Feinschliff für «Checkpoint Säntis»

Am kommenden Freitag ist die Uraufführung von «Checkpoint Säntis» im alten Berghotel Schwägalp. Noch wird intensiv geprobt, Nervosität ist keine spürbar. Einigen der Laien ist in dem nicht mehr geheizten Berghotel aber etwas kalt.

Roger Fuchs
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Probe einer Szene: Ständerätin Priska Krähenbühl (links), gespielt von Rahel Stieger van Dam, bricht zusammen. Sie hatte das «Global Congress Center Switzerland» initiiert. Nun zeigt sie ihrer ungleichen Schwester Gwen Krähenbühl, gespielt von Franziska Hess, ihr Rücktrittsschreiben. (Bilder: Roger Fuchs)

Probe einer Szene: Ständerätin Priska Krähenbühl (links), gespielt von Rahel Stieger van Dam, bricht zusammen. Sie hatte das «Global Congress Center Switzerland» initiiert. Nun zeigt sie ihrer ungleichen Schwester Gwen Krähenbühl, gespielt von Franziska Hess, ihr Rücktrittsschreiben. (Bilder: Roger Fuchs)

SCHWÄGALP. Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen, alle Vorstellungen von «Checkpoint Säntis» im alten Berghotel Schwägalp sind ausverkauft. Nach einem Hotel sieht es darin nicht mehr aus. Die Crew von «Checkpoint Säntis» hat sämtliche Räume für die Inszenierung hergerichtet. Pro Vorstellung können 80 Zuschauer dem Stück beiwohnen, in vier Gruppen werden sie auf verschiedenen Wegen durch das Hotel und das Stück geführt. Zwar sitzen noch nicht alle Texte perfekt, doch die Proben der einzelnen Szenen machen sichtbar, welch Spannung sich hinter der Darbietung verbirgt. Mit viel Enthusiasmus sind die Laienschauspielerinnen und -spieler bei der Sache. Vor Ort dringt aber auch leises Jammern durch, beispielsweise über die tiefen Temperaturen im nicht mehr geheizten Gebäude und dass man sich deswegen erkälte. Oder über den grossen Aufwand und die Geduld, die es oft brauche, bis man an der Reihe sei.

Vermischt mit Erinnerungen

Das Drehbuch von «Checkpoint Säntis» umfasst über 60 Seiten, mittlerweile handelt es sich um die fünfte Fassung. Um die Konjunktur anzutreiben soll auf der Schwägalp das «Global Congress Center Switzerland» gebaut werden. Rundherum würde alles abgesperrt. Während sich die «IG Säntis für alle» mit legalen Mitteln zu wehren versucht, besetzen politische Aktivisten das Berghotel. Mit Spiel, Installation und Musik werden die Besucherinnen und Besucher in die Geschichte entführt werden.

Letztlich werden auf dem Weg durchs Haus auch Erinnerungen ans einstige Hotel geweckt. Ein Stockwerk wurde so aufgeräumt, dass in einem Zimmer sich alle Matratzen türmen, in einem anderen die Bettgestelle aneinanderreihen und in einem weiteren Zimmer wurden sämtliche Kleinteile wie Lampen, Badetücher, WC-Besen oder Zimmertelefone auf dem Boden säuberlich sortiert ausgelegt.

Erfindungskraft berührt

Unterstützt werden die Laien von einem erfahrenen Regieteam, darunter die Szenographin Karin Bucher. «Alles, was jetzt da ist, gab es vorher nicht», so Bucher. «Unser Team hat quasi eine ganze Welt erfunden. Diese Erfindungskraft berührt mich sehr.» Dann wendet sich Karin Bucher dem «Hausgeist» zu und instruiert die Handgriffe, bevor sie in der Küche mit den dort Beteiligten an einer der Szenen weiterarbeitet.

Weitere, noch unkostümierte Probe: Daniela Dörig, Präsidentin der «IG Säntis für alle», gespielt von Christina Stark, im Wortduell mit Blick-Journalistin Jenny Manser, gespielt von Manuela Stieger.

Weitere, noch unkostümierte Probe: Daniela Dörig, Präsidentin der «IG Säntis für alle», gespielt von Christina Stark, im Wortduell mit Blick-Journalistin Jenny Manser, gespielt von Manuela Stieger.

Erinnerungen ans Berghotel: Auf einem Stockwerk wurden die Zimmer sortiert.

Erinnerungen ans Berghotel: Auf einem Stockwerk wurden die Zimmer sortiert.