«Freude herrscht» in Schwende

Die Schwendner Stimmbürger sprachen sich mit grosser Mehrheit für den Bau der Sportstätte Schaies aus und hiessen eine damit einhergehende Steuererhöhung gut. Ernst Waldburger wird Bezirksrat, Barbara Inauen Grossrätin.

Karin Erni
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Die Stimmbürger wählten Ernst Waldburger zum neuen Bezirksrat und Barbara Inauen zur neuen Grossrätin. (Bild: ker)

Die Stimmbürger wählten Ernst Waldburger zum neuen Bezirksrat und Barbara Inauen zur neuen Grossrätin. (Bild: ker)

SCHWENDE. Als «fast wegweisender als die Landsgemeinde» bezeichnete der regierende Hauptmann von Schwende, Migg Hehli, die diesjährige Bezirksgemeinde. Er spielte damit auf die Abstimmung über die Sportstätte Schaies an, die im Vorfeld für viel Diskussionsstoff gesorgt hatte. Die drei «Dorfbezirke» Appenzell, Rüte und Schwende mussten an ihren diesjährigen Bezirksgemeinden alle zuerst über den Baurechtsvertrag Schaies befinden. Der Anteil von Schwende an den gesamten Baurechtskosten von knapp 200 000 Franken beträgt rund 17 400 Franken, dies entspricht 0,33 Steuerfusspunkten. Die Stimmbürger stimmten dem Traktandum diskussionslos zu.

Die Realisierung der Sportstätte Schaies bedurfte der Zustimmung aller fünf Bezirke des Inneren Landes zum Rahmenkredit für Bau und Unterhalt. Die gesamten Investitionskosten für die Bezirke betragen gut 9,8 Millionen Franken. Auf den Bezirk Schwende fallen anteilsmässig knapp 1,5 Millionen. Dazu kommt ein Anteil von 31 000 Franken an den jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten, die mit 400 000 Franken veranschlagt werden. Bei einer Abschreibungsdauer von 25 Jahren ergeben sich jährliche Gesamtkosten von 110 000 Franken. Dies entspricht zwei Steuerfusspunkten. Die Stimmbürger von Schwende hiessen das Geschäft grossmehrheitlich gut. Einer entsprechenden Erhöhung des Steuerfusses um 2 Prozentpunkte auf 22 Punkte hatten sie im Vorfeld bereits zugestimmt.

Positive Rechnung

Die Verwaltungsrechnung des Bezirks Schwende schliesst mit Mehreinnahmen von knapp 49 000 Franken, die Nettoverschuldung hat um diesen Betrag auf knapp 1,4 Millionen abgenommen. In der laufenden Rechnung resultiert ein Aufwandüberschuss von 77 890 Franken. Die Investitionsrechnung verzeichnet Nettoinvestitionen von gut 128 000 Franken. Dieser Betrag liegt gemäss Hehli gut 200 000 Franken unter dem Durchschnitt der letzten sieben Jahre.

Im Rechnungsjahr 2015 schlugen vor allem die Ausgaben für den öffentlichen Verkehr und den Winterdienst zu Buche. Die Kosten für den öffentlichen Verkehr sind um rund 13 000 Franken auf knapp 177 000 angestiegen. Für das Jahr 2016 ist gar eine Erhöhung um 46 000 Franken budgetiert. Dank der Annahme des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr an der Landsgemeinde dürften die Kosten ab 2017 wieder sinken.

Die Ausgaben für den Winterdienst fallen um rund 80 000 Franken höher aus als im Vorjahr. Zudem gingen die Einnahmen des Bundes aus dem Benzinzoll und der Schwerverkehrsabgabe zurück, was die Einnahmen des Bezirks Schwende um mehr als 30 000 Franken schmälerte. Schwende konnte auch nicht, wie Appenzell oder Rüte, von höheren Steuereinnahmen profitieren. Sie bleiben im bisherigen Rahmen von gut einer Million Franken.

Wahlen in zwei Behörden

Für die Nachfolge des nach vier Amtsjahren zurücktretenden Bezirksrats Mike Manser-Neff wählten die Schwendner Stimmbürger einstimmig Ernst Waldburger. Weil Grossrat Josef Schmid-Etter seine Demission eingereicht hat, mussten die Stimmbürger ausser Turnus einen Ersatz wählen. Ruedi Signer Tobler, Barbara Inauen und Martin Dörig wurden als Kandidaten gerufen. Letzterer erhielt in der ersten Ausmarchung am wenigsten Stimmen. Die Entscheidung fiel schliesslich sehr knapp zugunsten von Barbara Inauen.

Weihnachtsbeleuchtung

Zu guter Letzt hatten die Stimmbürger noch über eine allfällige Neugestaltung der Schwendner Weihnachtsbeleuchtung zu befinden. Sie wollten am Bewährten festhalten und sprachen sich für die bestehende Lösung mit einer beleuchteten Tanne beim Brunnen vor dem Bezirksgebäude aus. Die beiden alternativen Lösungen mit einer Krippe aus Holz beziehungsweise Aluminium fielen damit ausser Betracht.