Freudig an der Technik feilen

Während des Klangfestivals Naturstimmen fanden diese Woche mehrtägige Kurse statt. Am Donnerstag präsentierten die Teilnehmer das Gelernte in der katholischen Kirche Alt St. Johann.

Katharina Rutz
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Balthasar Streiff dirigierte die Bläserinnen und Bläser des Atelierkurses Alphorn am gemeinsamen Schlusskonzert der Klangkurse dieser Woche. (Bild: Katharina Rutz)

Balthasar Streiff dirigierte die Bläserinnen und Bläser des Atelierkurses Alphorn am gemeinsamen Schlusskonzert der Klangkurse dieser Woche. (Bild: Katharina Rutz)

ALT ST. JOHANN. Fast schon familiär war die Stimmung am Abschlusskonzert der vier Klangkurse Jodel Atelierkurs, Jodel Projektchor, Alphorn Atelierkurs und Taketina. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sichtlich aufgeregt, aber auch stolz, das Gelernte zu präsentieren. Ihre Nervosität war unbegründet, alle Beiträge ernteten lang anhaltenden Applaus und Lob der Kursleiterinnen und -leiter. Durch das Programm führte Klangwelt-Intendantin Nadja Räss.

Interpretation und Dynamik

Die sieben Jodlerinnen des Jodelateliers sangen ihre Lieder in der Gruppe, im Terzett, Duett oder solo. Einige feilten an ihren Darbietungen für das nächste Jodlerfest, andere übten aus reiner Freude am Singen. So auch Dora Baumann, die mit ihrem «Heimwehjutz» von Franz Stadelmann das Publikum begeisterte. Sie ist aus Horw angereist und singt im Chor Obwaldner Taljodler mit. «Das Schönste an dem Kurs ist die Freude am Singen und die neu geschlossenen Freundschaften», sagt sie. Besonders profitiert habe sie von der Verbesserung ihrer Technik, sagt die Sängerin.

Gängige Jodellieder

Die Kursteilnehmerinnen hatten alle bereits Jodelerfahrung aus verschiedenen Kleinformationen oder Chören. «Wir arbeiteten vor allem an der Stimmbildung und dem Stimmsitz», erklärt Peter Künzi, der den Kurs zusammen mit Marie-Theres von Gunten leitete. Neben der Technik war aber auch die Interpretation und Dynamik ein wichtiger Teil der Kurses. Begleitet wurden die Sängerinnen an der Handorgel vom dritten Kursleiter Willi Valotti. Unter anderem sangen die Jodlerinnen die Stücke der Kursleiter wie «Abegedanke» und «E Ängel» von Peter Künzi oder «Früehligszauber» von Marie-Theres von Gunten. Im Jodel Projektchor waren Sängerinnen und Sänger vertreten, die zwar gerne singen, aber nicht wöchentlich Proben besuchen wollen. So entstand am Klangfestival ein bunt zusammengewürfelter Chor, der von zwei einheimischen Jodlern und den Kursleitern Sonja Lieberherr und Daniel Bietenhader. In diesem Kurs wurden gängige Jodellieder und Naturjodelmelodien aus dem Alpstein geübt. Vorgetragen hat der Projektchor unter anderem den traditionellen Naturjodel «De Ebneter» und das Lied «Sunneliecht» von Kursleiter Daniel Bietenhader.

Die Alphornbläserinnen und -bläser des Alphorn Atelierkurses machten mit den Stillen Kanonenabenden 1–3 von Kursleiter Balthasar Streiff den Anfang des Konzerts. Der Atelierkurs Alphorn richtete sich an fortgeschrittene Bläserinnen und Bläser, die mit ihren Auftritten ihre Instrumente präsentierten, wie sie wohl einige der Zuhörerinnen und Zuhörer wohl noch nie gehört hatten. Dies beispielsweise in modernen Kompositionen oder auch in den von Balthasar Streiff arrangierten traditionellen Stücken «Luegid» und «Polka».

Lachen über Mirliton

Viele Lacher erntete die Art der Ansage durch den Kursleiter. Zwar verstand niemand ein Wort davon, denn Balthasar Streiff sprach diese durch sein Mirliton. Dieses Instrument stammt aus dem Mittelalter und wurde dort von den Hofnarren gespielt. Den Abschluss des Konzerts bestritten die Leiter des Kurses Taketina.

Nadja Räss freute sich sehr, mit Reinhart Flatischler den Begründer dieser rhythmischen Musikrichtung ankündigen zu können. Er lud das Publikum sogleich zum Mitmachen ein und so konnte das durch Taketina vermittelte Rhythmuswissen gleich am eigenen Körper erfahren werden.