Feine Klänge zum Valentinstag

Die Musiker Stefan Hug und Miguel Rincón gaben in Neu St. Johann am Sonntagabend mit Lauteninstrumenten Einblick in das musikalische Schaffen der späten Renaissance und frühen Barockzeit.

Lisa Leisi
Drucken
Der nebenberufliche Musiker Stefan Hug sowie der freischaffende Lautenspieler Miguel Rincon (von links). (Bild: Lisa Leisi)

Der nebenberufliche Musiker Stefan Hug sowie der freischaffende Lautenspieler Miguel Rincon (von links). (Bild: Lisa Leisi)

NEU ST. JOHANN. Die verschiedenen Werke stammten aus England, Frankreich und Italien und handelten von der Liebe: ganz passend zum 14. Februar an diesem Sonntagabend. Zu Beginn musste der Organisator des Anlasses in der Klosterkirche, Stefan Hug, allerdings mit grossem Bedauern bekanntgeben, dass der gefragte Countertenor Jan Börner wegen einer Entzündung der oberen Atemwege nicht teilnehmen konnte: «Wir hofften und fieberten bis am Freitagabend, aber da war nichts zu machen.» Der Hälfte der Stücke hätte er mit seiner Stimme noch mehr Ausdruck und besonderen Inhalt mit Worten gegeben.

Doch noch Gesang

So liessen vor allem die Titel aus dem Programm wie «Flow my tears», «Enfin la beauté que j'adore» oder «Si dolce è'l tormento» auf Liebeslieder schliessen. In einem ersten Block spielten die Künstler Werke des Engländers John Dowland mit einem leicht melancholischen Klang. Dazwischen gaben sie das altenglische Volkslied «Scarborough Fair» zum besten, wobei Stefan Hug als gelungene Überraschung und kleines Trösterli für das Publikum das bekannte Lied sogar sang. Dies kam sehr gut an und wurde mit einem speziellen Applaus honoriert. Weiter ging es mit vier Stücken aus Frankreich von verschiedenen Komponisten, darunter Michel Lambert.

Harmonisches Ganzes

Drei Werke aus Italien bildeten schliesslich den Abschluss. Das Publikum zeigte mit seinem Beifall, dass Stefan Hug aus Ennetbühl und der in Basel lebende Katalane Miguel Rincón das Konzert richtigerweise auch in so kleiner Besetzung durchführten. Und diese bedankten sich für den Applaus mit der Wiederholung von «Can she excuse my wrongs?». Die Werke aus den drei Ländern bildeten ein harmonisches Ganzes mit ihrer auch zeitlichen Verwandtschaft und den Kompositionen für Lauteninstrumente, zu denen auch die Theorbe gehört, welche in zwei Ausführungen von Miguel Rincón gespielt wurde. Zu den prominentesten Vertretern der Theorbe vergangener Zeiten zählte der Italiener Johann Hieronymus Kapsberger. Von ihm stammten auch zwei vorgetragene Stücke an diesem Abend.

Gekonnte Präzision

Die Musiker spielten anspruchsvolle Werke in gekonnter Präzision und Abstimmung beim Zusammenspiel, mit auch wechselnden Rhythmen.

Speziell unerfahrene Zuhörer erhielten einen spannenden Einblick in einen eher ungewohnten, aber durchaus melodiösen und eingängigen Musikstil mit Zupfinstrumenten aus früherer Zeit. Der freischaffende Lautenspieler Miguel Rincón sowie der nebenberufliche Musiker Stefan Hug leisten auf ihre Weise einen wertvollen Beitrag zum Erhalt eines vielfältigen musikalischen Erbes.