Ersatz für Pavillon wird zugestimmt

Gemeindepräsident Kilian Looser und die Gemeinderäte machen sich Gedanken über die Zukunft von Nesslau. Sämtliche Anträge werden von der Bevölkerung gutgeheissen. Die Handhabung der neuen Medien bereitet dem Schulrat Sorgen.

Christiana Sutter
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Der Pavillon auf dem Gelände des Primarschulareals Büelen ist in die Jahre gekommen. Die Bürger haben sich am Freitagabend an der Bürgerversammlung für einen Ersatz entschieden. (Bild: Christiana Sutter)

Der Pavillon auf dem Gelände des Primarschulareals Büelen ist in die Jahre gekommen. Die Bürger haben sich am Freitagabend an der Bürgerversammlung für einen Ersatz entschieden. (Bild: Christiana Sutter)

NESSLAU. Der Gemeindepräsident Kilian Looser durfte am Freitagabend 190 der stimmberechtigten 2675 Einwohner der Gemeinde Nesslau im Büelensaal Nesslau zur Bürgerversammlung begrüssen.

Zukunft der Gemeinde

Als erstes informierte er die Einwohner, dass sie im Gemeinderat diskutieren, wie sich die Gemeinde für die Zukunft entwickeln soll. Wo soll das Dorfzentrum sein? Wie soll es aussehen? Diese und weitere Überlegungen seien wichtig für die spätere Bevölkerung der Gemeinde Nesslau.

Gesprächsthema sei auch der Tourismus. «Wir haben neue Aufgaben übernommen, die wir aber nicht gesucht haben», sagte der Nesslauer Gemeindepräsident.

Informationen aus der Schule

Schulratspräsident Hansjörg Huser informierte die Anwesenden der Bürgerversammlung über den emotionalen Entscheid der kommenden Schulhaus-schliessungen Büel und Ennetbühl. Ein weiterer Punkt, der ihm Sorge bereite, sei der Umgang der Schüler mit den neuen Medien. Bereits werde in der Mittelstufe ein vermehrter Gebrauch beobachtet. Zukünftig werden Lehrer vermehrt sensibilisiert und Eltern geschult werden müssen.

Van-Calker-Legat

Mit der Vereinigung der Gemeinde Nesslau-Krummenau und Stein gingen sämtliche Rechte und Pflichten des Van-Calker-Legats an die neue Gemeinde über. Ingeborg van Calker, geboren in Strassburg, wurde 1957 in Stein eingebürgert. Aus Dankbarkeit setzte sie die Gemeinde Stein als Erbin ein. Sie verstarb 1990 in Zollikon. Das Vermögen dieses Legats wies Ende Jahr rund 2,3 Millionen Franken auf. Aktuell bezweckt das Legat die finanzielle Unterstützung der Jugend bei Vorhaben, die direkt oder indirekt mit ihr im Zusammenhang stehen. Der Gemeinderat ist daran, das Van-Calker-Reglement zu überarbeiten und neue Richtlinien zu erlassen.

Finanzen der Gemeinde

Die Rechnung 2013 der Gemeinde Nesslau weist einen Gewinn von 926 000 Franken auf. Budgetiert war ein Defizit von 470 000 Franken. Für das laufende Jahr budgetierte der Gemeinderat bei Ausgaben von 22,4 Millionen Franken ein Defizit von 0,5 Millionen Franken. Dies, obwohl nicht aggressiv budgetiert wurde. Kilian Looser sagte, dass sich die Sozialhilfebezüger 2013 mit 29 Fällen, gegenüber 14 des letzten Jahres, fast verdoppelt haben. Man habe festgestellt, dass einige Neuzuzüger sofort das Sozialamt aufgesucht haben, «das ist möglicherweise das Ergebnis des günstigen Wohnraums in unserer Gemeinde».

Die Jahresrechnung, der Voranschlag 2014 und der Steuerplan 2014 wurden von der Bürgerversammlung einstimmig angenommen. Ein Teil des Ertragsüberschusses, 350 000 Franken, wird in den Ausbau der Lutenwiler- und Büelenstrasse investiert. Kilian Looser wies auf den Ausbau der Lutenwiler- und Büelenstrasse hin. Es soll auf der Nordseite ein Trottoir ohne Randstein entstehen. Sollten die Verhandlungen mit den Landeigentümern positiv verlaufen, könne bereits dieses Jahr mit dem Ausbau begonnen werden. Weitere 576 000 Franken gehen ins Eigenkapital der Gemeinde über.

Wer das Grundbuchamt aufsuchen möchte, muss ab April nach Stein ins alte Gemeindehaus gehen. Denn mit dem Neubau des Gemeindehauses werden sämtliche Amtsstellen verlegt. Die weiteren Amtsstellen befinden sich im alten Gemeindehaus in Neu St. Johann.

Ersatz Schulhauspavillon

Das dritte Traktandum der Versammlung war der Antrag für den Ersatz des in die Jahre gekommenen Pavillons auf dem Primarschulareal Büelen. Dieses wird schon seit Jahren nicht mehr direkt von der Schule genutzt, sondern von der Spielgruppe und der Musikschule Toggenburg. In den letzten Jahren wurde von Investitionen abgesehen, da man die Entscheide der Schulhaus-schliessungen abwarten wollte. Mit dem Entscheid, die Schulhäuser Bühl und Ennetbühl auf den Sommer 2015 zu schliessen, haben sich die Verantwortlichen entschlossen, diesen Pavillon wieder zu nutzen. Denn nicht alle Schüler können in den bestehenden Gebäuden untergebracht werden. Im Pavillon soll ein Schulzimmer mit Gruppenraum entstehen.

Finanziert soll der Ersatz mit einem Bezug von 200 000 Franken aus dem Van-Calker-Legat und einer Belastung der Investitionsrechnung werden. Dem beantragten Kredit von 496 000 Franken stimmten die Stimmbürger mit 150 Stimmen zu, denen gegenüber standen 30 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen.