, 1. Liga.

Bild: Mea McGhee
«Ein Abstieg wäre kein Beinbruch.»

Die routinierte Mittelfeldspielerin Adriana Hörler wechselt zu NLB-Aufsteiger FC Wil, Verteidigerin Tamara Müller zu Gruppengegner FC Bühler. Am 10. September wartet mit dem Cupspiel gegen Rapperswil aus der höchsten Liga ein erster Saisonhöhepunkt auf die Innerrhoderinnen. «Es ist schön, bereits in der ersten Runde gegen ein Spitzenteam zu spielen. Wir wollen uns gut präsentieren», freut sich der Trainer. Die Stärke seines Teams sieht er eher in der Offensive. Wichtig sei es, als Einheit aufzutreten und die Jungen ans Erstliga-Niveau heranzuführen. Appenzell startet am Samstag auswärts gegen den SC Schwyz.

Bei den Erstligistinnen des FC Bühler steht mit Andy Jurt ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Bei seiner letzten Station führte er die Frauen des FC Uzwil von der 3. in die 2. Liga und holte den OFV-Cup. Nach den ersten Trainings hat er einen positiven Eindruck von seinem neuen Team. Bühler schloss die Vorsaison mit sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf dem neunten Rang ab. Jurt sagt:

Andy Jurt, Trainer FC Bühler Frauen, 1. Liga.

Andy Jurt, Trainer FC Bühler Frauen, 1. Liga.

Bild: PD
«Primär wollen wir diesmal nicht bis kurz vor Saisonende zittern müssen.»

Zudem wolle man erstmals mehr als 32 Punkte in einer Saison erzielen. Verstärkung erhält Bühlers Abwehr: Die erfahrene Tamara Müller stiess von Ligakonkurrent Appenzell dazu, Olivia Grosset-Granche von Uzwil. Noch seien einige Spielerinnen verletzt, der Trainer rechnet aber mit gut 20 fitten Spielerinnen. Mit Absteiger Winterthur, Baar, Schwyz, Wädenswil und Aufsteiger Thusis-Cazis figurieren in der Gruppe 2 einige neue Teams. Für das erste Meisterschaftsspiel reist Bühler am Samstag nach Gambarogno.

2. Liga regional: FC Herisau vor schwieriger Saison

«Wir stehen vor einer herausfordernden Saison, weil wir an spielerischer Qualität und Erfahrung eingebüsst haben», sagt Domenico Troccoli, Trainer des Zweitligisten FC Herisau. Mit Marko Susic, Marco Schmid und Thomas Zigerlig sind drei Teamstützen zurückgetreten. Weitere Spieler wechseln in tiefere Ligen oder spielen neu in Herisaus zweiter Mannschaft. Torhüter Pascal Grubenmann, der im letzten Spiel der Vorsaison einen Armbruch erlitt, wird wohl die ganze Vorrunde verpassen. Doch Herisau vermeldet auch Zuzüge: Kenan Prasovic (Rorschach, 2. Liga inter), Mattia Sbocchi (Steckborn, 4. Liga), Malek Hadjadj (Oberwinterthur, 3. Liga), Goalie Ronny Hirschi (Gossau, 3. Liga), Sascha Wyss (Sarajevo, 4. Liga) und Paolo Tolino (Junioren Herisau). Angesichts des Umbruchs nennt Troccoli den Ligaerhalt als Saisonziel. Er sagt:

Domenico Troccoli, Trainer FC Herisau, 2. Liga.

Domenico Troccoli, Trainer FC Herisau, 2. Liga.

Bild: Lukas Pfiffner
«Die Mannschaft muss in kurzer Zeit zusammenfinden, zumal in der Vorbereitung viele Spieler fehlten.»

Die Neuen müssten sich erst an das Niveau anpassen. Unterstützt wird der Trainer durch die Assistenten Konstantin Simoglou und Salvatore Tolino. Herisau hatte im 2.-Liga-Cup ein Freilos und bestreitet am Samstag bei Aufsteiger Flawil das erste Pflichtspiel.

3. Liga: Appenzell trifft auf Teufen

Drittligist FC Appenzell hat sich am vergangenen Wochenende in der Cup-Vorrunde warmgeschossen und gegen den FC Taminatal (5. Liga) 11:2 gewonnen. Das dürfte Trainer Alexandro Isler zuversichtlich stimmen, zumal er sagt: «Wir haben letzte Saison gute Fortschritte gemacht, was anhand der Tabelle aber nicht unbedingt ersichtlich war.» Das Team werde weiter daran arbeiten, dass Defensive und Offensive besser zusammen funktionieren. Und Isler formuliert weitere Ziele:

Alexandro Isler, Trainer FC Appenzell, 3. Liga.

Alexandro Isler, Trainer FC Appenzell, 3. Liga.

Bild: PD
«Hinten kompakter stehen, gegen vorne ideenreicher agieren, die Abstimmung verbessern.»

Das Team verzeichne einige Zugänge, die sich möglichst schnell ihren Platz in der Gruppe finden sollen. Die Innerrhoder starten am kommenden Dienstag um 20 Uhr mit dem Derby in Teufen in die Meisterschaft.

Für Drittligist FC Teufen kommt der Meisterschaftsstart gemäss Trainer Michael Knechtle zu früh. Er sagt:

Michael Knechtle, Trainer FC Teufen, 3. Liga.

Michael Knechtle, Trainer FC Teufen, 3. Liga.

Bild: PD
«Die Vorbereitung war schwierig.»

Wichtige Teamstützen wie Captain Fabio Panella und Goalie Sandro Ehrbar haben ihre Karriere beendet. Dazu beklagt Teufen verletzte und abwesende Spieler. Von Viertligist Speicher stösst Verteidiger Pascal Huber dazu und einige Spieler der zweiten Mannschaft wollen sich in der höheren Liga versuchen. Trainer Knechtle möchte die Mannschaft weiterbringen, ein rangmässiges Ziel habe man sich nicht gesetzt. Der Trainer lobt die sehr gute Nachwuchsabteilung des Vereins mit Mannschaften in den höchsten Juniorenligen. Dass man in der Gruppe 3 gleich auf sechs neue Gegner trifft, nennt der Trainer eine interessante Herausforderung. Am Dienstag um 20 Uhr gastiert mit Appenzell der Kantonsnachbar auf dem Sportplatz Landhaus.

4. Liga: Appenzeller Teams in drei Gruppen

Viertligist FC Heiden hat die letzte Saison trotz vieler Verletzter auf dem guten vierten Rang abgeschlossen. Die Top 4 der Gruppe 3 schätzt Heidens Trainer Yusuf Koru in der neuen Spielzeit als ausgeglichen ein – und er zählt seine Mannschaft zu dieser Spitzengruppe. Mit Rheineck und Widnau 2 treffen die Vorderländer auf zwei Absteiger, ein neuer Gegner ist auch der FC Vaduz. Koru sagt:

Yusuf Koru, Trainer FC Heiden, 4. Liga.

Yusuf Koru, Trainer FC Heiden, 4. Liga.

«Es ist attraktiv, gegen erste Mannschaften spielen zu können.»

Dem Trainer zur Seite steht dessen Bruder Gökhan Koru. Momentan verfügt Heiden über knapp 20 fitte Spieler. Vier ehemalige Junioren sind zurückgekehrt, dazu zwei Spieler, die zuletzt wegen der Arbeit oder einer Verletzung nicht mittun konnten. Noch führe man Gespräche, um das Kader etwas auszubauen, was den Konkurrenzkampf erhöhen würde. Nach dem Cup-out bei Viertligist Celerina (0:3) spielt der FC Heiden in der Meisterschaft am Samstag um 17 Uhr auf dem heimischen Sportplatz Gerbe gegen den FC Montlingen 2.

Nach dem Abgang von Christian Huber wird Viertligist FC Speicher neu von Vereinskassier Jürg Schrag und Präsident Rico Thüler trainiert. Das Duo wird unterstützt durch Assistent Christoph Kunz. Die Mittelländer, welche die Vorsaison auf dem guten dritten Rang abschlossen, müssen die Abgänge des langjährigen Abwehrpatrons, Pascal Huber, sowie des torgefährlichen Marcel Mazenauer (Rücktritt) und Oliver Schläpfer (Beruf) verkraften. Der Stamm des Teams bleibe aber zusammen, so Schrag. Drei ehemalige Junioren kehren zurück, zwei rücken aus dem Nachwuchs nach und zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft. Und worauf legt man in Speicher den Schwerpunkt?

Jürg Schrag, Co-Trainer, FC Speicher, 3. Liga.

Jürg Schrag, Co-Trainer, FC Speicher, 3. Liga.

Bild: PD
«Wir wollen kultivierten Fussball spielen und die Leistung der Vorsaison bestätigen.»

Das werde nicht einfach, daher werde auch ein Fokus auf Teambildung gelegt. Speicher ist als einzige Mannschaft aus dem Appenzellerland in der Gruppe 4 eingeteilt. Nach dem Rückzug von Rheineck 1b gilt das Startspiel als Nullwertung. So steigt Speicher erst am Freitag, 26. August, bei Neukirch-Egnach 2 in die Meisterschaft. Im Cup unterlag Speicher Drittligist Schmerikon 0:2.

Nach dem Abenteuer rund um den Traum-Mätsch ist der FC Urnäsch zurück im Viertliga-Alltag. Im Cup besiegte die Mannschaft von Trainer Georg Gülünay den Drittligisten FC Zuzwil nach Penaltyschiessen 6:5. Neu spielt Urnäsch in der Gruppe 5 und trifft dort unter anderem auf die Reserveteams aus Herisau und Appenzell. Abgesehen von den Verletzten Dominic Brandenberger und Christoph Grob stehen dem Trainer dieselben Spieler wie in der vergangenen Saison zur Verfügung. Neu hat der FC Urnäsch ein A-Juniorenteam gemeldet. Einige Junioren werden teilweise in die Trainings der Grossen reinschnuppern. Gülünay sagt:

Georg Gülünay, Trainer FC Urnäsch, 4. Liga.

Georg Gülünay, Trainer FC Urnäsch, 4. Liga.

«Für diese jungen Spieler soll die erste Mannschaft ein Vorbild sein.»

Am Samstag, 17.30 Uhr, empfängt Urnäsch auf dem Sportplatz Feld den FC Gossau 3 zum Startspiel.

5: Liga: Absteiger kann ohne Druck spielen

Von den Erstligistinnen des FC Bühler wechselt Antonio Romano als Trainer zu den Fünftligisten des FC Teufen-Bühler. Der Sportchef des FCB bezeichnet die Zusammenarbeit der beiden Vereine als gut und rechnet in seiner Mannschaft mit rund 20 Spielern. Er sagt:

Antonio Romano, Trainer FC Teufen-Bühler, 5. Liga.

Antonio Romano, Trainer FC Teufen-Bühler, 5. Liga.

«Nach dem Abstieg kann das Team ohne Druck spielen und hoffentlich einige Erfolge feiern.»

Unterstützt wird der Trainer durch Simon Bär, Sportchef des FC Teufen. Zum Saisonauftakt steht am Samstag um 16 Uhr auf dem Sportplatz Landhaus in Teufen das Derby gegen den FC Speicher 2 auf dem Programm.

0 Kommentare