Fasnacht
Jetzt ist Fasnacht: Welche Veranstaltungen im Appenzellerland stattfinden

Am «Schmutzige Donnschtig» hat die Fasnacht in Appenzell Innerrhoden begonnen. In einigen Gemeinden im Ausserrhoden startet sie eine Woche darauf, am Aschermittwoch. Welche Veranstaltungen wann und wo stattfinden und was es mit dem Zirkuswagen auf sich hat, der in einen Fasnachtswagen umfunktioniert wurde, zeigt dieser Überblick.

Ramona Koller und Viviana Troccoli 1 Kommentar
Drucken
Bunt verkleidete Kinder und Guggenmusiken mit lauten Trommelwirbeln füllten heute die Gassen von Appenzell.

Bunt verkleidete Kinder und Guggenmusiken mit lauten Trommelwirbeln füllten heute die Gassen von Appenzell.

Bild: Viviana Troccoli

Am «Schmutzige Donnschtig» fanden in Innerrhoden mehrere Fasnachtsumzüge statt. In Appenzell, Brülisau, Eggerstanden und Weissbad durften wieder bunt verkleidete Kinder stolz ihre Kostüme präsentieren. Innerrhoden hat auch für erwachsene Fasnachtsfans etwas zu bieten. Am Abend traten zudem in Appenzell diverse Guggen auf. Am Freitag wird in Oberegg eine Fasnachtsparty stattfinden und am gleichen Tag können Tanzbegeisterte in Appenzell an einer «Oldie Night» die Hüften schwingen. Auch der Oberegger Fasnachtsumzug setzt sich am 27. Februar um zirka 14 Uhr mit verschiedenen Guggen in Bewegung.

Kindermaskenball findet statt

Am Aschermittwoch findet um 14.05 Uhr in Waldstatt der traditionelle Gidio-Umzug statt. Am Funkensonntag schliesslich wird der Gidio auf dem Funken verbrannt. Verzichten auf einen Gidio-Umzug muss Herisau. In der Gemeinde wird dennoch am Aschermittwoch der Beginn der Fasnacht gefeiert. Am Nachmittag findet der Kindemaskenball statt. Am Abend spielen die Guggen in und vor der Chälblihalle. Das OK, bestehend aus Aktiv- und Ehrenmitgliedern der Guggemusig Izi bizi tini wini, hat sich spontan dazu entschlossen, den Kindermaskenball durchzuführen. Andrea Zurbuchen und Manuela Wäspi organisieren den Anlass, den die Gugge vor einigen Jahren übernommen hat, zum dritten Mal. Unterstütz werden sie von Roger Kehl und Remo Hitz, beide Mitglieder der Guggenmusik. «Die Kinder freuen sich immer so auf die Fasnacht. Da wollten wir nicht akzeptieren, dass es für sie in diesem Jahr nichts gibt», erklärt Zurbuchen. Die spontane Planung sei unter anderem möglich, da die bestehende Infrastruktur des Fasnachtsvereins in der Chälblihalle übernommen werden kann. Schwieriger sei es gewesen, eine Gugge zu organisieren, da die meisten Fasnächtlerinnen damit gerechnet hätten, dass der Maskenball nicht stattfindet, und dementsprechend arbeiten müssten. «Umso mehr freuen wir uns, dass einige Guggerinnen und Gugger der Ziegelhöttler trotzdem Zeit haben und bei uns auftreten werden», so Zurbuchen.

Auf die Kinder wartet ein Rahmenprogramm mit Animation sowie eine Maskenprämierung mit ansprechenden Preisen. Für die Verpflegung steht eine Festwirtschaft bereit. «Wir freuen uns auf viele verkleidete Kinder und auch Eltern», sagt Zurbuchen. Der Maskenball beginnt um 15 Uhr in der Chälblihalle. Eintritt ist frei.

Corona auf dem Scheiterhaufen

Vom Aschermittwoch bis am Samstag findet auf dem Ebnet das Narrendörfli, eine kleine Version des Narrendorfs, statt. Während Guggenmusiken und DJs für Stimmung sorgen, gibt es die Möglichkeit, sich an einer der Bars zu verpflegen. Der Eintritt ist frei. Am Donnerstag sind die Schnitzelbänkler des Herisauer Schnitzelbankabends unter anderem in der Metzgete-Stube im Narrendörfli zu Gast. Zudem sind ihre Verse bei der organisierenden Guggemusig Izi bizi tini wini im Alten Zeughaus, in der Alten Stuhlfabrik und in weiteren Restaurants in Herisau und Waldstatt zu hören.

Die Fasnacht endet in Herisau mit dem Funkensonntag. Der Gidio wird in diesem Jahr nicht verbrannt. «Da es keinen Gidio-Umzug oder eine Trauerrede gibt, ist Gidio in diesem Jahr auch nicht offiziell gestorben», erklärt Martin Süess vom Feuerwehrverein Herisau, der den Anlass jeweils organisiert. Auf einen Funken will man dennoch nicht verzichten. «In diesem Jahr verbrennen wir das Coronavirus», sagt Süess und schmunzelt. Um 18.45 Uhr findet der Einmarsch der Herisauer Guggen statt, bevor um 19 Uhr der Funken auf dem Kiesplatz im Ebnet entzündet wird. Alle Infos finden sich auch auf der Website des Fasnachtsvereins Herisau: www.fahe.ch.

Vom Zirkus in die Guggenmusik

Viele Guggen setzen während den Fasnachtsumzügen auf einen Guggenwagen. So neuerdings auch die Guggenmusik Wolfs-Hüüler aus Wolfhalden. Doch ihr Fasnachtswagen ist aussergewöhnlich: Einst als Zirkuswagen vom Circus Royal benutzt, wurde er nun von der Guggenmusik in ihrem persönlichen Fasnachtswagen umgebaut.

Die Motivation, das Projekt zu realisieren, ist durch ehemalige Mitglieder aufgekommen. Vielen einstigen Guggern wurde der Aufwand der aktiven Teilnehmerschaft im Verein zu gross, sie wollten aber trotzdem mit ihrem Verein ausgiebig die Fasnacht feiern. Dies konnte mit einem Guggenwagen möglich gemacht werden.

Vor einer Woche konnte der Umbau des Wagens abgeschlossen werden.

Vor einer Woche konnte der Umbau des Wagens abgeschlossen werden.

Bild: PD

Yannick Lenherr, Medienchef der Wolfs-Hüüler, erklärt auf Anfrage:

«Es ging länger als gedacht. Wir waren ziemlich genau ein Jahr mit dem Umbau beschäftigt.»

Die Idee sei laut Lenherr im Januar 2021 entstanden, als der schweizerische Circus Royal in Konkurs ging und eine Zwangsversteigerung nötig wurde. So konnte der ehemalige Zirkuswagen ergattert werden.

Zu Beginn musste der ganze Wagen abgebrochen werden und das Fahrgestell brauchte eine vollständige Restaurierung. Den Holzaufbau mussten die Wolfs-Hüüler ebenfalls selbstständig erbauen. Von Zimmermännern, über Maler hin zu Elektriker – der Verein ist breit aufgestellt und konnte dadurch den Grossteil des Projekts aus eigener Hand realisieren. «Jeder hat dort geholfen, wo die Möglichkeit bestand, zu helfen», betont Lenherr. Der Wagen wurde mit viel Liebe zum Detail aufgebaut: ein Schiebedach, eine eingebaute Toilette, sowie Konfettikanonen und eine Seifenblasenmaschine machen das Gefährt fasnachtstauglich.

Um Schaulustigen einen Blick in den Wagen zu ermöglichen, organisieren die Wolfs-Hüüler am 4. März eine Wagenpräsentation mit Festwirtschaft und zwei weiteren Guggen. Am 5. März kann der Wagen auch am Fasnachtsumzug in Walzenhausen bestaunt werden. «Ziel ist es, den Wagen in den nächsten Jahren für Umzüge in der Umgebung zu benutzen, bei denen die Wolfs-Hüüler dabei sind», fügt Lenherr hinzu. Man wolle auch unter dem Jahr an Dorffesten viel Präsenz zeigen.

Das läuft an der Fasnacht

In Gais findet am 5. März mit dem Motto «Alles nur Fassade» sowohl ein Kinder- als auch am späteren Abend ein Erwachsenenmaskenball statt. Die Liveband «Supreme» und mehrere Guggen – wie etwa die Gääser Moohüüler – bringen Stimmung ins Festzelt.

Gemäss offizieller Website kann am 5. März auch der Fasnachtsumzug in Walzenhausen mit anschliessendem Guggenkonzert stattfinden. Der Steiner Maskenball am 5. März, wie auch der Kindermaskenball am 6. März bleiben nicht aus.

Der Fasnachtsumzug in Schönengrund bleibt abgesagt. Anina Müller, Präsidentin des FAKO-Schönengrund, erklärt:

«Wir haben uns entschieden, an der Absage des Schönegröndler Fasnachtsumzuges festzuhalten.»

In dieser kurzen Zeit könne so ein grosser Anlass nicht so schnell auf die Beine gestellt werden. Laut Müller, organisiere aber die Guggenmusik Bläächi Lömpe am Freitag, 4. März ab 20 Uhr ein Guggentreffen und darauffolgenden Samstag einen Gugger-Maskenball.

1 Kommentar