Erhalt der Arbeitsplätze hat Priorität

Im Zusammenhang mit der gestern bekannt gewordenen Schrumpfkur des Spitals Heiden wird es Entlassungen geben. Die Verantwortlichen haben einen Sozialplan angekündigt. Dazu Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Paul Rechsteiner, was ist überhaupt ein Sozialplan?

Roger Fuchs
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Paul Rechsteiner Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (Bild: pd)

Paul Rechsteiner Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (Bild: pd)

Im Zusammenhang mit der gestern bekannt gewordenen Schrumpfkur des Spitals Heiden wird es Entlassungen geben. Die Verantwortlichen haben einen Sozialplan angekündigt. Dazu Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes.

Paul Rechsteiner, was ist überhaupt ein Sozialplan?

Ein solcher ist da, um bei nicht vermeidbaren Entlassungen Härtefälle abzufedern und konkrete Lösungen auszuhandeln. Das können beispielsweise Frühpensionierungen sein, verlängerte Kündigungsfristen oder finanzielle Entschädigungen, je nach Situation einer betroffenen Person.

Ist ein Sozialplan in jedem Fall Pflicht?

Rechtlich festgeschrieben ist er bei grösseren Unternehmen und bei der öffentlichen Hand. Doch auch für kleinere Unternehmen gilt er als minimale Anstandsregel. Sicher ist die Arbeitnehmerseite gut beraten, wenn für die Ausarbeitung Gewerkschaften oder Personalverbände beigezogen werden. Der inhaltliche Spielraum hängt davon ab, wie viel Geld für den Sozialplan eingesetzt werden kann.

Und wie kommt der Sozialplan dann zur Anwendung?

Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt Sozialpläne, die von einer Personalabteilung umgesetzt werden, in anderen Fällen wird für den Vollzug eine paritätische Kommission eingesetzt. Wichtig ist, dass es den Sozialplan gibt und die Regeln feststehen.

Was zeigt Ihre Erfahrung: Wie hilfreich können Sozialpläne in Tat und Wahrheit sein?

Für Betroffene sind solche ganz sicher besser, als nichts in der Hand zu haben. Ein Sozialplan mildert die Folgen immer. Vor der Anwendung eines Sozialplans muss aber an erster Stelle eine mögliche Erhaltung der Arbeitsplätze stehen.