«Erinnerungen bleiben für immer»

Vor rund einem Jahr wurde Ueli Reber v/o Uyanik aus Wattwil zum Co-Leiter des Pfadi-Kantonalverbandes St. Gallen-Appenzell gewählt. Angefangen hatte seine Pfadi-Laufbahn einst bei der Toggenburger Abteilung Yberg.

Anina Rütsche
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Ueli Reber v/o Uyanik, schon seit langer Zeit sind Sie Mitglied der Pfadi. Was ist Ihre erste Pfadi-Erinnerung?

Ueli Reber: Mit neun Jahren nahm ich an meinem ersten Pfingstlager mit der Abteilung Yberg teil, das irgendwo im Neckertal stattfand. Den genauen Ort habe ich vergessen. Was ich aber bis heute weiss: Wir haben eine grosse Seilbrücke gebaut, das hat mich wahnsinnig beeindruckt.

Die Pfadi, insbesondere die Toggenburger Abteilung Yberg, war also schon früh Teil Ihres Lebens. Aus welchem Grund sind Sie damals dieser Bewegung beigetreten?

Reber: Ich stamme aus einer Pfadi-Familie. Schon mein Vater und mein Grossvater hatten sich in der Abteilung Yberg engagiert. Als ich hörte, welch spannende Abenteuer sie aus ihrer Pfadi-Zeit zu erzählen hatten, wollte ich das unbedingt selbst erleben.

Welche verschiedenen Stationen haben Sie als Mitglied der Abteilung Yberg durchlaufen?

Reber: Meine Pfadi-Karriere bei Yberg verlief klassisch: Zuerst war ich bei den Wölfen, dann bei den Pfadis. Das sind verschiedene Altersstufen mit entsprechendem Programm. Anschliessend wurde ich Gruppenleiter, später Abteilungsleiter. Dafür habe ich mehrere Ausbildungskurse absolviert, beispielsweise solche von Jugend+Sport. Mit meinem Studium liess sich das meist gut vereinbaren. Einzig die längere Abwesenheit durch ein Auslandsemester wäre schwierig geworden, weshalb ich die Abteilungsleitung Anfang 2013 an meinen Nachfolger weitergab. Ich bin aber auch heute noch mit Yberg verbunden. Als Coach unterstütze ich die aktiven Leiterinnen und Leiter beim Planen und Auswerten ihrer Aktivitäten.

Vor einem Jahr wurden Sie zudem als Kantonsleiter gewählt. Zusammen mit Seraina Schwizer v/o Kolibri sind Sie nun für den Pfadi-Kantonalverband St. Gallen-Appenzell verantwortlich. Welche Aufgaben gehören dazu?

Reber: Unsere Kantonsleitung besteht aus acht Personen: der Kantonsleiterin, dem Kantonsleiter sowie den sechs Ressortleitenden. Man trifft sich monatlich zu einem Austausch. Wir alle sind gemeinsam für das Programm unseres Kantonalverbandes verantwortlich. Dieses umfasst Ausbildungsangebote, Betreuungsangebote und Veranstaltungen für die verschiedenen Abteilungen. Die Kantonsleitung ist zudem die Drehscheibe zwischen dem Verband, also der Pfadibewegung Schweiz, und den Abteilungen in den Städten und Dörfern.

Was gefällt Ihnen besonders am Amt als Kantonsleiter?

Reber: Ich schätze daran vor allem die Vielseitigkeit. Man erfährt vieles, kann mitreden und mitentscheiden, hat mit verschiedenen Leuten und Themen zu tun – das finde ich spannend. Das Arbeitspensum eines Kantonsleiters variiert. Es gibt intensive Phasen, in denen ich praktisch nur für die Pfadi arbeite, und dann gibt es andere, die entspannter sind. Das hängt immer davon ab, welche Projekte gerade auf der Agenda stehen. Der Grossteil der Aufgaben ist administrativ, wir sind also öfter im Sitzungszimmer anzutreffen als im Wald. Dass ich mich zuvor als Abteilungsleiter bei Yberg engagiert habe, kommt mir nun zugute. Denn auch als Kantonsleiter muss man viel planen und koordinieren, dies aber in einem weitreichenderen Rahmen.

Welche Themen sind Ihnen als Kantonsleiter besonders wichtig?

Reber: Ich finde, dass sich die Pfadi noch mehr für die Umwelt einsetzen sollte. Schliesslich gehört der Punkt «Sorge tragen zur Natur und allem Leben» zu unserem Pfadi-Gesetz, einer Grundlage, auf der wir unsere Aktivitäten aufbauen. Da wir Pfadfinder oft draussen unterwegs sind, ist es wichtig, dass wir ein Bewusstsein für die Erhaltung der Natur entwickeln. Aus diesem Grund versuche ich, wenn immer möglich, Umweltthemen in das Programm einzubauen. Sei das in Ausbildungskursen oder bei der Erarbeitung von Hilfsmitteln für Leiterinnen und Leiter.

Was bedeutet Ihnen die Pfadi?

Reber: Die Pfadi prägt nach wie vor mein Leben und meinen Alltag. Ich wende viel Energie dafür auf, und es kommt viel Energie zurück. Bei der Pfadi sieht man, dass man auch mit wenig Mitteln viel vollbringen kann, wenn Begeisterung vorhanden ist und sich mehrere Menschen gemeinsam für eine Sache einsetzen.

Am 12. März findet der nationale Pfadi-Schnuppertag statt. Warum sollen sich junge Menschen Ihrer Meinung nach für eine Mitgliedschaft entscheiden?

Reber: Weil das Engagement bei der Pfadi eine gute Gelegenheit ist, sich selbst besser kennenzulernen und in einer Gruppe coole Erfahrungen zu machen. Dabei lernt man unglaublich viel. Was man als Kind und Jugendlicher in der Pfadi erlebt hat, begleitet einen für immer.