Fussball
Dieser Corner ist ein Werkzeug – so gelangt das 7:1 vom Sportplatz in Heiden ins Internet

Viertligist FC Heiden besiegt Vaduz 7:1. Dank dieser Mittel sind Aufstellung und Ereignisse später digital abrufbar.

Lukas Pfiffner
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Wieder sorgt Heiden (in Gelb) für Gefahr, diesmal mit Philipp Köberl (links) und Ramon Braunwalder.

Wieder sorgt Heiden (in Gelb) für Gefahr, diesmal mit Philipp Köberl (links) und Ramon Braunwalder.

Lukas Pfiffner / PD

Beim Clubcorner handelt es sich nicht um einen Eckball, sondern um ein für den Schweizerischen Fussballverband entwickeltes Tool. Es wurde vor bald zehn Jahren eingeführt, ist einerseits ein digitales Werkzeug, um die Vereine in administrativen Bereichen zu unterstützen; Funktionäre können die Software mittels Passwort nützen. «Unterdessen gibt es aber auch weitere gute Apps von Gratis-Anbietern, mit denen zum Beispiel die Absenzmeldungen im Training erfolgen können», sagt Heidens Trainer Yusuf Koru vor dem 4.-Liga-Spiel gegen Vaduz. Andererseits dient der Clubcorner Verband, Trainern und Schiedsrichtern als unabdingbares Instrument für den Spielbetrieb.

Unachtsam oder bewusst falsch

Zum Beispiel ist für Heidens Andreas Müller wegen einer vierten gelben Karte eine Suspension ersichtlich: Er ist an diesem Samstag gesperrt. Bis 45 Minuten vor Beginn müssen die Trainer die Rückennummern und Positionen der ersten elf Spieler sowie die Ersatzspieler eingeben, das Formular ausdrucken und dem Schiedsrichter überreichen. Bei den Positionen werden nicht immer korrekte Eingaben getätigt. Das kann aus Unachtsamkeit geschehen oder um bewusst eine falsche Aufstellung online erscheinen zu lassen. Da wird ein Spieler, der auf der rechten Abwehrposition vorgesehen ist, als linker Flügel definiert. Oder der Coach erfasst digital eine Dreierkette, um den Trainer des aktuellen oder eines zukünftigen Widersachers in die Irre zu führen – das Team spielt mit einer Viererkette.

So sieht Heidens Startformation im Internet aus.

So sieht Heidens Startformation im Internet aus.

Bild: Screenshot football.ch

«Auf dem Platz informieren»

«Das ist für mich kein Thema», sagt Yusuf Koru. Erst kurz vor dem Anpfiff wird die Aufstellung im Matchcenter grafisch sichtbar. Für taktische Massnahmen also zu kurzfristig. «Und überhaupt informiere ich mich über die Gegner durch Beobachtungen auf dem Platz, nicht in der Grafik.» Heiden ist noch ohne Auswärtspunkt, nun aber personell wieder einmal gut dotiert. Schon in der ersten Minute geht es auf dem Sportplatz Gerbe in Führung. Schiedsrichter Stefan Rinaldi aus Marbach schreibt den Torschützen Lukas Köberl auf. Auch auf der Bank der Gastgeber werden Notizen gemacht. Heiden wirkt spielfreudig; läuferisch und technisch ist Vaduz sofort überfordert.

Gast ist rasch überfordert

Kontrollblick auf das Feld: Auch Vaduz hat die Spieler ziemlich genau auf den richtigen Positionen definiert. Allfällige Fragen nach dem System sind aber bald nicht mehr relevant. Raffael Bucheli trifft die Latte, Kemal Eyiden zum 2:0, Philipp Köberl zum 3:0. Erst eine halbe Stunde ist gespielt. Adrian Häfliger gelingt das 4:0; ein Foul im Strafraum durch einen schon verwarnten Vaduzer bedeutet den Platzverweis und den Penalty, den Kemal Eyiden zum 5:0 verwertet. Nach der Pause können sich auch Ramon Braunwalder und Aaron Sumaj als Schützen feiern lassen. Der Gästetorhüter verhindert mit Glanztaten ein zweistelliges Resultat. Aber auch das 7:1 bedeutet den höchsten Saisonsieg Heidens.

Rot: Computer statt Handy

Nach dem Abpfiff vergleicht der Schiedsrichter seine Notizen zu Toren und Verwarnungen mit den Angaben auf den Blättern der beiden Mannschaftsverantwortlichen. Ab und zu könne es wegen unterschiedlicher Wahrnehmung Diskussionen geben. «Grundsätzlich zählen meine Angaben. In aller Regel kann man sich einigen», sagt Stefan Rinaldi. Nun hat er die Namen und Ereignisse online dem Verband zu melden. «Ich nenne auch die Torschützen, obwohl das in der 4. Liga nicht Pflicht ist.» Bei den Verwarnungen muss er die Art der Vergehen für den Verband aufführen, sie sind aber nicht öffentlich sichtbar. Normalerweise tippe er die Meldungen auf dem Handy ein, erzählt der Schiedsrichter. «Bei roten Karten erledige ich dies aber erst zu Hause auf dem Computer, weil etwas mehr zu schreiben ist.»

Die Resultate der übrigen Appenzeller Teams

Herisau baut Siegesserie aus

Die Frauen des FC Bühler verloren das Heimspiel gegen den überlegenen 1.-Liga-Tabellenführer Winterthur 1:3. In der 2. Liga der Männer kam Herisau beim 5:0 gegen die zweite Mannschaft aus Uzwil zum dritten Sieg in Folge. Eine Liga tiefer gewann Appenzell mit dem 4:0 gegen die Gossauer Reserven erstmals in diesem Jahr; Teufen setzte sich auswärts gegen Niederwil 5:3 durch. In der 4.Liga behielt Urnäsch gegen St.Otmar 3:0 die Oberhand, während Speicher in Rotmonten 1:1 spielte. Die Gruppierung Teufen-Bühler 2 verlor in der 5. Liga bei Berg 1:2. (pf)