Eventplaner
Die Antwort auf «Wa lauft hüt Obig?»: Vier 20-Jährige aus Speicher wollen mit einer App die Eventbranche aufmischen

Mit der App «Szene» schaffen vier junge Männer aus Speicher einen Veranstaltungsplaner und ein soziales Netzwerk. Sie erklären im Gespräch, wie sie auf die Idee zur App gekommen sind, was diese bietet und wie sie die Jugend damit neu vernetzen wollen.

Malena Widmer
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Die Gründer der App «Szene»: (v. l. n. r.) Nicolas Lauper, Cerill Eggimann, Tom Schulz und Simon Vierbauch.

Die Gründer der App «Szene»: (v. l. n. r.) Nicolas Lauper, Cerill Eggimann, Tom Schulz und Simon Vierbauch.

Bild: Malena Widmer

Viele haben revolutionäre Ideen während durchlebter Nächte, die wenigsten setzen sie aber auch um. Nicht so Tom Schulz aus Speicher. Er wurde eines Nachts an einer WG-Party von zwei Westschweizern gefragt, was an dem Abend in St.Gallen los sei. Dass er auf die Frage keine zufriedenstellende Antwort liefern konnte, beschäftigte ihn. Durch diese Begebenheit kam er auf die Idee zur App «Szene». Zusammen mit drei Freunden, Cerill Eggimann, Nicolas Lauper und Simon Vierbauch, realisierte Tom Schulz seinen nächtlichen Einfall.

Ein anderes Facebook

Auf einer Karte sind in der App «Szene» die unterschiedlichen Veranstaltungen und Events in der Umgebung sichtbar. Nicolas Lauper erklärt:

«Es soll übersichtlich gezeigt werden, wo was wann läuft.»

Zielpublikum seien dabei junge Leute und Studenten in einer Stadt, in der sie sich nicht auskennen. Grundsätzlich könne aber jeder die App nutzen.

Im Unterschied zum Social-Media-Giganten Facebook, der auch eine Veranstaltungsplaner-Funktion hat, bietet «Szene» jedoch eine zusätzliche Dienstleistung an: ein Ticketsystem. Wenn ein Event auf der App angeklickt wird, soll direkt neben den dazugehörigen Informationen auch ein Ticketverkauf angeboten werden.

So findet man Homepartys in fremden Städten

Es soll jedem möglich sein, eine Veranstaltung in der App einzutragen. Dabei kann gewählt werden zwischen einem öffentlichen oder privaten Event, je nachdem, welches Publikum erwünscht ist. So soll etwa die Möglichkeit bestehen, auch in fremden Städten zu Homepartys zu finden und schnell neue Kontakte zu knüpfen. Damit könnte die App auch helfen, junge Leute zu vernetzen.

Im Moment beschränkt sich die App noch auf St.Gallen und Umgebung. Soll es nach den vier Gründern gehen, wird sich ihre Idee zum schweizweiten Veranstaltungsplaner ausweiten.

App soll kostenlos bleiben

Angefangen mit der Arbeit an der App haben Tom, Cerill, Nicolas und Simon im August 2021. Beim Entwickeln wurden sie unterstützt von Jean Hoffmann, der für sie die App programmierte. Die Kosten, die das mit sich brachte, haben sie hauptsächlich aus eigener Tasche bezahlt. Dass sie Geld verlangen für die App, steht für sie nicht zur Debatte. Sie erhoffen sich zu einem späteren Zeitpunkt aber einen Gewinn aus dem Ticketsystem.

Herausfordernd war für Tom, Cerill, Nicolas und Simon zum einen die Finanzierung der App-Herstellung. Zum anderen begaben sie sich mit ihrem Vorhaben auch auf Neuland. «Es war schwierig, das Projekt von Anfang an richtig aufzuziehen. Es war ein bisschen ein Schuss ins Blaue», sagt Simon Vierbauch. Auch Tom Schulz fand den Prozess herausfordernd:

«Wir merkten schnell, dass viel mehr dahintersteckt, als wir dachten.»

Die vier Gründungsmitglieder sind schon zusammen zur Schule gegangen und kennen sich zum Teil sogar seit Kindergartentagen. «Wir kennen uns fast schon zu lange», finden sie lachend. Diesen Herbst fangen sie mit dem Studium in St.Gallen und Zürich an. Während andere dabei Nebenjobs haben, entwickeln sie die App weiter. Das bringt Arbeit mit sich, so müssen sie etwa nächste Schritte und Änderungen definieren und mit ihrem Programmierer absprechen. Zudem wollen sie die App nun verbreiten und bekannter machen. Werbung haben die vier Gründer bis anhin hauptsächlich über Instagram betrieben. Jetzt haben sie eine neue Strategie: Mit selbst organisierten Events und Partys wollen sie in Zukunft auf ihre App aufmerksam machen.

Hat St.Gallen auf eine solche App gewartet? Mit Elan tüfteln die Jungen weiter und versuchen, die regionale Eventbranche zu verändern. Ob ihnen das gelingt, wird sich zeigen.